Schlacht bei Slankamen 1691

      Schlacht bei Slankamen 1691

      Schon nahezu 300 Jahre hatten die Auseinandersetzungen des Osmanischen Reiches mit dem Abendland gedauert. Die Hauptlast dieses Abwehrkampfes trug dabei das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zuletzt unter Kaiser Leopold I. (1640-1705), insbesondere aber die habsburgischen Erblande, welche am meisten unter den Türkenstürmen zu leiden hatten.
      Mit der verheerenden Niederlage der Türken vor Wien 1683 war die osmanische Expansion nach Westen endgültig gestoppt, doch gestaltete sich die Ruckeroberung der von den Türken besetzten Gebiete als äußerst mühsam. Als dann auch noch der Pfälzische Krieg (1688-1697) begann, sah sich das Reich gezwungen, an zwei Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Erschwerend kam hinzu, dass Frankreich, der Hauptgegner Habsburgs, mit der Türkei einen Bündnisvertrag abgeschlossen hatte. Die Lage spitzte sich immer mehr zu und gipfelte in der Schlacht bei Slankamen (nördlich von Belgrad). Dort trafen am 19. August 1691 die Heere Österreichs und des Osmanischen Reiches aufeinander. Diese Schlacht bei Slankamen endete mit einem völligen Sieg der kaiserlichen Truppen und ermöglichte es, den größten Teil Ungarns gegen die Osmanen zu behaupten. Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen und Sieger in der Schlacht war Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655-1707). Er erhielt wegen seiner in den Jahren von 1689 bis 1692 errungenen Siege über die Türken den Beinamen "Türkenlouis“ und wurde für den Sieg bei Slankamen zum Generalleutnant befördert, das heißt zum Oberkommandierenden aller kaiserlichen Truppen.

      In Erinnerung an diese denkwürdige Schlacht, bei der die Kaiserlichen eine immense Beute machten, ließ Kaiser Leopold I. einen Schautaler ausgeben, der diesen Sieg verherrlichte.
      Die Vorderseite zeigt den Kaiser als Triumphator im Streitwagen stehend und die Umschrift LEOPOLDUS M.P.F.A.P.P.TRIUMPHATOR GENTium BARBarorum. Die Rückseite aber Zeigt zum einen das badische Wappen und darunter militärische Trophäen sowie einen gefesselten türkischen Gefangenen und die Umschrift: LUDOVicus WILHelmus Markgravius BADENsis TURCorum CASTrum EXVITavit CAESIS 25000 ET CAPTIS 158 TORMENTi AD SLANKAMEN PROPE PETERWARADEIN DIE 19 AUGusti 1691 (Ludwig Wilhelm Markgraf von Baden eroberte das türkische Lager, tötete 25000 Türken, nahm 158 Geschütze weg bei Slankamen in der Nähe von Peterwardein am 19. Tag des August 1691). Die Randschrift lautet "DOMINUS CONCULCABIT HOSTES NOSTROS PS; 108 V. 14" (Der Herr wird unsere Feinde vernichten Psalm 108, Vers 14).

      Die Stücke sind mit 31g etwas schwerer als ein normaler Taler, auch sicherlich nicht mehr im allerbesten Zustand, zumal bei einem eine Henkelspur erkennbar ist. Doch da die Schaustücke einen realen geschichtlichen Bezug haben, sind sie sicherlich trotz der qualitativen Einschränkungen von historischer Bedeutung.

      Zu erwähnen ist, dass mit der Schlacht und dem Überrennen des türkischen Lagers eine sehr große Beute anfiel, deren Hauptteil natürlich dem Kaiser zustand und heute auch in Wien im Heeresgeschichtlichen Museum gezeigt wird. Der kleinere, nicht minder bedeutende Teil aber, zu dem es auch einen sehr guten Katalog gibt, ging an den Feldherrn und Sieger Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden und wird heute im Badischen Landesmuseum Karlsruhe präsentiert. Der badische Markgraf aber wurde seit diesem Ereignis der "Türkenlouis" genannt.
      Gruß
      corrado26
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      Scio ut nescio sed tamen cogitare necesse est

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „corrado26“ ()

      Noch ein wundervoller und noch dazu historisch äußerst bedeutsamer Beitrag von dir, corrado26. Danke dafür. Ich habe mich zwar während meines Studiums auch mit den Türkenkriegen beschäftigt, aber leider nur ganz am Rande, wie ich jetzt feststellen muss. Das "Trophaeum" auf der Rückseite deiner Medaille finde ich mit der ungeheuren Vielfalt an dargestellten Waffen usw. sehr beeindruckend. Kein Vergleich mit den doch eher einfach gehaltenen römischen Beispielen.
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
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      Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.
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