Prägestätte Florenz – Geburtsstadt des Goldflorin

      Prägestätte Florenz – Geburtsstadt des Goldflorin

      In Florenz wurden nachweislich seit spätestens 1252 Münzen geprägt. Seit 1317 ist eine lückenlose Prägetätigkeit im Fiorinaio dokumentiert. In diesem Pergamentregister vermerkten die verantwortlichen Signori della Moneta (Herren der Münze) bzw. ab 1373 die Ufficiali della Zecca (Verantwortliche der Münzstätte), welche Münzen sie mit welchem Motiv prägten.



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      Begonnen wurde das Verzeichnis im März 1317 von Ser Salvi Dini, dem damaligen Schriftführer der Leiter der Münzstätte. Auf den ersten Seiten übertrug er ältere Angaben und Dokumente, die bis 1252 zurückreichten, dem Jahr, in dem der erste Goldflorin geprägt wurde. Im Anschluss vermerkte er die aktuellen Ereignisse bis ins Jahr 1321 (fol. 11v). Spätere Angestellte führten das Verzeichnis weiter bis 1834.

      Vor dem 16. Jahrhundert waren zwei Männer für die Münzprägung verantwortlich. Einen ernannte die Arte di Calimala (auch Arte dei Mercanti or Mercatanti genannt, die Gilde der Großhändler), den anderen wählte die Arte del Cambio. Der erste der beiden war verantwortlich für die Prägung des Münzmeisterzeichens auf den Goldflorinen, der zweite zeichnete bei den Münzen aus Silberlegierungen verantwortlich. Normalerweise übten sie dieses Amt sechs Monate lang aus, allerdings sind auch längere und kürzere Amtszeiten belegt. Zu Beginn wurden meist bildliche Darstellungen als Münzzeichen gewählt. Doch nach 1375 verwendete man für gewöhnlich das Familienwappen der Beamten.



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      Der Floren (Florenus), italienisch: Fiorino, französisch: Florin, war die wohl bedeutenste Goldmünze des Mittelalters.

      Die Floren werden auch Blumen- oder Liliengulden genannt, weil sie zuerst (1252) in Florenz geprägt und mit dem Wappenbild dieser Stadt, einer Lilie, versehen wurden. Sie wurden anfangs aus feinem Gold geprägt und besaßen den Wert eines Dukaten (= 12 Sous à 12 Deniers). Diese Münzen erfreuten sich bald großer Beliebtheit und wurden von anderen Ländern nachgeahmt. Im Mittelalter entstand aus dem Floren der Goldgulden und später der gewöhnliche Gulden (aus Silber). Auf alten Rechnungen und Dokumenten findet man häufig für den Gulden die Abkürzung fl. (= Floren).


      Florenz, Floren 1327

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      Die beiden Leiter wurden durch einen Mitarbeiterstab unterstützt, zu dem beispielsweise sentenziatori (Richter) gehörten, auch Prüfer, Kronzeugen oder Überprüfer genannt. Sie waren in verschiedener Hinsicht verantwortlich für die Qualitätskontrolle (Gewicht, Gravierung, Qualität der Legierung). Zu den Mitarbeitern gehörten aber auch Sachverständige und Instandsetzer, die alle Fehler behoben, sowie Facharbeiter (Schmelzer, Graveure, Stempelschneider), die den eigentlichen Herstellungsprozess durchführten.


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      Die Münzprägung selbst ging hauptsächlich von der Initiative von Privatpersonen aus. Zumeist handelte es sich dabei um Händler und Bankiers, die Bargeld benötigten. In diesem Fall brachten sie Gold oder Silber (in Form von Barren oder ausländischen Münzen) in die Münzstätte, wo das Material eingeschmolzen und zu Florinen geprägt wurde. Wenn den Besitzern ihr Geld übergeben wurde, behielten die Verantwortlichen der Münzstätte einen festgesetzten Prozentsatz zurück: Ein Teil davon ging an die Stadtkasse, ein Teil blieb der Münzstätte. In sehr seltenen Fällen gab auch die Regierung von Florenz die Prägung von Münzen in Auftrag.

      In den Zeiten der Republik befand sich die Münzstätte in der Nähe des Palazzo della Signoria. Zunächst war sie in einem angemieteten Quartier untergebracht, ab 1363 in Räumlichkeiten, die eigens für die Prägestätte angekauft worden waren. Das Verzeichnis enthält auch den Kaufvertrag für ein Gebäude in der Via dei Forbiciai, das die Münzstätte beherbergte.



      Quellen:
      muenzenwoche.de/de/Archiv/8?&id=128&type=a
      numispedia.de/Florenz,_Pr%E4gest%E4tte

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