Köln

      „Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia“ (Willy Ostermann)



      Köln, Stadtplan
      Holzstich – Meyers Konversations-Lexikon – Leipzig 1890


      Heute möchte in einen kurzen Abstecher zum Buchstaben „K“ machen. Da ich Köln (wie auf den Stichen beschrieben) unter „C“ wie Cöln einsortiert habe, kommt es bereits heute an die Reihe.

      Köln in Nordrhein-Westfalen wurde in römischer Zeit unter dem Namen Oppidum Ubiorum gegründet und als Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) zur Stadt erhoben. Der Name geht auf die römische Kaiserin Agrippina zurück. Die Stadtrechte wurden offiziell am 8. Juli 50 verliehen. In der Römerzeit war es Statthaltersitz der Provinz Germania inferior. Um 80 n. Chr. erhielt Köln mit der Eifelwasserleitung einen der längsten römischen Aquädukte überhaupt.

      Auch im Frühmittelalter war Köln eine bedeutende Stadt. Um das Jahr 455 eroberten die Franken die zuvor römische Stadt. Bis Anfang des 6. Jahrhunderts war Köln Hauptort eines selbständigen fränkischen Teilkönigreiches, ging anschließend im Reich Chlodwigs I. auf, bewahrte sich aber starke Eigenständigkeit im Gebiet der Ripuarier. Die romanische Bevölkerung lebte lange Zeit parallel zu den fränkischen Eroberern in der Stadt. Im Laufe des 6. bis 8. Jahrhunderts kam es zu einer vollständigen Akkulturation zwischen den beiden Bevölkerungsteilen. Die wechselseitige Beeinflussung der fränkischen und lateinischen Dialekte ist anhand von Quellen nachweisbar. Die Franken übernahmen rasch kulturelle Errungenschaften der römischen Stadtbevölkerung, zum Beispiel im Bereich der Bautechnik oder der Glasherstellung. Gegen Ende der Merowingerzeit war Köln Residenzstadt. Spätestens ab karolingischer Zeit war der Bischof beziehungsweise Erzbischof von Köln eine der bedeutendsten Personen im Reich.

      Unter den Ottonen spielte Köln eine wichtige Rolle bei der Annäherung des ostfränkisch-deutschen Reichs an das Byzantinische Reich, seit die Kaiserin Theophanu, gebürtige Griechin und Gattin Ottos II., dort als Reichsverweserin residierte. Ab dem 10. Jahrhundert setzte eine Serie von Stiftsgründungen ein, die den romanischen Kirchenbau einläuteten. In der Folge errang Köln unter der Führung bedeutender, auch politisch versierter Erzbischöfe einen unangefochtenen Rang als geistliches Zentrum. Der Erzbischof von Köln war auch Kurfürst des Mitte des 10. Jahrhunderts gegründeten Erzstiftes und Kurfürstentums Köln. Die Überführung der Gebeine der Heiligen drei Könige von Mailand nach Köln durch den Erzbischof Rainald von Dassel im Jahr 1164 machte die Stadt zu einem wichtigen Ziel für Pilger.

      Köln wurde im Hochmittelalter mit etwa 40.000 Einwohnern größte Stadt Deutschlands, so dass die Stadtbefestigungen mehrfach erweitert werden mussten. Seit Anfang des 10. Jahrhundert führte Köln neben Jerusalem, Konstantinopel und Rom die Bezeichnung Sancta im Stadtnamen: Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis Filia – Heiliges Köln von Gottes Gnaden, der römischen Kirche getreue Tochter. Der Name Dat hillige Coellen oder die hillige Stat van Coellen war ein Begriff dieser Zeit. Noch heute heißt Köln im Volksmund „et hillije Kölle“. Es wurde beschlossen, ein unerreicht großes und beeindruckendes Gotteshaus zu errichten, um den Reliquien einen angemessenen Rahmen zu geben. Die Grundsteinlegung des Kölner Domes erfolgte 1248.

