Glaube und Aberglaube auf Münzen und Medaillen

      Glaube und Aberglaube auf Münzen und Medaillen

      Schon in der Antike wurden Götter auf Münzen verehrt, dies änderte sich jedoch mit dem Christentum, wo es kein Bildnis von Gott geben kann. An diese Stelle traten dann Bildnisse von Jesus, Maria und den Heiligen, gelegentlich auch von heidnischen Geistern.

      Und um diese Münzen soll es in diesem Thema gehen.

      Ich fange mal mit dem heiligen Georg an.

      Der Legende nach wurde der heilige Georg im 3. Jh. In Kappadocia geboren und ist um 305 in Nikomedia oder in Lydda gestorben.

      Georg war Soldat im römischen Heer unter der Herrschaft Kaiser Diocletianus. Im Zuge der römischen Christenverfolgung wurde Georg festgenommen und sollte seinem Glauben unter der Folter absprechen. Als er die Folter ohne Verletzungen überstand, war die Gattin des Kaisers so vom Christentum beeindruckt, das sie sich taufen lies. Darauf hin wurde sie zusammen mit Georg im Jahre 305 enthauptet.

      Bekannt ist das Diocletianus Frau Prisca wohl Christin war. Prisca wurde allerdings um 315 unter Maximinus Daia hingerichtet.

      Erst im Hochmittelalter ( 12. Jh. ) kam die Legende mit dem Drachen hinzu. Die Stadt Silenia / Lybien wurde von einem Drachen tyrannisiert. Um den Drachen zu besänftigen, opferte man im täglich zwei Schafe. Als keine Schafe mehr vorhanden waren, forderte der Drachen Menschenopfer. Das Los des ersten Opfers viel auf die Königstochter, die ihren Opfergang zum Drachen antrat.
      Georg versprach den Drachen zu töten, wenn sich die Einwohner anschließend taufen ließen. Als dies gelobt wurde, machte sich Georg auf und ritt zum Drachen, verletzte ihn schwer, befreite die Prinzessin und kehrte mit Beiden zurück in die Stadt. Nachdem sich alle 15.000 Einwohner taufen ließen, tötete er den Drachen.

      Es gibt auch noch mehrere andere varianten der Legende.

      Der Gedenktag ist der 23.April

      Historische Angaben zu seiner Person sind nicht gesichert, so das Papst Paul VI 1969, den heiligen Georg offiziell aus dem katholischen Heiligenkalender entfernte. Im Römischen Generalkalender tauchte der heilige Georg aber 1975 wieder auf.

      Hier nun die Münzen

      Mansfeld-Eisleben



      Johann Georg III 1663-1710

      1/3 Taler - Eisleben - 1669
      MM : Anton Bernhard Koburger
      VS : ░•IOHAN•GEORG•COM• - IN•MANSFELT•NOB• - Heiliger Georg reitet r. und ersticht Drachen mit Lanze, darunter 1/3
      RS : ░•DOMIN•H•S•ES•FORTITER•CONSTANTER• - Gekröntes Wappen zwischen 16 - 69 / AB - K
      LIT :
      GE : 9,22 g



      1/3 Taler - Eisleben - 1671
      MM : Anton Bernhard Koburger
      VS : ░•IOHAN•GEORG•COM• - IN•MANSFELT•NOB• - Heiliger Georg reitet r. und ersticht Drachen mit Lanze, darunter 1/3
      RS : ░•DOMIN•H•S•ES•FORTITER•CONSTANTER• - Gekröntes Wappen zwischen 16 - 71 / AB - K
      LIT :
      GE : 8,71 g

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      Mansfeld-Bornstedt


      Franz Maximilian + Heinrich Franz 1644-1692

      1/3 Taler - Eisleben - 1672
      MM : Anton Bernhard Koburger
      VS : ░FRANZ•MAX•HEIN - FRANZ•COMIT•I:MANSF• - Heiliger Georg reitet r. und ersticht Drachen mit Lanze, darunter 1/3
      RS : ░NOB•DOM•IN•HELDRVNGEN•SEB•ET•SR - Gekröntes Wappen zwischen 16 - 72 / AB - K
      LIT : Tornau 311
      GE : 9,29 g

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      Der heilige Rupertus

      Der heilige Rupertus stammt möglicherweise aus der Verwandschaft des merowingischen Königshaus, eventuell aus der Familie der Robertiner.

