Die Münzen von Brandenburg-Preußen

      Dann aber doppelt Hut ab!

      Beleuchtung, Schattenwurf, Schärfe - einfach perfekt!

      Bin oft am Verzweifeln mit Bildern. Moderne Sammelmünzen sind besonders schwierig - die Reflektionen machen viel Ärger.
      Meist weiche ich auf simple Scans aus - bei starker Reflektion komme ich da aber oft an meine Grenzen.

      Ein gutes Bild ist fast genauso wertvoll wie die echte Münze. Vor allem wenn diese so einheitlich sind wie deine!
      goldbarren-wiki.de/

      Gewinnspiel im Münz-Board: Wer bin ich? (Runde 6)
      Hallo Gussbarren,

      mit den modernen Münzen in Spiegelglanz hab ich auch so meine Probleme, hier nochmals
      meine Erfahrungen:
      - niemals im grellen Sonnenlicht fotografieren, günstig ist bedeckter Himmel zur Mittagszeit
      - Kamera nicht senkrecht über die Münze halten, sondern etwas schräg, man muß testen
      - Münze nicht auf einen weißen Untergrund legen, besser einen farbigen Untergrund wählen,
      auch hier muß man testen.

      Ich bin anfangs auch oft an den Bildern verzweifelt, da ich auch bei Eb.. einstelle, und da möchte
      man schon gute Bilder liefern.
      Ein Sammler hat mir mal empfohlen, bei starken Reflexionen eine leicht diffuse Folie vor das
      Objektiv zu spannen, hab es aber noch nicht getestet.

      Ich wünsche viel Erfolg
      numis68

      Unbekannte Brandenburger Münze

      Hallo,

      heut möchte ich auch wieder einmal eine Brandenburger Münze vorstellen, es handelt sich um einen bisher
      unbekannten Körtling unter Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640 - 1688).
      Zu dieser Zeit prägte man in den verschiedenen neuen Landesteilen Münzen zum regionalen Umlauf.
      Hier nun das Stück:

      Körtling ohne Jahreszahl, geprägt in Bielefeld für die Grafschaft Ravensberg, auch als Sechshellerpfennig
      bezeichnet, Wert 1/3 Mariengroschen.
      Vorderseite mehrteiliges Wappen, Rückseite Wertzahl 6, das besondere an dem Stück ist die seitenverkehrte
      Darstellung der 6 (in Spiegelschrift) ! Bei Schrötter ist das Stück nicht verzeichnet und ich konnte es bisher in
      keinen Verkaufskatalog finden, vielleicht kann ein Sammler helfen.
      Gewicht 0,59 Gramm, Durchmesser 14 mm, zu Schrötter 2041.
      Umschrift Vor- und Rückseite: MO.NO.EL.BR.B.I.C.M / S.P.D.COM.RA.D.I.N.R. bedeutet:
      Moneta Nova Electoris Brandenburgiei Borussiae Juliaci Cliviae Montium / Stetini Pomeraniae Ducis Comitis
      Ravenbergae Domini In Ravenstein.

      Viel Freude bein Anschauen
      numis68
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      Die Entwicklung eines Berliner Münzmeisterzeichens

      >Ein Versuch, das Thema Brandenburg wiederzubeleben<

      Im Jahre 1561 taucht in Berlin ein neues Mmz. auf.
      Nach zwei Vorstufen entwickelte sich daraus die dreistrahlige Flamme
      wie wir sie alle kennen.
      Auf dem ersten Bild unten zuerst das Zeichen von Bahrfeldt Bd. II Nr. 401
      (Unikum der Slg. Bahrfeldt), in der Mitte eine Zwischenform (unediert)
      und unten das Mmz. mit dem entgültigen Aussehen (1561-1564).
      Das zweite Bild zeigt Bahrfeldt Bd. II Nr. 403c aus dem Jahre 1562.

      Einen schönen Gruß vom Brandenburger
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      Die Königsberger 1/4-Taler unter Kurfürst Georg Wilhelm

      Hallo Sammlerfreunde,
      ich möchte mal das Sammelgebiet neu beleben, hier mit einem Beitrag zu den 1/4 Talern der Prägestätte Königsberg
      unter Kurfürst Georg Wilhelm (1619 - 1640).
      1618 kam das Herzogtum Preußen (Ostpreußen) zur Markgrafschaft Brandenburg, es liefen überwiegend polnische Münzen
      um und 1621 begann die eigene Münzprägung.
      Eine interessante Prägung ist der 1/4 Taler, auch als Ortstaler bzw. nur als Ort bezeichnet, geprägt nur von 1621 bis 1626,
      jedoch in verschiedensten Varianten, die ich nachfolgend vorstellen will.
      Stempelschneider war Noah Brettschneider, Wardein Ernst Pfaler, dessen Münzzeichen Kreuz auf Herz auf den Münzen erscheint.
      Es gab ständig Änderungen des Münzbildes, speziell zur Stellung der Jahreszahl und auch des Bildes des Kurfürsten, aber auch
      viele Fehler beim Stempelschnitt.
      Bild 1 und 2: 1/4 Taler 1621, Jahreszahl geteilt neben dem Hüftbild, erste Prägung, Olding Nr. 35a, Mertens Nr. 1a.
      Gewicht 6,91 Gramm, Durchmesser 29 mm.

