Crispus AE Follis mit Trierer Pelzchen auf dem Paludamentum revers

  • Crispus Æ1 Follis, Trier 317/318 n. Chr.

    Av. FL IVL CRISPVS NOB CAES / Drapierte Panzerbüste mit Lorbeerkranz n. r.

    Rv. PRINCIPI I - VVENTVTIS / Caesar in Rüstung mit Hasta und Globus n. r. Im Feld l. und r. T – F. Im Abschnitt BTR.

    Gewicht: 4,41 g. Durchmesser: 19-20 mm. Ref. RIC VII 170 (5a / B4)


    Im Rahmen der Suche nach numismatischem Material für eine geplante Veröffentlichung zur Thematik der sogenannten „Trierer Pelzchen“, einer besonderen Form von Büstenportraits auf Münzen aus der Zeit der Konstantinischen Epoche, die (mit wenigen Ausnahmen) nur im Zusammenhang mit Linksbüsten bei Prägungen aus der Münzstätte Trier auftreten. [1] ist es mir vor kurzem gelungen einen bemerkenswerten und vor allem historisch überaus interessanten AE1 Follis aus der Münzstätte Treveri/Trier zu erwerben, der auf der Rückseite interessante Einzelheiten des Paludamentums aufzeigt, nämlich eien durch Punkte markierte Umrandung des Mantels durch Pelzbesatz, welcher auf die besondere geographische und klimatische Lage der Münzzstätte Trier nördlich der Alpen zurückzuführen ist.

    Das Geburtsjahr von Crispus wird in der modernen Forschung allgemein auf 305 geschätzt, jedoch vor 307. Am 1. März 317 ernannte Konstantin in Serdica, heute Sofia, neue Caesares für das Reich. Für den Westen waren dies Crispus (ca. 12 Jahre alt). Man nimmt an, dass er 317/318 nach Gallien gebracht wurde, wo er die Rheingrenze überwachen sollte. Vermutlich fungierte der Prätorianer-präfekt Vettius Rufinus als Vormund des noch im Kindesalter (ca. 12/13 Jahre) stehenden Crispus und unternahm mit ihm auch erfolgreiche Feldzüge gegen die Franken und Alamannen. [2]

    Sowohl das knabenhafte Büstenportrait auf der Vorderseite, als auch die Umschrift beziehen sich auf das Datum der Erhebung zum Caesar durch seinen Vater Constantinus I am 1. März 317. Da man nicht annehmen kann, das die Prägung vor seiner Ankunft in Treveri/Trier stattgefunden hat, müsste seine Ankunft in Trier bereits Anfang 317 stattgefunden haben, womit der "terminus ad quem" für das Prägedatum Anfang/Mitte 317 wäre.

    [1] Bernhard Woytek, Heads and Busts on Roman Coins. Some Remarks on the Morphology of Numismatic Portraits, in: Revue Numismatique, Lyon 2014, p. 46.

    [2] Eugen Ewig: Die Franken und Rom (3.–5. Jahrhundert). Versuch einer Übersicht. In: Rheinische Vierteljahrsblätter. Band 71, 2007, S. 6

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