      Am 7. Mai 1259 erhielt Köln das Stapelrecht, das den Kölner Bürgern ein Vorkaufsrecht aller auf dem Rhein transportierten Waren sicherte und so zum Wohlstand der Kölner Bürgerschaft beitrug. Die jahrelangen Kämpfe der Kölner Erzbischöfe mit den Patriziern endeten 1288 vorläufig durch die Schlacht von Worringen. Fortan gehörte die Stadt nicht mehr zum Erzstift, und der Erzbischof durfte sie nur noch zu religiösen Handlungen betreten. Die offizielle Erhebung zur Freien Reichsstadt dauerte allerdings noch bis 1475. Die Auseinandersetzungen zwischen dem patrizischen Rat und den nicht im Rat vertretenen Zünften führte am 20. November 1371 zum blutigen Kölner Weberaufstand. 1396 wurde durch eine unblutige Revolution die Patrizierherrschaft in Köln endgültig beendet. An ihre Stelle trat eine ständische Verfassung, die sich auf die Organisation der Gaffeln stützt.

      Ab 1500 gehörte Köln zum neu geschaffenen Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis, das Umland (Kurköln) hingegen zum 1512 neu geschaffenen Kurrheinischen Reichskreis. 1582 sagte der Kölner Erzbischof Gebhard Truchsess von Waldburg sich von der katholischen Kirche los und heiratete die protestantische Stiftsdame Agnes von Mansfeld. Er wurde daraufhin von Papst Gregor XIII. exkommuniziert.

      Es kam zum Truchsessischen Krieg (auch Kölner Krieg), der von 1583 bis 1588 dauerte und in dessen Verlauf Deutz, Bonn und Neuss verwüstet wurden. Der Krieg gab in seiner Zerstörungskraft einen Vorgeschmack auf die kommenden konfessionellen Auseinandersetzungen in Deutschland. Der Dreißigjährige Krieg ließ die Stadt aber unversehrt. Das lag zum Teil daran, dass sich die Stadt durch Geldzahlungen an heranziehende Truppen von Belagerungen und Eroberungen freikaufte. Köln verdiente an dem Krieg durch Waffenproduktion und -handel prächtig.

      Mit dem Einzug der französischen Truppen am 6. Oktober 1794 während der Koalitionskriege endete die Geschichte der freien Reichsstadt. Wie das gesamte linksrheinische Gebiet wurde die Stadt Bestandteil der französischen Republik. Die Kölner standen loyal zum Kaiserreich Napoleons. Bei seinem Besuch der Stadt am 13. September 1804 wurde er begeistert empfangen. Nach den Befreiungskriegen wurde die Stadt Köln mit dem Rheinland infolge des Wiener Kongresses 1815 Teil des Königreichs Preußen.

      Nach dem Ende des Kaiserreichs 1918 verkündete das Städtische Nachrichtenamt unter dem Oberbürgermeister Konrad Adenauer am 1. Februar 1919:
      „Der Städtenamen Köln wird von jetzt an im Bereich der städtischen Verwaltung wieder mit K geschrieben.“

      Quelle: wikipedia

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      Da ich einige Stiche zu Köln besitzte, verfahre ich auch hier alphabetisch. Beginnen wir also mit einer der berühmten „Romanischen Kirchen in Köln“.

      Die Basilika St. Andreas befindet sich im Stadtteil Altstadt-Nord und ist wenige Gehminuten vom Dom entfernt. Die Kirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika, die romanische wie gotische Elemente enthält. Der Standort von St. Andreas geht vermutlich auf eine frühchristliche Kapelle mit dem Namen St. Matthaeus in fossa („St. Matthäus am Graben“) zurück.

      Historische Dokumente belegen in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts die Gründung eines dem Hl. Andreas gewidmeten Chorherrenstifts; das von Erzbischofs Bruno initiierte frühromanische Kirchengebäude mit Krypta wird von Erzbischof Gero im Jahr 974 auf St. Andreas als Schutzpatron geweiht.

      Der heutige Bau geht auf einen spätromanischen Bau aus dem 12. Jahrhundert zurück; im 14. Jahrhundert wurde das Bauwerk um einen gotischen Chor und gotische Kapellen erweitert. Ein Jahrhundert später wurden der romanische Ostchor und die Krypta zu Gunsten eines gotischen Hochchors abgerissen. Weitere dem jeweils aktuellen Baustil geschuldete Umbauten folgten später. Signifikant ist der Vierungsturm mit seinem Faltdach.



