Die kurpfälzische Münzstätte Bacharach

  • Ihre erste Erwähnung fand die kurpfälzische Münzstätte in Bacharach in einer von Pfalzgraf Ruprecht I. ausgefertigten Urkunde vom 4. März 1365. Allerdings wurde schon früher in Bacharach geprägt, wahrscheinlich seit Mitte des 13. Jahrhunderts unter Pfalzgraf Otto II.

    Unter Ruprecht I. und Ruprecht II. (1353 - 1390) wurden Pfennige Würzburger Schlages sowie Heller und Sterlinge nach Brabanter Art in Bacharach geprägt. 1356 verlieh Kaiser Karl IV. den vier rheinischen Kurfürsten das Reichsrecht der Goldprägung (vermerkt in der Goldenen Bulle). Der erste Goldgulden wurde geschlagen.


    Edited once, last by Andicz (January 31, 2014 at 7:25 PM).

  • Der durch den 1386 vom Trierer Erzbischof Kuno von Falkenstein angeregte Münzvertrag zwischen den vier rheinischen Kurfürsten führte zum späteren rheinischen Münzverein. Der Vertrag war auf 10 Jahre bemessen und sah den einheitlichen Schlag von Weißpfennigen und Goldgulden vor. Die Goldprägung wurde auch unter den folgenden Kurfürsten in großer Serie fortgeführt.

    Um 1465 stellte die Bacharacher Münzstätte nach rund 300jähriger Tätigkeit, in der sie einen großen Teil des kurpfälzischen Landes mit Münzen versorgt hatte, für immer ihren Betrieb ein.


    Für den vollständigen Text zur Münzstätte Bacharach empfehle ich die Zusammenfassung von Alfons Glowik:
    http://www.geschichtsverein-bacharach.de/muenzen_muenzstaette.html

    Ebenso diese zwei Beiträge zu in Bacharach geschlagene Nominale:
    http://www.geschichtsverein-bacharach.de/muenzen_weisspfennig.html
    http://www.geschichtsverein-bacharach.de/muenzen.html

    Edited 2 times, last by Andicz (January 31, 2014 at 7:25 PM).

  • Danke für das interessante Thema. Da möchte ich doch gleich auch 2 Münzen dazu stellen

    Kur Pfalz

    Ludwig III 1410-1436

    Heller - Bacharach
    VS : +LVDW = C´P•R´ - Brustbild des Heiligen Petrus r., davor Wappenschild
    RS : M´ - N´ = B´ = A - Pfälzer Wappenschild umgeben mit den Schilden der Münzvereinsmitgliedern Mainz, Trier, Köln und Jülich
    LIT : S Noss 98
    GE : 0,25 g

    Heller - Bacharach
    VS : +LVDW = C´P•R´ - Brustbild des Heiligen Petrus r., davor Wappenschild
    RS : M´ - N´ = B´ = A´ - Pfälzer Wappenschild umgeben mit den Schilden der Münzvereinsmitgliedern Mainz, Trier, Köln und Jülich
    LIT : S Noss 98
    GE : 0,24 g

    Der Heller galt im Rheinischen Münzverein 2 Pfennig

    Edited once, last by Tube (January 29, 2014 at 10:28 PM).

  • Ich danke dir! Eine Frage zu den Stücken, oder grundsätzlich zu den Bacharacher Prägungen: Im Text oben steht ja, dass die Münzstätte sehr fleissig war und in großen Mengen produzierte und versorgte. Spiegelt sich das heute noch in der Menge erhaltener Stücke wider?

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!