Glaube und Aberglaube auf Münzen und Medaillen

      .... Du hast Doch jetzt viel Zeit. Ergänze doch mal die Literatur zu einem Thema, daß noch Lücken aufweist. Ich schließe dabei Waldeck ausdrücklich mit ein - wie wär's?

      Der Vorschlag per se ist ja nicht schlecht, aber meine Interessen sind wohl zu weit gefächert, um bei einzelnen Bereichen in die Tiefe zu gehen. Bei "Waldeck" z.B. sind die fünf Münzen in meiner Sammlung einfach zu wenig, um dafür mehr Zeit aufzuwenden. Ich möchte eigentlich lieber vorhandene Beiträge mit Stücken aus meiner Sammlung erweitern, wenn sie passen. ;)



      Gruß klaupo
      Hier noch ein Brustbild des Heiligen Stephan

      Stadt Metz



      12 Groschen - 1660
      VS : MONETA•NOVA•METENSIS/ •XII•G• - Stadtwappen in Kartusche
      RS : S•STEPHANVS•PROTHOM• / •1669• - Brustbild des Heiligen Stephan l.
      LIT :
      GE : 7,45 g

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      Der Heilige Quiriacus

      Der Legende aurea ( verfasst vom Dominikaner Jacobus de Voragine 1228-1298 ) nach, war Judas Cyriacus ( Cyriacus / Griechisch = Quiriacus / Latein = dem Herrn gehörende ) gebürtiger Jude. Er soll der Kaiserin Helena geholfen haben, das Kreuz Christi zu finden. Nach dem auffinden des Kreuzes ließ sich Judas Cyriacus taufen und wurde zum Bischof von Jerusalem geweiht ( es gab im 4. Jahrhundert allerdings keinen Bischof namens Judas in Jerusalem ). Zur Zeit des Kaisers Julianus Apostata ( den Abtrünnigen ) soll er als Märtyrer gestorben sein.
      Die Tochter vom Kaiser Theodosius I, Galla Placida hat den Leichnam nach Ancona gebracht.

      Eine anderen Legende nach war Quiriacus der erste Bischof von Ancona ( Historiker sehen allerdings den Heiligen Marcellinus im 6. Jahrhundert als den ersten Bischof von Ancona ), der zu Zeiten des Kaisers Julianus Apostata nach Palästina reiste. Dort fand er den Märtyrer-Tod.



      Grosso
      VS : *+*DE ANCONA - Kreuz
      RS : P P.S•QVI = RIACVS* - St. Quiriacus steht von vorn mit segnender Rechten und Krummstab in der Linken
      LIT :
      Das folgende Stück führt uns über die Grenze in die Schweiz. Der irische (nach anderen Quellen schottische) Mönch Gallus (geb. ca. 550) kam um 590 als Missionar über Gallien nach Alemannien, wo er sich den Unmut der dortigen Bevölkerung zuzog, nachdem er ihre Kultbilder am Lacum Turicinum (Züricher See) und in Brigantium (Bregenz) zerstört hatte. Die Flucht des frommen Mannes und seine Suche nach einem geeigneten Platz für den Bau einer Kirche endete an einem See, wo er einige Fische fing und sich nach dem Mahl zur Ruhe legte. In der Nacht aber kam ein Bär und machte sich über die Reste der Mahlzeit her. Gallus befahl ihm, Holz für das Feuer und den Bau der Kirche zu beschaffen, wofür er alle Tage Brot erhalten sollte. Diese Szene ist auf der Münze abgebildet. Gallus starb hochbetagt im Alter von 90 Jahren, und am Ort, wo dies alles geschah, steht die heutige - nach ihm benannte - Abtei Sankt Gallen.

      Gruß klaupo

      ST. GALLEN, Fürstliches Reichsstift (Benediktinerabtei)
      Beda Angehrn von Hagenwil, 1767-1796. 20 Kreuzer 1774. Av. BEDA. Dei. Gratia. Sacri. Romani. Imperii. Princeps. Sancti. - Galli. Et. Sancti. Iohannis. In. Valle. THurae. Abbas. Virginis. Annunciatae Eques: Von der Kette des Annunziatenordens umgebener und von Mitra bekrönter, viergeteilter, ovaler Wappenschild auf Hermelinmantel und gekreuzten Krummstäben, unten Wert, darunter Signatur H. Rv. SANCTUS GALLUS ABBAS. Thronender St. Gallus nach links, dem einen Holzstamm tragenden Bären einen Brotlaib reichend. Exergue – Jahreszahl 1774, darunter Signatur H. Kerbrand.
      D./T. 845; HMZ 871. KM 24. Schön 8. Silber, 28 mm, 6.68 g.
      Bilder
      • 1774_20_Kreuzer_S_Gallen_b.jpg

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      Lieber klaupo,
      schön, daß Du Dich an die Belebung dieses Fadens gemacht hast, und das gleich mit einem schönen und interessanten Stück. Münzen, die Geschichten zeigen sind doch spannender als solche mit Wappen oder Monogrammen.
      Angeregt durch Deinen Beitrag habe ich mal meine altdeutschen Kleinmünzen durchgesehen und eine Figur gefunden, von der es mich wunderte, daß sie noch nicht gezeigt wurde, einfach, weil sie häufig zu finden ist: der Wilde Mann. Erstaunlich, was es über ihn alles zu erzählen gibt. Ich spare mir mal eigene Mühen und verlinke: de.wikipedia.org/wiki/Wilder_Mann
      Ich zeige hier ein 4-Mariengroschen-Stück von 1762 aus Braunschweig-Wolfenbüttel, Karl I. 1735-1780, 2,15 gr., KM 864
      AV: D.G.CAROLVS.DVX.BRVNSVIC.& LVNEB.1762, IIII MARIENGROSCH FEINSILB: I.B.H
      RV: Wilder Mann 4 NVNQVAM RETRORSVM. (Niemals zurück - der Wahlspruch der Welfen seit dem 18.Jhd.)
      Gruß ischbierra
      Bilder
      • 1735-1780 Karl I. 4 Mariengroschen IBH, KM 864 (1).JPG

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      • 1735-1780 Karl I. 4 Mariengroschen IBH, KM 864 (2).JPG

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