Merseburg

      Die erste schriftliche Erwähnung Merseburgs in Sachsen-Anhalt erfolgte in den Jahren 880/899. Nach 919 wurde der Ort von König Heinrich I. zu einer Pfalz ausgebaut. Heinrich hatte die Tochter des Merseburger Grafen Erwin geheiratet, so dass der Ort in die Herrschaft des sächsischen Herrschaftshauses gelangte. Er verstärkte die Befestigungsanlagen auf dem Burgberg und ließ nach seinem Sieg gegen die Ungarn bei Riade den Speisesaal mit Fresken ausschmücken. Zugleich siedelte er als Verstärkung die sogenannte Merseburger Schar, die aus Freigelassenen bestand, bei der Burg an.

      Im Jahr 955 gelobte König Otto I., nachdem er in der Schlacht auf dem Lechfeld die Ungarn endgültig geschlagen hatte, ein Bistum zu gründen. Daraufhin wurde von ihm und auf Betreiben der Synode von Ravenna 968 das Bistum Merseburg gegründet. Das Bistum wurde allerdings bereits 981 wieder aufgelöst und erst 1004 von Kaiser Heinrich II. erneut gegründet. Bis zur Reformationszeit sollte Merseburg nun Bischofssitz und ein bedeutendes religiöses Zentrum an der östlichen Grenze Deutschlands bleiben, nachdem das Gebiet zuvor zum Bistum Halberstadt gehört hatte.



      Dom St. Johannes der Taeufer und Laurentius
      Lithographie - Saxonia - Arldt, Wunderlich - 1840


      Der Grundstein für den Bau des Merseburger Dom St. Johannes der Täufer und Laurentius wurde am 8. Mai 1015 durch den Bischof Thietmar von Merseburg (Thietmar von Walbeck) gelegt. Die erste Weihe des viertürmigen Kirchbaus auf das Laurentiuspatrozinium fand am 1. Oktober 1021 in Anwesenheit Heinrichs II. statt. Nach zwei Einsturzunglücken und nach dem Wiederaufbau erfolgte 1042 eine zweite Weihe. Neben der nach 1036 begonnenen Krypta sind vom ursprünglichen romanischen Baukörper nur noch Teile erhalten, und zwar die runden Chorbegleittürme aus der Mitte des 11. Jahrhunderts, die Untergeschosse der Westtürme und die unteren Wandteile des Querschiffs mit den beiden östliche Apsiden.



      Dom St. Johannes der Taeufer und Laurentius
      Stahlstich - Wuerbs, Hablitscheck - Darmstadt 1845


      Durch den Merseburger Bischof Werner von Wolkenburg wurde, wohl in Vollendung des ursprünglichen Baukonzeptes, der Bau eines fünften Turmes über der Vierung eingeleitet, der allerdings 1230 einstürzte. Besagtem Bischof ist auch geschuldet, dass Rudolf von Rheinfelden, der 1080 einer in der Schlacht bei Hohenmölsen erlittenen Verwundung erlegen war, seine Grablege im Merseburger Dom fand, obwohl der Tod des gebannten Gegenkönigs (1077-1080 gegen Heinrich IV.) von nicht wenigen Zeitgenossen als Gottesurteil angesehen wurde.

      Durch spätere Umbauten, vor allem in der Zeit zwischen 1510 und 1517 unter Thilo von Trotha, ist der Dom im Stil der Spätgotik überformt. Aus der basilikalen Anlage des Langhauses wurde dabei eine Hallenkirche.

      Quelle: wikipedia

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Andicz“ ()

    -