      Gruß numis68
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „numis68“ ()

      Hier nun die Fortesetzung zu den Brandenburger 1/4 Talern:

      Einen Katalog zu den Königsberger Münzen unter Georg Wilhelm gab es lange Zeit nicht, erst Manfred Olding (Osnabrück)
      gab 1998 eine Typenkatalog heraus, veröffentlicht im Numismatischen Heft Nr. 6 des Arbeitskreises Brandenburg/Preußen.
      Eine genaue Übersicht über die 1/4 Taler findet man unter dem Titel "Die Königsberger Ortprägung" von Dr. E. Mertens,
      veröffentlicht in den Blättern für Münzfreunde 1931.
      Feingehaltsangaben sind dort leider nicht zu finden, ich nehme jedoch an, dass die Stücke gegenüber der RMO etwas gerinhaltiger
      geprägt wurden, um ein verleichbares Nominal zu den gleichen Münzen des Nachbarn Polen zu haben. Um im gesamten Kurfürstentum
      eine einheitliche Münze zu haben, wurden später die Orte auf 1/5 Taler abgewertet und die Prägung als 18-Gröscher fortgesetzt.

      Der Stempelschneider (oder seine Gehilfen ?) arbeitete nicht sehr gewissenhaft, in der ersten Zeit gab es viele Fehler in den Umschriften,
      auch die Stellung der Jahreszahl bereitete Schwierigkeiten, deshalb gab es viele Änderungen, bis man 1622 die Lösung fand.

      Die erste Prägung hatte die Jahreszahl geteilt neben dem Brustbild (siehe ersten Beitrag), dann quetschte man die Jareszahl vor das
      Brustbild (hab ich leider nicht), was nicht befriedigte, danach wurde die Jahreszahl unter das Brustbild gesetzt:

      Bild 1: 1/4 Taler 1621 mit Jahreszahl unter dem Brustbild, Vorderseite, 6,92 g, Durchm. 29 mm, Olding Nr. 37c, Mertens Nr. 3i
      Bild 2: Rückseite mit Stempelfehler, das V in CHVR wurde vergessen und dann später eine wesentlich kleinere Punze ersetzt
      Bild 3: Stempelfehler vergrößert

      Demnächst weiter mit mehr Bildern,
      numis68
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      Weiter geht es mit den Königsberger 1/4 Talern Georg Wilhelms:

      Im Jahre 1622 wurde das Münzbild wieder mehrfach geändert, zuerst kam die Jahreszahl jetzt auf die Rückseite, geteilt durch das
      Wappen 1 - 6 / 2 - 2, wobei für die 2 häufig eine Z-Punze verwendet wurde, siehe Bilder 1 und 2.
      Später erschien nur noch eine verkürzte Jahrezahl 2 - 2 ( Olding Nr. 39 ), zuletzt wurde das Brustbild des Kurfürsten gekrönt mit dem
      Kurhut dargestellt, Bilder 3 und 4.
      Zu bemerken ist noch, dass in der ersten Zeit sehr schlechte Schrötlinge zum Prägen verwendet wurden, erst zum Ende 1622 änderte
      sich das wesentlich.

      Bild 1 und 2: 1/4 Taler 1622 mit vollständiger Jahreszahl auf der Rückseite, Gewicht 7,95 g, Dm. 29 mm, Olding Nr. 38, Mertens Nr. 6.
      Bild 3 und 4: 1/4 Taler 1622, jetzt gekröntes Brustbild und verkürzte Jahreszahl auf der RS, Gewicht 6,77 g, Dm. 29 mm, Olding Nr. 40a.

      Weitere Varianten dann im nächsten Beitrag.
      numis68
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „numis68“ ()

      Hier nun die letzten Königsberger 1/4 Taler unter Kurfürst Georg Wilhelm:

      Zum Ende des Jahres 1622 gab es noch eine Änderung des Münzbildes, der Kurfürst erscheint jetzt im Kurornat (Hermelinmantel) und nicht
      mehr im Harnisch, diese Prägungen erfolgten bis 1625, Bilder 1 und 2.
      Zwischenzeitlich wurde jedoch 1624 ein 1/4 Taler nach altem Bild geprägt, ungekröntes Brustbild im Harnisch, Jahreszahl auf der Rückseite,
      16-24 (Olding 42a) und nur 2-4 (Olding 42b).
      1625 gab es dann die letzte Änderung des Münzbildes, die Umschriften erschienen jetzt in Latein, außerdem wurde das Wappen auf der Rückseite
      verändert, bisher waren die Einzelwappen Adler/Adler/Klevische Haspel/Greif, jetzt neu Adler/Greif/Löwe/Adler mit gekröntem S auf der Brust.
      Diese Stücke wurden bis zum Ende der 1/4 Taler in Königsberg im Jahre 1626 geprägt, Bilder 3 und 4.

      Bild 1 und 2: 1/4 Taler 1624, Brustbild im Kurornat, Gewicht 6,73 g, Dm. 30 mm, Olding Nr. 41a.
      Bild 3 und 4: 1/4 Taler 1625, Brustbild im Kurornat, Umschriften in Latein, geändertes Wappen, 6,52 g, Dm. 29 mm, Olding Nr. 43b.

      Die Buchstaben hinter den Olding-Nummern beziehen sich meist auf die Stellung des Münzzeichens Kreuz über Herz des Wardeins Ernst Pfaler.

      Damit endet mein Beitrag,
      numis68
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