Alexander III Drachme - Gussfälschung oder nicht?

  • Hallo zusammen, nach längerer Zeit habe ich mal wieder eine antike Münze bei ebay erworben, eine Alexanderdrachme , nach Münzzeichen wohl von Milet, sieht aus nach Price 2088-2091. Die Abbildung in ebay war etwas unscharf; als ich sie erhalten hatte sind mir gleich die vielen kleinen Löcher in der Oberfläche aufgefallen, ich fand, sie sehen aus wie die oft beschriebenen Gussporen, die auf eine Gussfälschung hinweisen. Ich wollte sie deswegen zurückgeben, der Verkäufer wollte sie aber nicht zurücknehmen mit dem Hinweis, dass er sie bei einem Händler als echt erworben hatte.

    Wie ist euer Eindruck davon? Gäbe es eine andere natürliche Erklärung für die Poren, z.B. eine scharfe Reinigung?

    Vielen Dank im Voraus,

    Silva_Nigra

  • Hallo ischbierra,

    Also, der Durchmesser variiert von 17.1 - 17.8 mm, das Gewicht ist wie erwartet 4 g auf unserer Küchenwaage. Die ist leider nicht genauer, ich nehme die Münze aber morgen mit ins Geschäft und kann sie dort genauer wiegen.

    Der Rand ist nicht glatt und hat keine Naht, ich habe hier mal ein paar Fotos:

    Bei dem Fleck bin ich etwas unsicher, ich glaube es ist Korrosion. Vielleicht siehst du das besser? Ich habe auch nochg mal ein paar Nahaufnahmen mit unterschiedlicher Beleuchtung:

    Und schließlich zur Rückseite, auch da bin ich mir nicht sicher, es sieht halt dunkel aus in den Löchern ;)

    Vielleicht erkennst du als Profi ja mehr... Ich weiß vor allem nicht, ob solche Löcher auch "natürlich" sein können, oder ob das quasi ein Beweis für eine Gussfälschung ist.

  • Die etwas raue und löchrige Oberfläche hatte mich zuerst an eine moderne Gussfälschung erinnert. Als ich jedoch das letzte Photo war mir sofort klar, dass es sich um eine "zeitgenössische" Fälschung in Form einer silberplattierten Drachme handelt, bei der der ummantelte Kupferkern in den Löchern zu sehen ist. Also nichts für ungut. Eine eher selten anzutreffende antike Fälschung. Interessantes Stück!

  • Die etwas raue und löchrige Oberfläche hatte mich zuerst an eine moderne Gussfälschung erinnert. Als ich jedoch das letzte Photo war mir sofort klar, dass es sich um eine "zeitgenössische" Fälschung in Form einer silberplattierten Drachme handelt, bei der der ummantelte Kupferkern in den Löchern zu sehen ist. Also nichts für ungut. Eine eher selten anzutreffende antike Fälschung. Interessantes Stück!

    Vielen Dank euch beiden für die interessanten und hilfreichen Erklärungen - und auch für die links. Wieder mal viel gelernt - u.a., dass es auch noch den Ausdruck ὑποχάλκος für subaeratus oder Fourrée gibt. In diesem Fall behalte ich diese Münze natürlich gerne und gebe sie nicht zurück.

    Ich hatte die Münze heute zwar zum Wiegen mit ins Geschäft genommen, aber leider auch ungewogen wieder mit zurück gebracht, weil ich dort doch zu sehr abgelenkt war. Aber ich werde nächste Woche das Gewicht noch nachtragen, das ist ja durchaus auch noch wichtige Information.

    Beste Grüße und Ευχαριστώ πολύ

    Silva_Nigra

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