Remagen

      Die Kleinstadt Remagen am Rhein in Rheinland-Pfalz liegt mir am Herzen – hier wurde ich geboren, meine Eltern gaben sich 1956 in der Apollinariskirche das „Ja-Wort“ und somit gehört die Stadt zu meinem ganz persönlichen Dreiklang in meiner Stich-Sammlung: Remagen (Geburt) – Sinzig (Heimat) – Köln (Lieblingsstadt). So nahm die komplette Sammlung ihren Anfang.

      Der Ort Remagen geht auf ein römisches Kastell zurück, das vor gut 2000 Jahren errichtet wurde (um das Jahr 3 n. Chr.), und nach dem ursprünglich keltischen Namen Rigomagos, latinisiert Rigomagus, benannt wurde. Nach 274/275 wurde das Kastell zur Festung ausgebaut. Frühe Christen und die Existenz einer Kirche werden für das 5. Jahrhundert nachgewiesen.

      Drei Schenkungen des Königs Lothar I. an das Kloster Lorsch in Regomago bzw. in regomensi marca zwischen 770 und 773 gelten als erstmalige Erwähnungen Remagens im Mittelalter. Am 28. Juni 856 wird Remagen in einer Schenkungsurkunde König Lothars II. erwähnt. Ungefähr im Jahr 1000 hatten mehrere Klöster Besitz in Remagen. Für 1003 ist eine Kirche in Remagen erwähnt.
      Im 11. Jahrhundert gelangte eine in Remagen geschlagene Silbermünze bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt. Andere Münzen sind in Schatzfunden in den Ländern rund um die Ostsee. Eine genauere Aufarbeitung der Münzen von Remagen ist aber noch ausstehend.

      1158 und 1189 wurde der rechtliche Status einer mittelalterlichen Stadt erreicht. Zu 1221 bezeichnet sich die Remagener Stadtgemeinde als civitas libera (freie, d.h. von niemandem sonst als dem deutschen König abhängige) Stadtgemeinde.



      Apollinariskirche
      Stahlstich - Lange, Poppel - Darmstadt 1846


      Um das Jahr 1110 errichteten die Benediktiner der Abtei Michaelsberg von Siegburg auf Initiative und mit großer Unterstützung der Bevölkerung von Remagen eine Propstei. 1164 soll der Kölner Erzbischof Reinald von Dassel dieser Propstei Reliquien des heiligen Apollinaris übereignet haben. Die früheste urkundliche Erwähnung des Heiligen in Remagen stammt aus dem Jahr 1295. Seit dem Jahr 1384 ist auf dem Apollinarisberg eine Wallfahrt bezeugt. Der Sarkophag mit der Hauptreliquie in der Krypta der Kirche stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert.



      Apollinariskirche
      Stahlstich - Klimsch, Mayer - 1870


      Im Zug der Napoleonischen Kriege und der Säkularisation wurde 1802 die Propstei der Benediktiner aufgehoben. Nach der Aufhebung kauften 1807 die Brüder Sulpiz und Melchior Boisserée das gesamte Anwesen. Sie versteigerten im August 1836 den Besitz für 24.200 Taler an den Freiherrn Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim, der 1840 in den Grafenstand erhoben wurde. Seine Pläne, in der vorhandenen alten Kirche ein Hauptwerk der neuen religiösen Malerei anzubringen, ließ sich nicht durchführen, da die Kirche baufällig war. Daher entschied er, die Kirche abzureißen und durch eine neue zu ersetzen. Die Grundsteinlegung war am 22. Juli 1839 und am 24. März 1857 wurde sie eingeweiht. Der Düsseldorfer Architekt Rudolf Wiegmann legte für den Bau einen Entwurf im neuromanischen Rundbogenstil vor.



      Apollinariskirche
      Holzstich - Ansichtenwerk - 1880


      Quelle: wikipedia

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