      St. Andreas
      Stahlstich - Lange, Hablitscheck - Darmstadt 1840


      Quelle: wikipedia

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      St. Aposteln, eine weitere der zwölf romanischen Kirchen Kölns, liegt in der Innenstadt am Neumarkt. Der heutige Kirchenbau ist nicht der erste Bau an dieser Stelle. Wie bei anderen romanischen Kirchen in Köln soll es auch bei St. Aposteln an der Stelle der heutigen Basilika einen ersten Kirchenbau schon gegen Ende des 9. Jahrhunderts gegeben haben, was aber nicht verbürgt ist. Sicher ist, dass hier im 10. Jahrhundert ein Stift gegründet wurde. Dessen historisch gesicherte erste Apostelkirche war wohl ein relativ einfacher Bau.

      Anfang des 11. Jahrhunderts wurde ein großer salischer Neubau errichtet. Der Bau war nach Westen gerichtet, er hatte also seinen Chor mit dem Hauptaltar im Westen, an der Stelle des heutigen Hauptturms. Das ist in christlichen Kirchen unüblich: Die meisten Kirchen sind geostet, haben also ihren Altarraum, den Chor, im Osten – dort wo die Sonne aufgeht. Die Kölner Apostelnkirche des 11. Jahrhunderts bezog sich mit dieser westlichen Ausrichtung wie auch andere Kölner Kirchen auf ein großes Vorbild, nämlich auf die Peterskirche in Rom, die auch bis heute gewestet ist. Von diesem salischen Pilgrimbau, der auch die Grundmaße der heutigen Kirche bestimmt, sind noch wenige Teile erhalten.

      St. Aposteln änderte sich im ausgehenden 12. Jahrhundert sowohl in seiner Baugestalt als auch in seiner Ausrichtung: Es hatte sich ein Wechsel in der religiösen Liturgie ergeben, der einen Westchor nicht mehr erforderte, sondern sich nach Osten orientierte. In St. Aposteln wurde um 1150 herum zunächst ein neuer Westchor errichtet. Man schüttete die Krypta des alten salischen Westchores zu und errichtete auf ihr einen 67 m hohen Westturm. Rund 50 Jahre später um das Jahr 1200 herum, wieder nach einem Brand (1192), wurde nun mit dem Bauteil begonnen, dem Aposteln seine Bedeutung verdankt, dem ausgereiftesten und imposantesten Drei-Konchen-Chor Kölns und damit der Kunstgeschichte überhaupt und zugleich einem der faszinierendsten Architektur-Schaubilder.



      St. Aposteln
      Stahlstich - Tombleson, Cleghorn - 1830





      St. Aposteln
      Stahlstich - Lemaitre - 1838





      St. Aposteln mit Richmodisturm
      Stahlstich - Lange, Poppel - Darmstadt 1850





      St. Aposteln
      Stahlstich - Ansichtenwerk - 1870





      St. Aposteln
      Holzstich - Wagner, Puettner - 1870


      Quelle: wikipedia

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      Kommen wir zu St. Gereon, eine weitere Basilika des romanischen Zwölferkreises. In ihrem Kern sind noch erhebliche Reste eines spätantiken Konchenovalbaus aus der Mitte des 4. Jahrhunderts erhalten, der zu den bedeutendsten Zeugnissen antiker Repräsentationsarchitektur nördlich der Alpen zählt. Sie ist damit neben dem noch etwas früheren Trierer Dom und der allerdings erst seit 1856 als Kirche genutzten Trierer Konstantinsbasilika eine der ältesten noch bestehenden Kirchen auf deutschem Boden. Ihre ersten Erwähnungen finden sich in einem Gedicht aus dem Zeitraum von 565-573 entstand, und wenig später bei Gregor von Tours um 590. Der stauferzeitliche Bau ist der größte frei überwölbte Zentralbau des Mittelalters nördlich der Alpen.

      Auf der Nordwest-Nekropole des römischen Köln entstand im 4. Jahrhundert über einem rechteckigen Grabbau (Memoria) der gewaltige spätantike Ovalbau von St. Gereon. Die unsichere Datierung beruht unter anderem auf dem Fund eines fragmentierten Isis-Weihesteins samt einer Münze aus der Zeit nach 345.

      Ab dem 5. oder 6. Jahrhundert ist mit einer kirchlichen Nutzung zu rechnen. Die Kirche trug den Namen „Zu den Goldenen Heiligen“ (ad sanctos aureos). In der Merowingerzeit war St. Gereon die bedeutendste fränkische Königskirche des östlichen Reichsteils. Möglicherweise diente die Kirche in fränkischer Zeit auch als Grablege fränkischer Könige. Auch Kölns erster Erzbischof Hildebold wurde nach seinem Tod im Jahre 818 hier bestattet.

