Der "Cartwheel" Penny

      Der "Cartwheel" Penny

      Der erste Kupfer - Penny der in England geprägt wurde fand seinen Anfang im Jahre 1797. Damals gab es einen notorischen Kleingeldmangel zur Regierungszeit von Georg III. (de.wikipedia.org/wiki/Georg_II…3%B6nigreich)#M.C3.BCnzen ) deshalb wurde vom Staat der Auftrag gegeben kleinere Nominale zu 1 und 2 Pence zu prägen, unter anderem auch um den Umlauf der privaten Firmentoken dieser Zeit entgegenzuwirken, der sich aufgrund des Kleingeldmangels entwickelte.

      So wurde Matthew Boulton, dem Leiter einer englischen Metallprodukte-Manofaktur bie Birmingham, der Auftrag erteilt Münzen zu Prägen und so entstand die Soho-Mint. Einer der Gründe war, dass Mr. Boulton ein Geschäftspartner con james Watt war und somit über die derzeit besten Dampfmaschienen verfügte, wodurch in hoher Qualität geprägt werden konnte.

      Da man sich aber gegen eine Scheidemünze entschied musste jede Münze auch dem Metallwert in Kupfer entsprechen, dass waren zu der Zeit eine volle Unze. sprich 28.35 Gramm. Der Two-Pence wog dementsprechend das doppelte... :tongue:

      So sah das dann aus: en.numista.com/catalogue/pieces947.html

      Durch die incus aufgeprägte Umschrift und den breiten Rand, sowie natürlich einfach durch die pure Wuchtigkeit wurde die Münze bald im Volksmund zum "Cartwheel", also Wagenrad.

      Der Penny wurde auch noch weitere Jahre unverändert geprägt, allerdings ohne Veränderung des Jahres.



      Ich konnte gestern auf der Numismata auch so einen ergattern (stand schon länger auf meiner Wunschliste). Er ist natürlich nicht so schön wie im Link, aber ich bin froh endlich auch einen zu haben.




      Notiz: Da das Kuper von meinem Penny leider ziemlich dunkel ist markiert der Scanner leider alles als Schwarz weiß und arbeitet es entsprechend leider auch nur in Graustufen um. Deshalb sieht er leider so farblos aus :(

      Grüße Erdnussbier
      Täglich grüßt das Erdnussbier...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Erdnussbier“ ()

      Interessante Geschichte. Mal eine grundsätzliche (vielleicht naive) Frage zu Tokens: Wie gewährleistete man eigentlich überhaupt einen Gegenwert bei diesen Münzen? Sie waren ja Scheidemünzen, also hatten Sie sowieso schon einen geringeren Material- als Nennwert. Aber wenn diese Stücke nicht offiziell waren, sondern ein auf Eigeninitiative der Witschaft geprägtes Nominal: Wurde sie dann nur durch den Erfolg der Kaufleute "wertvoll"?
      Damals hatte man glaube ich ja eigentlich kaum Kleinmünzen geprägt wegen der hohen Herrstellungskosten.

      Und naja wie funktioniert das wohl mit den Token :love: ?...

      Wenn du auf den Rummel gehst und dir bei einem Fahrgeschäft einen Token für den Autoscooter kaufst, ist der ganz bestimmt nicht soviel wert, wieviel du für ihn bezahlt hast. Du gehst halt nur davon aus, dass der andere sein Versprechen hält, den Token auch wieder anzunehmen und somit du den Wert wieder hast.

      Und so einen Token kannst du halt auch mit Überredungsgeschick beim nächsten Stand gegen einen Kreppes eintauschen und schwupps, schon hast du eine Scheidemünze :thumbsup:

      Die englischen Firmen hatten halt Wertangaben draufgeschrieben und die wieder auch so angenommen, aber wenn du es genauer erklärt haben willst, solltest du KarlAntonMartini ausm NF fragen. Der ist der England-Token Spezi. :)

      Grüße Erdnussbier
      Täglich grüßt das Erdnussbier...

      Erdnussbier schrieb:

      Da hab ich Angst, dass er sooo gut darüber bescheid weiß, dass er jeden meiner Sätze nochmal neu schreiben muss
      KAM ist aber kein Unhold, der Dich frisst. Aber er ist auf seinem Gebiet unschlagbar. Beruflich eingespannt (er ist Rechtsanwalt) fürchte ich, wird er eine zweite Baustellenicht anstreben. Ich kann ihn ja mal fragen.
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de
      Ich hatte auch nicht erwartet, dass er ein Unhold ist, der Erdnüsse frisst. ;) nEr muss ja nicht mal unbedingt eine zweite Baustelle aufmachen, wenn er sich mal meinen schnell geschriebenen Kram zum Penny anschaut und uns das mit den Token erklärt, wäre das ja schon super.

      PS: Ich glaube registiert ist er ja schon :)
      Täglich grüßt das Erdnussbier...
      wenn ich so nett gebeten werde... - Erdnußbier hat das Wesentliche ja schon gesagt. Die Prägung der kupfernen 2 Pence und Penny Stücke von Boulton wurde legalisiert am 26.7.1797, von den Zwei-Pence Stücken dürften die meisten dann tatsächlich noch 1797 entstanden sein, die Pennies wurden weitergeprägt maximal bis 1799, weil dann der Kupferpreis stetig anstieg, viele dieser Münzen wurden wieder eingeschmolzen und zu leichteren Token verarbeitet. 1805 lag der Materialwert dieser Stücke bei 130 % des Nominalwerts. Die parallele Token-Prägung von privat folgte zum Teil der Philosophie, daß Materialwert und Prägekosten dem Nominalwert entsprechen sollten, andere gewährleisteten wenigstens die Rücknahme und ein großer Teil der Hersteller versuchte einfach Profit zu machen. Da aufgrund des Kleingeldmangels alles genommen wurde (selbst römische Bronzemünzen und alle möglichen ausländischen Stücke sowie Fälschungen), waren sie ökonomisch erfolgreich. Grüße, KarlAntonMartini
      Hauptsache: irgendwie britisch!
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