Tours

      Die Stadt Tours liegt an der Loire, etwas östlich der Mündung des Cher in die Loire. Der Name der Stadt leitet sich von den Turonen – einem alten gallischen Stamm – ab.

      Tours entstand aus der römischen Stadt Caesarodunum (Cäsarenhügel) bzw. Urbs Turonum. Im 3. Jahrhundert wird der Heilige Gatianus als erster Bischof von Tours genannt. Der Heilige Martin, im Jahr 372 zum dritten Bischof von Tours geweiht, ließ dessen Gebeine in die heutige Kathedrale überführen.

      Die Grabstätte des Heiligen Martin wurde seit der Merowingerzeit ebenfalls ein beliebtes Pilgerziel, was der Stadt Tours als Heimat dieses Nationalheiligen eine besondere symbolische Bedeutung verlieh. Im 6. Jahrhundert schrieb Bischof Gregor von Tours die Geschichte der Franken in seiner Historia Francorum. 732 schlug Karl Martell die Mauren in der Schlacht von Tours und Poitiers vernichtend, sodass der Islam sich nicht weiter in Europa ausbreiten konnte.

      Während der Zeit karolingischer Herrschaft von 751 bis 987 war Tours eine Grafschaft, die bis ins 10. Jahrhundert im Besitz der Kapetinger war. 853 und 903 fiel sie plündernden Wikingern zum Opfer. 1044 fiel die Touraine an die Grafen von Anjou. Als 1154 die Plantagenets Könige von England wurden, wurde auch die Touraine Teil des Angevinischen Reiches. 1203 konnte König Philipp II. August von Frankreich das Gebiet aber für Frankreich zurückgewinnen. König Ludwig XI. errichtete im unmittelbar westlich von Tours gelegenen La Riche eine Burg, sodass Tours zur königlichen Nebenresidenz aufstieg. Bis ins 16. Jahrhundert hinein hielten sich König und Hof regelmäßig hier auf. Von der Bedeutung der Stadt in dieser Zeit zeugt auch der Bau der mächtigen gotischen Kathedrale.



      Kathedrale Saint-Gatien
      Stahlstich - Meyers Universum - 1860


      Eine erste Kirche wurde um 338 gebaut. Spätestens im 6. Jahrhundert brannte sie ab und wurde durch einen neuen prächtigen Bau ersetzt, den Gregor von Tours 590 weihte.

      Im frühen 12. Jahrhundert entstand eine dritte, romanische Bischofskirche, die aber bereits 1166 ausbrannte. Sie wurde zwar restauriert, die Qualität des Baus und der verwendeten Steine war jedoch so schlecht, dass sie zu Beginn des 13. Jahrhunderts größtenteils abbruchreif war

      So wurde um 1220/1230 mit dem Bau einer neuen Kathedrale begonnen, die über den Vorgängerbauten als Basilika errichtet wurde. Um 1280 wurden der Chor und die Apsis unter der Leitung von Étienne de Mortagne vollendet, doch schon 1267 waren feierlich die Reliquien des heiligen Mauritius und seiner Gefährten in die Kirche übertragen worden. 1465 wurde der Bau eingewölbt. Das Querschiff und die beiden ersten Joche des Langhauses waren von Simon du Mans, die restlichen Joche von Jean de Dammartin errichtet worden. Der Nord- und Südturm wurden 1509 bzw. 1507 fertiggestellt, sie sind 70 Meter hoch. Beide schließen mit einem von vier Eckfialen umgebenen Oktogon mit Renaissancehelmen und Laternen ab. Sie wurden vom Architekten Pierre Valence gestaltelt.

      Quelle: wikipedia

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