      Seit 839 ist die Kirche als Stiftskirche bezeugt. Für die Mitglieder des Stifts, adlige Kanoniker oder Stiftsherren wurde 1067/69 ein neuer längerer Chor gebaut und eine neue Krypta durch Erzbischof Anno errichtet. 1156 entstand unter Erzbischof Arnold II. von Wied die Chorapsis mit den beiden Flankentürmen. 1190 wurden Reliquien der thebäischen Märtyrer aus den Nischen der Ovalbaus in die Krypta überführt. Ein Jahr später wurde der Gereonsaltar geweiht. Das 1219-1227 errichtete Dekagon war zur Zeit seiner Entstehung der größte freitragend überwölbte Zentralbau nördlich der Alpen.

      Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden an der Südseite des Dekagons die spätromanische Taufkapelle, und 1315 wurde die Sakristei angebaut. Im späten 14. Jahrhundert wurden die Gewölbe des Langchors erneuert.



      St. Gereon
      Stahlstich - Lange, Poppel - Darmstadt 1835





      St. Gereon
      Stahlstich - Ansichtenwerk - 1870


      Quelle: wikipedia

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      Vor der Fertigstellung des gotischen Doms im Jahr 1880 beherrschte Die dreischiffige romanische Basilika Groß St. Martin mit ihrem kleeblattförmigen Ostchor und dem quadratischen Vierungsturm mit vier Ecktürmchen das Kölner Rheinpanorama.

      Das Gelände um Groß St. Martin gehörte ursprünglich zu einer dem römischen Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) vorgelagerten Rheininsel östlich des Prätoriums. Ausgrabungen in den Jahren 1965/1966 und 1973 bis 1979 ergaben, dass es seit dem ersten Jahrhundert n. Chr. bebaut war.

      Für die Gründung von St. Martin vor dem 10. Jahrhundert gibt es keine Zeitzeugnisse. Als gesichert gilt heute die im Lorscher Codex erwähnte Gründung durch den Kölner Erzbischof Brun (953-965) als Chorherrenstift zu Ehren von Martin von Tours. Brun führte die Martinskirche in seinem Testament unter den zu berücksichtigenden Kirchen auf und beschenkte sie bereits zu Lebzeiten mit den Reliquien des St. Eliphius, der zum zweiten Patron von Groß St. Martin wurde; seine Reliquien wurden von Toul in das neu gegründete Stift übertragen. Das Stift wurde durch Schenkungen im Jahre 989 in ein Schottenkloster umgewandelt, welches durch irische Benediktiner („Schotten“) bewohnt wurde. Die Einführung der Schotten in Groß St. Martin fällt zwischen die ersten irischen Niederlassungen in merowingisch-karolingischer Zeit und die sich seit Mitte des 11. Jahrhunderts um Regensburg gruppierende Kongregation von benediktinischen Schottenklöstern.

      1150 vernichtete ein Stadtbrand die Rheinvorstadt, dabei wurde auch die Kirche des Benediktinerklosters in Mitleidenschaft gezogen. Das genaue Schadensausmaß ist nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, dass der Brand zum Anlass genommen wurde, den beschädigten Bau komplett abzureißen. In einem ersten Bauabschnitt wurde der Trikonchos erbaut, der einzige bis heute fast unverändert erhaltene Teil, da Vierungsturm, Langhaus und Westabschluss im Rahmen späterer Planungen immer wieder umgebaut wurden.

      Nach der Vollendung der Basilika im 13. Jahrhundert wurden bis ins 19. Jahrhundert kaum Modifikationen an der Bauform vorgenommen. Eine Ausnahme bilden Wiederherstellungsmaßnahmen, von denen in den folgenden Jahrhunderten vor allem am Vierungsturm etliche notwendig wurden. Im Jahr 1378 zerstörte ein Feuer das Dach des Vierungsturms, das anschließend mit Hilfe von gestifteten Finanzmitteln, allerdings wohl nur notdürftig, erneuert wurde. Ein schwerer Sturm verursachte 1434 weitere Schäden. Drei der vier Giebel des Turms wurden heruntergeweht. Während ein Giebel auf die umliegenden Gebäude des Fischmarktes stürzte, schlugen zwei direkt in die Gewölbe über dem Hochaltar. Die Gewölbe wurden bald wieder instand gesetzt und eine Glocke mit der Jahreszahl 1436 eingehängt. Statt neuer Giebel am Turm entstand in den Jahren zwischen 1450 und 1460 die charakteristische gotische Knickpyramide als Dach.



