Orléans

      Orléans ist eine Stadt in Zentralfrankreich. An der Stelle des heutigen Orléans existierte in keltischer (gallischer) Zeit der Ort Cenabum, der zum Gebiet der Karnuten gehörte und zusammen mit Autricum (heute Chartres) einer der Hauptorte dieses gallischen Stammes war.

      Die Ansiedlung wurde im Jahr 52 v. Chr. von Cäsar erobert, der damit auch die Gewalt über den Hafen an der Loire erlangte. Die eigentliche Gründung erfolgte während der Regierungszeit des römischen Kaisers Aurelian; der Name Orléans stellt eine lautliche Weiterentwicklung des damaligen Ortsnamens Aurelianum dar. Im 4. Jahrhundert wurde die antike Stadt durch den Bau einer Stadtmauer gesichert. Das Zentrum der Stadt wurde vom Forum gebildet. Außerhalb der ummauerten Stadt lagen zwei Nekropolen und das Amphitheater.

      In merowingischer Zeit wurde Orléans in den Jahren 511 bis 613 kurzfristig zum eigenständigen Königreich, später Hauptstadt von Neustrien. Von seiner Bedeutung der Stadt im Mittelalter zeugt auch die Tatsache, dass mehrere Könige hier gewählt und gekrönt wurden: Karl der Kahle (848 ); Robert II., genannt der Fromme (987) und Ludwig VI., genannt der Dicke (1108 ). 1428 und 1429 war die Stadt im Hundertjährigen Krieg letzte Bastion der Franzosen gegen die Engländer. Am 8. Mai wurde sie unter Führung von Jeanne d’Arc, die in diesem Zusammenhang den Beinamen „Jungfrau von Orléans“ erhielt, von der Belagerung befreit.

      Einer ersten Stadterweiterung im Westen der gallorömischen Stadt im 14. Jahrhundert, folgten zwei weitere: zunächst im 15. Jahrhundert östlich der ursprünglichen Stadtmauern um das Kloster Saint Aignan zu schützen, und Anfangs des 16. Jahrhunderts eine weitere, erheblich umfangreichere im Westen und Norden.



      Kathedrale Sainte-Croix d’Orléans
      Holzstich - Thompson - 1860


      Im 11. Jahrhundert wurde die bisherige Kathedrale Saint-Étienne zu klein, um als Sitz des Bistums zu dienen, woraufhin Sainte-Croix zur neuen Kathedrale erhoben wurde. Gebäude für das Domkapitel wurden nun im Süden und Osten der Kirche angebaut. Eine neue Kirche, jetzt im romanischen Stil, wurde im 12. Jahrhundert fertiggestellt, und war nun eine der größten Kathedralen Frankreichs: sie hatte doppelte Seitenschiffe, einen Chor über der Krypta, einen Chorumgang mit Kapellen sowie eine von zwei Türmen flankierte Fassade. Jedoch scheint dieses Bauwerk so hastig hochgezogen worden zu sein, dass es 1227 bereits teilweise einstürzte.

      1278 entschied Bischof Robert de Courtenay (1258–1279), ein Enkel des Königs Ludwig VI., eine neue Kirche, jetzt im gotischen Stil zu bauen, statt die alte Kirche noch einmal zu renovieren. Da er aber gezwungen war, seinen König Ludwig IX. auf den Kreuzzug zu begleiten, hinterließ er den Bau seinem Freund und Nachfolger Gilles Pasté, der am 11. September 1288 die Grundsteinlegung vornahm. Wie üblich wurden die Arbeiten am Chor begonnen, um mit dem Langschiff abgeschlossen zu werden, wobei hier die alten romanischen Türme an der Westfassade sowie die nicht eingestürzten Teile des Schiffs in den Neubau einbezogen wurden. Der Chor wurde Ende des 13. Jahrhundert durch Kapellen in der Apsis und im Lauf des 14. Jahrhunderts durch Seitenkapellen erweitert. Das neue Bauwerk überstand den Hundertjährigen Krieg und insbesondere die Belagerung von Orléans (1429) unbeschadet. 1512 wurde eine große goldene Kugel mit einem darauf befestigten Kreuz auf den Glockenturm gesetzt, der damit den Vierungsturm überragte. In den Folgejahren wurde durch vier neue Jochbögen die Verbindung mit dem romanischen Querschiff fertiggestellt.

      1567 begann der Zweite Hugenottenkrieg, in dessen Verlauf Orléans von den Protestanten besetzt wurde, die bald mit der Zerstörung der Kirchen begannen. Ihr Anführer Louis I. de Bourbon, prince de Condé, ließ daraufhin die Tore der Kathedrale zumauern, doch gelang es einer kleinen Gruppe von Hugenotten in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 1568 in die Kathedrale einzudringen und die vier Pfeiler der Vierung zu sprengen, woraufhin die Kirche fast völlig einstürzte. Lediglich die Kapellen am Chor und die beiden ersten Jochbögen des Hauptschiffs blieben stehen. Am 2. Juli 1598 kam König Heinrich IV. nach Orléans und sagte die Wiederherstellung der Kirche auf Kosten des Staates zu. Am 18. April 1601 legten Heinrich und Maria von Medici den Grundstein zur neuen Kirche. Der Chor wurde 1623 fertiggestellt, 1627 begannen die Arbeiten im Querschiff, dessen nördlicher Teil 1643 und dessen südlicher Teil 1643 vollendet wurden: der Wahlspruch des neuen Königs Ludwig XIV. wurde über dem Portal des südlichen Querschiffs angebracht: Nec pluribus impar.

      Quelle: wikipedia

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