Bourges

      Die französische Stadt Bourges ist Hauptstadt des Départements Cher in der Region Centre und Sitz eines Erzbistums. Sie liegt an der Mündung des Flusses Auron in die Yèvre. Bourges ist nach dem gallischen Stamm der Bituriger benannt. Im Altertum hieß die Stadt, die der Hauptort dieses keltischen Stammes war, Avaricum (bzw. Avaric auf keltisch). Hier siegte Caesar im Jahr 52 v. Chr. gegen die aufständischen Gallier unter Vercingetorix in der Schlacht um Avaricum. Eine Weiheinschrift für den gallo-römischen Gott Mogetius wurde entdeckt. Im Mittelalter war Bourges Sitz einer Grafschaft und ab dem 14. Jahrhundert Hauptstadt des Herzogtums Berry.



      Kathedrale Saint-Étienne
      Holzstich - Whitehead - 1860


      Der exakte Baubeginn der Kathedrale von Bourges ist unbekannt. Allerdings ist überliefert, dass Erzbischof Henri de Sully (1183–1199) im Jahr 1195 eine beträchtliche Summe der Kirchengemeinde vermachte, daher gilt dieses Jahr als das Gründungsdatum der Kirche. Sein Entschluss war es, die Kathedrale neu bauen zu lassen. Mit dem Bau der Apsis und dem Ausgraben des gallisch-römischen Festungswalls wurde begonnen. König Philipp II. August gab diesen Entscheid frei. Henri de Sully ließ unter anderem die Gerichtsgebühren dem Bauvorhaben zukommen und schickte Helfer in das Gebiet der kirchlichen Provinz, um Spenden zu sammeln.
      Weil der Grundriss und das Gewölbe gewisse Parallelen zur Notre Dame de Paris zeigt, glaubte man ursprünglich, der Bauleiter sei aus Paris hinzugezogen. Das Fehlen eines Querschiffes im Kirchenbau von Bourges sowie völlig unterschiedliche Aufrisse stellen diese Annahme in Zweifel. Es wird nun davon ausgegangen, dass der Bauleiter aus der Île-de-France in Nordfrankreich stammt.

      Im Januar 1209 wurde mit dem Bau des Chors begonnen, der 1214 fertiggestellt war. Ein Jahr später war der Rohbau des Altarraums vollendet, und die Arbeiten an den hohen Fensterscheiben begannen. Wegen technischer und finanzieller Schwierigkeiten stockte der Bau unter dem Pontifikat von Simon de Sully (1218–1236) etwa zehn Jahre lang. 1225 nahm man die Arbeiten am Bau wieder auf, die Verschuldung konnte erst 1250 beendet werden. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Langhaus ganz sowie die Hauptfassade teilweise fertiggestellt, und die beiden Kirchtürme waren etwa auf Höhe mit den größten Gewölben. 1259 brach ein Brand aus, der zum Absenken der Türme aufgrund zu schwacher Fundamente führte. Daher verzichtete man darauf, die beiden Türme höher zu bauen. Der lange Zeit unvollendete Bau trug 1313 Anzeichen von Einsturzgefährdung. Wettereinflüsse und Sickerwasser beschädigten den Südturm so massiv, dass König Philipp IV. der Schöne mit einer Schenkung von 40 Pfund das Bauwerk befestigen ließ und damit den Einsturz der Gewölbe verhinderte. Die Kathedrale wurde 1324 durch Erzbischof Guillaume de Brosse eingeweiht. Im 14. Jahrhundert ließ der Herzog Jean de Berry durch den Architekten Guy de Dammartin die Hauptfassade vollenden und die großen Fenster ergänzen. Am 31. Dezember 1506 stürzten der Nordturm und das anschließende Gewölbe ein. Architekt Guillaume Pelvoysin behob 30 Jahre später diesen Schaden. Der neue Turm wurde im Flamboyantstil mit 65 Meter größer und höher als der „taube“ Südturm.

      Quelle: wikipedia

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