      Groß St. Martin
      Stahlstich - Lemaitre - 1838





      Groß St. Martin
      Stahlstich - Lemaitre - 1838





      Groß St. Martin
      Stahlstich - Tombleson, Harris - 1850





      Groß St. Martin
      Holzstich - Ansichtenwerk - 1880


      Quelle: wikipedia

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      Eine der schönsten romanischen Kirchen in Köln ist die Basllika St. Maria im Kapitol. Der Namenszusatz im Kapitol weist auf die zuvor an der Stelle befindliche römische Tempelanlage hin. An der Stelle der heutigen St. Maria im Kapitol, einer kleinen Erhebung in Rheinnähe südlich des Domhügels, wurde im 1. Jahrhundert nach Christus im damaligen Köln der Römerzeit ein Tempel für die Kapitolinischen Trias Jupiter, Juno und Minerva, also die bedeutendsten der römischen Gottheiten, errichtet. Anlass zum Bau war die Erhebung zur Colonia römischen Rechts gewesen. Anders als üblich stand dieser Haupttempel der Colonia Claudia Ara Agrippinensium nicht am Forum der Stadt, sondern oberhalb des Rheins am südwestlichen Stadtrand.

      Nachdem Mitte des 5. Jahrhunderts die Franken Köln erobert hatten, ging der öffentliche Besitz aus römischer Zeit in die Hände der fränkischen Könige und ihres Umfelds über. Im Bereich des Kapitolshügels haben vermutlich die fränkischen Hausmeier ihren Kölner Sitz gehabt.

      Im Winter 881/882 drangen die Normannen bei einem ihrer Raubzüge auf dem Rhein bis nach Bonn und Köln vor. Bei der Plünderung der Stadt brannte laut historischen Berichten auch St. Maria im Kapitol nieder. Archäologische Befunde für die berichteten großen Zerstörungen in diesen beiden Städten gibt es bislang nicht.

      Die Kirche stammt in ihrer heutigen Gestalt aus dem 11. Jahrhundert. Bemerkenswert an der Kirche sind der Westbau, der Chorabschluss als früheste abendländische Dreikonchenanlage, die Krypta sowie die Reste der mittelalterlichen Ausstattung. Auffallend und für die damalige Zeit ungewöhnlich sind die drei Konchen, die dem Grundriss der Geburtskirche in Betlehem folgen. Die unter der Kirche gelegene Krypta hat fast die Ausmaße der des Speyerer Doms.



      St. Maria im Kapitol
      Stahlstich - 1840





      St. Maria im Kapitol
      Stahlstich - Lange, Riegel - Darmstadt 1844


      Quelle: wikipedia

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      Mal zur Abwechslung eine Kirche, die nicht zu den romanischen gehört.

      Die katholische Minoritenkirche (St. Mariä Empfängnis) am Kolpingplatz in Köln ist ein Kirchengebäude aus dem 13. Jahrhundert. In der für Franziskaner typischen Bauweise dieser Zeit wurde sie als langgestreckter gotischer Bau angelegt. Von 1245 bis etwa 1260 entstand der frühgotische Chor, das dreischiffige Langhaus wurde im 14. Jahrhundert vollendet.

      Als ab 1794 Revolutionstruppen Köln besetzten, diente die Kirche als Speicher und verfiel zusehends; nach der Vertreibung der Franziskaner, deren kölnische Provinz von der napoleonischen Besatzungsmacht 1804 aufgehoben und erst 1929 wiedererrichtet wurde, nutzte sie die Armenverwaltung der Stadt Köln ab 1808 im Rahmen der Säkularisation als Anstalts- und Hospitalkirche.



