Speyer

      Speyer ist eine historisch und kulturell bedeutende Stadt am Oberrhein in Rheinland-Pfalz.

      Nach der Unterwerfung Galliens durch die Römer 50 v. Chr. wurde der Rhein, auch wenn das Gebiet noch außerhalb des militärischen Geschehens lag, Teil der Grenze des Römischen Reiches. 10 v. Chr. wurde ein Lager vermutlich für eine 500 Mann starke Infanterietruppe errichtet. Dieser römische Militärposten wurde zum Impuls für die Stadtbildung.

      Im Jahre 406 setzten Sueben, Vandalen und sarmatische Alanen auf Druck nachrückender Hunnen über den Rhein und überrannten auf ihrem Weg ins innere Gallien auch Speyer. In einer Schlacht 496/497 bei Zülpich und einer weiteren Schlacht 505 besiegten die Franken unter Chlodwig die Alamannen und Speyer wurde Teil des fränkischen Königreiches. Damit erhielt Speyer wieder Anschluss an die gallisch-römische Kultur. Im Rahmen der Reorganisation der Verwaltung kamen romanisierte Beamte und Bischöfe aus Südgallien an den Rhein. Ab dem 7. Jahrhundert ist Speyer erneut Bischofssitz.



      Ansicht und Kaiserdom St. Maria und St. Stephan
      Stahlstich - Rohbock, Kurz - Darmstadt 1860


      Kaiser Otto der Große verlieh 969 der Bischofskirche das Immunitätsprivileg, eine eigene Gerichtsbarkeit und die Kontrolle über Münze und Zoll. Ab 1030 ließ Kaiser Konrad II. die Bauarbeiten am Dom zu Speyer beginnen. Am Tag der Beisetzung seines Vaters im Speyerer Dom erteilte Heinrich V. im Jahre 1111 der Stadt umfassende Privilegien. Als erster Stadt in Deutschland gewährte der Große Freiheitsbrief den Bürgern persönliche Freiheiten. Zusammen mit seinem Bild wurde der Brief in goldenen Buchstaben über dem Domportal angebracht, wo sie aber im Zuge der späteren Dombeschädigungen verloren ging.



      Kaiserdom St. Maria und St. Stephan
      Stahlstich - Lemaitre - 1838


      Quelle: wikipedia

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      Dieser Stich veranschaulicht, wie auch bedeutenden Verlagen und Stechern Fehler unterlaufen konnten. Wo und wie auch immer die zwei fehlenden Türme unterschlagen werden konnten...



      Kaiserdom St. Maria und St. Stephan
      Stahlstich - Meyers Universum - 1850


      Als Speyerer Dom wird der Kaiser- und Mariendom zu Speyer (offizielle Bezeichnung: Domkirche St. Maria und St. Stephan) bezeichnet. Nach der Zerstörung der Abtei Cluny ist er die größte erhaltene romanische Kirche der Welt. Der salische König und spätere Kaiser Konrad II. ließ vermutlich 1025 den Bau mit dem Ziel beginnen, die größte Kirche des Abendlandes zu errichten. Urkundliche Schriftquellen über die Gründung des Speyerer Domes sind nicht überliefert. Weder Konrad II. noch sein Sohn Heinrich III. erlebten den Abschluss der Arbeiten. Heinrich III. stiftete zur Altarweihe des Hochaltars 1046 das Speyerer Evangeliar. Erst unter dem Enkel Heinrich IV. wurde der Bau im Jahr 1061 geweiht. In der Forschung wird dieser Bauabschnitt als „Speyer I“ bezeichnet. Der Bau umfasste einen Westbau, ein dreischiffiges Langhaus mit anschließendem Querhaus. Der Chor war schon damals flankiert von zwei Türmen.



      Kaiserdom St. Maria und St. Stephan
      Stahlstich - Hoefle, Poppel - Darmstadt 1850


      Knapp 20 Jahre nach der Vollendung von Speyer I ließ Heinrich IV. den Dom zur Hälfte einreißen, um ihn noch größer wieder aufzubauen: Im Mittelschiff wurde die Decke abgetragen, der Bau wurde um fünf Meter erhöht. Statt der flachen Holzdecke entstand das größte Kreuzgratgewölbe im damaligen Reichsgebiet, auch der Wandaufriss erfuhr entscheidende Veränderungen. Im Ostteil wurde der Bau bis auf die Fundamente abgetragen und auf bis zu acht Metern starken Fundamenten neu gegründet. Es blieben lediglich die unteren Geschosse der Chorflankentürme, sowie Teile des Querhauses erhalten. Die Krypta von Speyer I blieb nahezu unberührt.



      Kaiserdom St. Maria und St. Stephan
      Stahlstich - Rohbock, Kolb - Darmstadt 1860


      Im Todesjahr Heinrichs IV., 1106, war der neue Dom fertiggestellt: Mit einer Länge von 444 römischen Fuß (134 Meter) und einer Breite von 111 römischen Fuß (33 Meter) war er eines der größten Bauwerke seiner Zeit. In der Länge wurde Speyerer Dom von der Abteikirche von Cluny mit ihrer Vorkirche übertroffen, der umbaute Raum jedoch ist beim Speyerer Dom mit über 40.000 Kubikmetern größer. Diese Veränderungen unter Heinrich IV. sind in der Forschung als „Speyer II“ bekannt.



      Kaiserdom St. Maria und St. Stephan
      Stahlstich - 1870


      Am 7. August 1111, dem Tag des Begräbnisses Heinrichs IV. im Speyerer Dom, und am 14. August 1111 verlieh Heinrich V. den Bürgern der Stadt Speyer zwei Privilegien, die als Urkundeninschriften über dem Westportal des Doms angebracht wurden. Es hatte wohl machtpolitische Gründe, dass Kaiser Heinrich IV. einen derart großen Bau in dem nach heutigen Maßstäben winzigen Städtchen bauen ließ. Die römischen Kaiser hatten nicht nur weltliche, sondern auch kirchliche Macht. Der daraus resultierende Konflikt mit dem damals gerade erstarkten Papsttum kulminierte sodann im Investiturstreit zwischen Heinrich IV. und Papst Gregor VII. Die Größe und Pracht des Speyerer Doms unterstrich neben dem politischen insbesondere den religiösen Machtanspruch des Kaisers.



      Kaiserdom St. Maria und St. Stephan Innenansicht
      Stahlstich - Bayrer - 1855


      Quelle: wikipedia

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      Finde ich auch 'ne gute Idee, Andreas. Also hier mal 'nen paar Photos aus der alten Salierstadt Speyer.

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      Und quasi als numismatisches Schmankerl die "Alte Münze" von Speyer, in welcher über Jahrhunderte Münzen der Salier-Kaiser, aber auch der Erzbischöfe von Speyer geschlagen wurden.

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      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
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      Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.
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