Boppard

      Weiter geht es mit der wunderschönen Mittelrhein-Romantik. Diesmal mit der kleinen Stadt Boppard in Rheinland-Pfalz, auch ein Teil des Weltkulturerbes am Mittelrhein.

      Der Eroberung Galliens durch Cäsar und der anschließenden römischen Besiedlung des linksrheinischen Gebiets folgte die Gründung der „Vicus Baudobriga“ (Bodobriga, Bontobrica) am Eingangsbereich zum Mühltal. Der Name ist keltischen Ursprungs, weshalb anzunehmen ist, dass es vorher oder auch gleichzeitig keltische Besiedlung gab. In der Mitte des 3. Jahrhunderts mussten die rechtsrheinischen Gebiete aufgegeben und den Germanen überlassen werden. Gegen Ende des Jahres 405 wurden die römischen Truppen zum Schutze Italiens abgezogen, auch Boppard fiel an die Germanen zurück.

      Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem frühen Mittelalter aus dem Jahr 643. Boppard war fränkischer Königshof und Verwaltungszentrum des Bopparder Reiches. Bis 1309 war Boppard freie Reichsstadt und wurde oft von den deutschen Königen aufgesucht, die dann im Königshof residierten.

      1309 und 1312 verpfändete König Heinrich VII. Boppard mit dem Umland an seinen Bruder, Erzbischof Balduin von Trier. Die Einwohner Boppards empfanden die Eingliederung in den Kurstaat als rechtswidrig. Sie versuchten sich gegen diese Fremdherrschaft zu wehren und setzen 1327 einen eigenen Rat ein. Nach kurzer Belagerung ließ Balduin die Stadt stürmen und unterwarf sie. Damit gehörte die Stadt zum Kurfürstentum Trier.

      Voller Hoffnung wandten sich 1496 die Bürger von Boppard an den römisch-deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I., welcher die Stadt in der Auseinandersetzung mit dem Kurfürsten von Trier, Johann II. von Baden, unterstützte. Er befreite Boppard von kurfürstlicher Gerichtsbarkeit und dem Zoll. Jedoch überschritt Maximilian mit der Einlösung der Pfandschaft seine Befugnisse und musste seine Entscheidung revidieren. Dies führte 1497 zum 'Bopparder Krieg'. Die Bopparder waren nicht bereit, sich wieder dem Kurfürstentum einzugliedern. So rückte der Kurfürst von Trier mit einem Heer von 12.000 Soldaten an. Die benachbarten Orte Bad Salzig und Weiler kapitulierten kampflos. Boppard konnte der Belagerung nicht lange standhalten und musste letztendlich den Kurfürsten als Landesherren anerkennen.

      Im Dreißigjährigen Krieg verlor Boppard ein Drittel seiner Einwohner. Schwedische Truppen unter dem Rheingrafen Otto Ludwig besetzten am 18. Januar 1632 die Stadt. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) konnte 1689 der Überfall französischer Truppen abgewehrt werden. Im Polnischen Thronfolgekrieg überfielen 1735 französische Truppen unter General de Court Boppard. Die neue kurfürstliche Stadtordnung von 1789 sollte den Einfluss des Kurfürsten stärken. Doch schon 1794 besetzten französische Revolutionstruppen im Ersten Koalitionskrieg die Stadt, die von da an, bis zum Sturz Napoleons 1813/1814, 20 Jahre französisch war. Durch den Wiener Kongress 1815 wurde die Stadt mit dem linken Rheinufer bis Bingerbrück dem Königreich Preußen zugesprochen.



      Ansicht mit Blick auf die Pfarrkirche St. Severus
      Stahlstich - Tombleson, Jackson - 1850


      Quelle: wikipedia

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      Die zum Bistum Trier gehörende Kirche St. Severus in Boppard wurde im 12. und 13. Jahrhundert im spätromanischen Stil erbaut. Patron ist der hl. Severus von Ravenna.

      Die St. Severus Kirche wurde an der Stelle inmitten des ehemaligen römischen Kastells Boppard errichtet, wo vormals das Militärbad gestanden hatte. Nach Abzug der römischen Truppen wurde das Kastell von den Bewohnern weiter genutzt und das Bad in eine Kirche umfunktioniert. Bei Ausgrabungen unter St. Severus wurden Reste einer frühchristlichen Kirche des 6. Jahrhunderts mit einer schlüssellochförmigen Kanzelanlage (Ambo) und einem frühchristlichen Taufbecken gefunden. Das heutige Kirchengebäude wurde in drei Abschnitten im 12. und 13. Jahrhundert errichtet. Die beiden Kirchtürme stammen aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, das Langhaus entstand Anfang des 13. Jahrhunderts und der Chor datiert etwa auf das Jahr 1234. Fertiggestellt wurde die Kirche im Jahr 1236.



      Pfarrkirche St. Severus
      Stahlstich - Tombleson, Wellf - 1845





      Pfarrkirche St. Severus
      Stahlstich - Geib - 1850





      Pfarrkirche St. Severus
      Stahlstich - Habicht - 1850


      Quelle: wikipedia

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      Hallo Andreas


      Ein Stich schöner als der Andere :love:


      Besonders interessant finde ich die Stiche der Pfarrkirche St. Severus, einmal von Tombleson mit realitätsnahen Menschen, und der wohl von der gleichen Vorlage stammende Sticht von Geib, wo die Leute mich sehr an Tim und Struppi erinnern.


      Ich hoffe Du hast noch sehr, sehr viele Drucke, die Du uns vorstellst :thumbsup:
      Ja, die Figuren sind witzig :)
      Man muss aber dazu sagen, dass der Stich von Geib um einiges kleiner ist, und da werden die Möglichkeiten der detailierten Wiedergabe natürlich proportional geringer...

      Ich habe noch ein paar zu zeigen, keine Bange:
      Mit Boppard habe ich den zweiten von gesamt sechs prall gefüllten Ordnern angefangen :)
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