      Minoritenkirche
      Stahlstich - Lange, Poppel - Darmstadt 1844


      Quelle: wikipedia

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      Hallo Andreas

      :love: :love: :love:

      Andicz schrieb:

      Seit dem 12. Jahrhundert führte Köln neben Jerusalem, Konstantinopel und Rom die Bezeichnung Sancta im Stadtnamen
      Das kann ich so nicht stehen lassen ;)

      Nicht im Münz-Board geschaut

      Zitat von »justus«
      Seit dem 12. Jahrhundert führte Köln
      Na das kann ich so nicht stehen lassen

      Das Sancta Colonia ist auf Münzen seit Ludwig dem Kind 900-911 bezeugt ( Häv 20 ) Siehe dazu auch mein fast identisches Stück von Karl dem Einfältigen ( Häv 23 vorgestellt in Beitrag 7 ) Siehe auch die Prägungen Erzbischof Pilgrim mit Kaiser Konrad 1027-1036 ( Beitrag 13 ) Es wird zwar immer wieder mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige in Verbindung gebracht, kann aber nicht sein wie die Münzen bezeugen.

      Manchmal irrt auch wikipedia.

      Tube schrieb:

      Zitat von »wpmergel«
      Das kannst Du seslber ändern - einfach als Autor registrieren und drauf los korrigieren.
      Warum? Die Leute können doch im Münz-Bord nachschauen
      :D


      Und zum Stich St. Aposteln Stahlstich - Lange, Poppel - Darmstadt 1850, möchte ich noch rechts auf den Turm ( Richmodisturm ) aufmerksam machen.


      Siehe hier

      de.wikisource.org/wiki/Das_Hau…en_Schimmeln_in_K%C3%B6ln
      de.wikisource.org/wiki/Das_Hau…_K%C3%B6ln<b><font color=
      Gehe ich recht in der Annahme das heute noch mehr kommt? Freue mich schon drauf, einfach wunderschön. :red:
      Tja, da seht man mal wieder. Das Forum ist eine verdammt gute Informationsquelle!!!
      Man muss die entsprechenden Abschnitte nur finden :rolleyes:

      Danke für die Richtigstellung! Müsste man in wikipedia dann auch mal richtig stellen. Wäre doch eine schöne Aufgabe für dich :thumbsup:

      Freut mich, das (besonders) dir die Stücke gefallen! Heute ist leider Schluss...
      Morgen kommt der nächste Abschnitt: Der Kölner Dom. Das sind dann schon wieder einige viele Stiche... die muss ich morgen erstmal scannen. Und auch danach ist noch nicht Schluss. Also freu dich auf mehr!!!

      EDIT: Richmodisturm ist in der Beschreibung ergänzt!
      Nun kommen wir zu einer der bedeutendsten Kathedralen der Christenheit – die Hohe Domkirche St. Petrus zu Köln.

      Das zweithöchste Kirchengebäude Europas sowie das dritthöchste der Welt steht rund 250 Meter vom Rhein entfernt an der nördlichen ehemaligen römischen Stadtgrenze und beeindruckt seit seiner Vollendung im Jahr 1880 Besucher aus aller Welt. Der Dom gehört zu den größten gotischen Kathedralen der Welt und wird von Kunsthistorikern als eine einmalige Harmonisierung sämtlicher Bauelemente und des Schmuckwerks im Stil der spätmittelalterlich-gotischen Architektur gesehen. Doch eben zu dieser Vollkommenheit sollte der Dom (nach Baubeginn am 15. August 1248 ) erst 632 Jahre später gelangen...

      Der Domplatz war schon in frühchristlicher Zeit ein heiliger Ort. Im späten 4. oder im 5. Jahrhundert entstand unter dem Chor des heutigen Domes ein 30 bis 40 m langer Apsidenbau, vielleicht schon eine erste Kirche. Abgelöst wurde dieses Gebäude noch im 5. oder spätestens im frühen 6. Jahrhundert durch eine ähnlich dimensionierte Architektur, in die in den 530er-Jahren reiche fränkische Fürstengräber eingebracht wurden. Aus dem 6. Jahrhundert befinden sich östlich des heutigen Domchores noch die Überreste eines frühchristlichen Baptisteriums (ein von einer Kirche abgetrennter Taufraum). Erhalten ist das achtseitige Taufbecken (Taufpiscina). Wahrscheinlich wurde das Baptisterium im 9. Jahrhundert beim Bau des alten Domes (Hildebold-Dom) abgerissen und durch einen in der Kirche aufgestellten Taufstein ersetzt.

