Münzmeister Paderborn/Waldeck

      Münzmeister Paderborn/Waldeck

      Hallo,

      im Auktionshaus Felzmann (Auktion 147 am 06.11.2013) wird folgender Pfennig angeboten:

      Los 437

      PADERBORN, Bistum, Simon I. zur Lippe, 1247-77, AR-Pfennig, Warburg, Av.: Bischof thront mit Kreuzstab und Buch von vorn, [...]ONE[...]PISC, Rv.: zweitürmiges Gebäude mit Spitzgiebel, darin große Lilie, +W[...]IVITAT, Weingärtner 38 var., RR, leichte Prägeschwä-che, 0.93 g, gutes ss
      Kat.-Nr.: Weingärtner 38 var. Ausruf 300,00

      Dieser ist bis auf die Umschrift mit unserer WM 03-10-25-1 nahezu stempelgleich. Ich finde das deshalb erwähnenswert, weil beiden der gleiche Anlaß -die beigelegte Fehde und die Verpfändung der Burg Lichtenfels sowie Sachsenbergs- zugrunde liegt (s. „Ältere Territorialgeschichte der Grafschaft Waldeck“ von Ulrich Bockshammer).
      Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, welcher Münzmeister offenbar beide Stücke geprägt hat?
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de

      wpmergel schrieb:

      welcher Münzmeister offenbar beide Stücke geprägt hat?
      Wie kommst Du darauf?

      Der Stempelschneider war wohl nicht der Selbe. Das Münzbild ist zwar gut kopiert, was im Mittelalter keine Seltenheit war, aber es zeigt doch deutliche Unterschiede. Der paderborner Pfennig hat zum einen deutlich feiner, dünnere Linien, zum anderen ein anderes Kreuz auf dem Kirchendach.

      Ganz deutlich wird der Unterschied bei der Schreibweise der einzelnen Buchstaben, die ja nicht kopiert werden konnten bei einer anderen Umschrift. Während beim paderborner Pfennig die Buchstaben in "Strichen" enden, laufen sie beim waldecker Pfennig doch eher Keilförmig aus.

      Und der Anlass der Prägung beim paderborner Stück hast Du ja schon erwähnt, wogegen das wohl beim waldercker Pfennig so nicht gesehen werden kann. Der Waldecker ist mit diesem Münzbild geprägt worden um das Stück im Umlaufgebiet der paderborner Pfennige einfließen zu lassen.

      Meiner Meinung nach gibt die Münze keinen Grund an dem gleichen Münzmeister zu denken, den gleichen Stempelschneider halte ich für sehr unwahrscheinlich.
      Da habe ich schlampig formuliert - gemeint war natürlich der Stempelschneider. Weil aber aus dieser Zeit wenn überhaupt nur die Münzmeister überliefert sind, kam es zu dieser Frage.
      In späteren Jahren konnten die Stempelschneider sogar überregionale Berühmtheit erlagen (Dassier, Esau, etc.) und waren sehr gefragt. Ob das im 13. JH auch schon so war?
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
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      Tube schrieb:

      Aber auch der Stempelschneider halte ich nicht für den Selben, wie ich oben schon ausgeführt habe.
      Da bin ich mir natürlich auch nicht sicher. Wenn man sich aber mal andere Nachahmungen anschaut -und davon gab's zu diese Zeit ja genug (s. Akzeptanz durch gleiches Münzbild)- sind die Unterschiede irgendwie deutlicher. Deshalb kam ich auf die Idee, auch weil mir beide (Münzmeister und Stempelschneider) noch fehlen ;)
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
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