      Der Alte Dom oder Hildebold-Dom war der unmittelbare Vorgängerbau des heutigen Domes. Er wurde am 27. September 873 geweiht. Erzbischof Hildebold war zu dieser Zeit bereits seit langem verstorben. Als Bauherr und als Stifter kommt er vielleicht noch für Teile der dem Alten Dom vorausgehenden letzten Umbauphase des Domes aus der Merowingerzeit in Frage, insbesondere für dessen Westteil mit dem sogenannten St.-Galler-Ringatrium. Vielleicht war er aber auch tatsächlich der Begründer des Alten Domes, der nach den archäologischen Quellen ab 800 entstanden sein könnte.

      Mitte des zwölften Jahrhunderts setzte sich in den großen europäischen Metropolen der Christen eine neu Mode in der Architektur durch: die Gotik. Die Massigkeit und demütige Schwere der romanischen Kirchen wurde von der neuen, aus Frankreich stammenden Bauweise Stück für Stück verdrängt. Wände verschwanden, Licht durchflutete die Kathedralen und machte sie zum Abbild des himmlischen Jerusalem. Auch wenn in Deutschland noch bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts im spätromanischen Stil gebaut wurde, war diese neue Mode nicht aufzuhalten.

      Am 23. Juli 1164 bekam der Kölner Erzbischof und Reichskanzler Rainald von Dassel ein bedeutendes Geschenk seines Herrn Kaiser Friedrich I. (Barbarossa): Während des Eroberungskrieges des Kaisers gegen die lombardischen Städte wurde Mailand 1162 größtenteils zerstört. Die Stadt wurde geplündert, die Reliquien der Heiligen Drei Könige gelangten im Gepäck Rainhalds von Mailand nach Köln. Dem enormen Pilgeransturm durch diese bedeutende Reliquie war der Hildebold-Dom schnell nicht mehr gewachsen – 1225 wurde ein Neubau beschlossen. Im Jahre 1248 sollte der Alte Dom nach und nach abgerissen werden, um mit dem Bau des neuen gotischen Domes beginnen zu können. Jedoch brannte bei dem Versuch, nur den Ostchor mit Brandabbruch abzureißen, beinahe der gesamte Bau ab. Die Westteile wurden provisorisch wiederhergestellt, damit in ihnen Messen gefeiert werden konnten. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau des heutigen Kölner Domes nach einem Plan des Dombaumeisters Gerhard von Rile begonnen. Als Steinbruch nutzte man den Drachenfels.



      Kölner Dom, Dreikönigenschrein
      Kolorierter Druck, undatiert


      1265 war der Kapellenkranz bis in die Gewölbe fertiggestellt. 1271 starb Meister Gerhard einen rätselhaften Tod, der bis heute nicht aufgeklärt wurde... 1277 weihte Albertus Magnus den Altar der Domsakristei. Um 1280 entstand der über 4 Meter hohe und 1,66 Meter breite Plan der Westfassade.

      upload.wikimedia.org/wikipedia…/WP_Kölner_Dom_Riss_F.jpg

      Dieser sogenannte „Fassadenriss F“ wurde wahrscheinlich vom damaligen Dombaumeister Arnold gezeichnet. Dieser Plan spielte bei der Fertigstellung des Dom im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle, doch dazu kommen wir später.

      Zwischen 1304 und 1311 wurden die 17,15 Meter hohen Fenster des Oberchores eingesetzt. Die Weihe des Chores erfolgte am 27. September 1322, zugleich wurden die Reliquien der Heiligen Drei Könige dorthin überführt. Um 1331 wurde das Fundament für die südlichen Seitenschiffe des Langhauses ausgehoben. 1410 erreichte der Südturm das zweite Geschoss, doch dieser sollte nicht vollendet werden: eine Glocke wurde in den unfertigen Turm eingehängt und die Arbeiten danach weitgehend eingestellt.

      Nun ereilte den Dom ein Schicksal, das jede Stilepoche früher oder später erleben muss: die Gotik war „out“. Die Renaissance verbreitete sich von Florenz aus, ebenso der damit verbundene Humanismus. Der Mensch entdeckte sich, die ästhetischen Vorstellungen änderten sich. Immer weniger Geld floss in die Baustelle. Um 1500 fand noch die Grundsteinlegung des Nordturms statt, dann aber wurden die Arbeiten nach und nach eingestellt bis von einem weitgehenden Baustopp im Jahr 1530 ausgegangen wird. Von nun an bestimmte der unfertige Kölner Dom (mit dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Baukran auf dem unvollendeten Südturm) 300 Jahre neben Groß St. Martin die Silhouette der Stadt.

      Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die mittlerweile verschollenen Pläne der Westfassade wiedergefunden. Die eine Hälfte entdeckte Georg Moller 1814 durch Zufall auf einem Dachboden in Darmstadt. Die zweite Hälfte fand der Architekturhistoriker Sulpiz Boisserée in Paris. Die Verwirklichung der mächtigen doppeltürmigen Westfassade war nun nach Original-Plänen möglich. Sulpiz Boisserée war der bedeutendste Förderer der Vollendung des Kölner Domes. Seine Fertigstellung erlebte er leider nicht. Gepaart mit dem Geist der Romantik und der Wiederentdeckung des Mittelalters, setzten sich die Befürworter gegen die Kritiker durch: am 4. September 1842 konnte durch den preußischen-protestantischen König Friedrich Wilhelm IV. und den Koadjutor und den späteren Erzbischof Johannes von Geissel der Grundstein für den Weiterbau des Kölner Doms gelegt werden.

      1880 wurde der Dom nach über 600 Jahren vollendet, getreu den Plänen der Kölner Dombaumeister des Mittelalters und dem erhaltenen Fassadenplan aus der Zeit um 1280. Allerdings wurden die Fassaden des Querhauses eine Schöpfung des 19. Jahrhunderts, da von ihnen keine mittelalterlichen Pläne vorlagen.

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      Wie oben erwähnt, war der „wiederentdeckte“ Dom ein höchst beliebtes Motiv der romantischen Künstler. Beginnen wir mit zwei Innenansichten des bereits fertig gestellten Chores und des Langhauses.



      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, Innenansicht Langhaus
      Stahlstich – Lemaitre – 1838





      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, Innenansicht Chor
      Stahlstich – Osterwald, Kolb – Darmstadt 1850

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      Der Chor des Kölner Doms ist in seiner Vollendung und Anmutung wahrscheinlich einer der schönsten der Welt. Seine monumentale Höhe und die beeindruckenden Fenster faszinieren seit der Weihe am 27. September 1322.



      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, Choransicht
      Stahlstich – Lemaitre – 1838





      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, Choransicht
      Stahlstich – Tombleson, Cleghorn – 1840





      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, Choransicht
      Stahlstich – Lange, Jeavons – Darmstadt 1850

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      Hier zwei Ansichten des Doms, wie er über 300 Jahre das Stadtbild prägte: mit dem mittelalterlichen Baukran auf dem unvollendeten Südturm.



      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, unvollendet, Seitenansicht
      Stahlstich – Lange, Poppel – Darmstadt 1850





      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, unvollendet, Südturm
      Stahlstich – Lange, Poppel – Darmstadt 1850



      Bei der Seitenansicht gibt es ein interessantes Detail – die Reste des Langhauses des Hildebold-Doms.

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      Schon vor der Fertigstellung im Jahr 1880 wurde der Dom in Vollendung auf Stichen verewigt. Die Abbildung muss also auf Bauplänen basierend erstellt worden sein. Man erkennt dies an einem Detail: Der Vierungsturm ist auf diesen Darstellungen massiv. In Wirklichkeit wurde er dann wesentlich schlanker und filigraner.



      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, Seitenansicht
      Stahlstich – Franz Karl Eisen, Album des Rheins – Cöln 1840





      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, Südostansicht
      Stahlstich – Lange, Kolb – Darmstadt 1860

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      Diese Ansichten zeigen den Dom in seiner tatsächlichen Vollendung – man beachte den Vierungsturm.



      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, vollendet, Südwestansicht
      Stahlstich – Krausse – 1880





      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, vollendet, Südwestansicht
      Holzstich – 1893

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      Zum Abschluss noch zwei Blätter, die aus alten Lexika stammen und mehr an baukundliche technische Zeichnungen erinnern.
      Sehr schön kann man hier die Details der Westfassade erkennen.



      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, Westfassade
      Holzstich – Meyers Konversations-Lexikon der 5. Auflage – Leipzig 1885





      Hohe Domkirche St. Peter und Maria, Details
      Holzstich – Meyers Konversations-Lexikon der 5. Auflage – Leipzig 1885

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