      Ende des 7. Jahrhunderts lehrte er den Herzögen von Bayern den rechten katholischen Glauben in Regensburg. Vom Herzog Theodo erhielt er dann die Erlaubnis einen Ort zu suchen, wo er eine Kirche samt kirchlichen Bauten wieder aufbauen sollte.

      Sein Weg führte ihn nach Salzburg, wo er zunächst eine Kirche die dem heiligen Petrus geweiht wurde, errichtete. Sie lag auf dem Platz des heutigen Doms. 711/712 gründete er das Kloster Nonnberg, das bis heute ununterbrochen besteht.

      Unter anderem erhielt Rupertus vom Herzog Theodo für das Stift St. Peter, ein drittel des Salzbrunnens.

      Er war bis zum 24.02.717 oder 27.03.718 Bischof von Worms.

      Einer Legende nach, entdeckte Rupert die Solequellen von Reichenhall, die er mit einem Schlag seines Stabs an den Felsen, zum entspringen gebracht hat.

      Salzburg Erzbistum



      Maximilian Gandolf Graf von Khünburg 1668-1687

      3 Kreuzer - 1681
      VS : |MAX : GAND : D : G : ARCHIEP : SALISB: - Doppelwappen, darüber 1681 , darunter 3
      RS : S´RVDBERTVS•EPS•SALISB• - Heiliger Rupertus mit Salzfass und Krummstab
      LIT :
      GE : 1,62 g



      Johann Ernst von Thun und Hohenstein 1687-1709

      15 Kreuzer - 1687
      VS : IO:ERNEST9 D : G : ARCHIEP : SAL : S : A : L : - Erzbischöfliche Wappen
      RS : S:RVDBERTVS• - EPS : SALISB :1687• - Heiliger Rupertus sitzt mit Salzfass und Krummstab, darunter XV
      LIT :
      GE : 5,86 g

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      Die bekanntesten Gestalten sind nätürlich - neben Maria - Peter und Paul, oder auch Petrus und Paulus; Petrus, als der Jünger Jesu, der offenbar eine gewisse Führungsrolle hatte und Paulus, als der wichtigste urkirchliche Theologe, beide durchaus nicht immer in herzlicher Eintracht miteinander verbunden. Auch wenn ich in das Gebiet von Justus einfalle, zeige ich ein Petermännchen- 1/2 Albus (Petrus - mit Schlüssel dargestellt) aus Trier und ein 4 Pfennigstück des Domkapitels in Münster.
      Gruß ischbierra
      Bilder
      • 1790 , 4 Pfennig, KM 446 (1).JPG

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      • 1790 , 4 Pfennig, KM 446 (2).JPG

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      • 1652-1676 Karl Kaspar v.d.Leyen,0,5 Albus 1661,KM 121 (1).JPG

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      • 1652-1676 Karl Kaspar v.d.Leyen,0,5 Albus 1661,KM 121 (2).JPG

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      Hallo ischbierra

      Die Kupferne sind doch immer wieder schön anzuschauen, besonders in der Erhaltung. Der von 1790 fehlt mir noch, aber dafür habe ich den von 1787



      Münster Domkapitel

      3 Pfennig - 1787
      VS : MON:CATHED:ECCLES:MONASIE• - Brustbild des heiligen Paulus v. v. auf Mauer, mir Schwert und offenem Buch
      RS : |4| / PFENNING / 17 - 87 / |
      LIT : Schön 14
      GE : 6,02 g

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      Der heilige Laurentius

      Der heilige Laurentius wurde wahrscheinlich in Laurentum geboren und starb den Märtyrer-Tod am 10.10.258 in Rom. Er war römischer Erzdiakon zur Zeit des Papstes Sixtus II ( 30.08.257-06.08.258 ).

      Der Legende nach war Laurentius Erzdiakon und somit für das örtliche Kirchenvermögen verantwortlich.
      Nachdem Kaiser Valerianus den Papst Sixtus II enthaupten lies, fordert er Laurentius auf ihm das Kirchenvermögen auszuhändigen. Darauf hin verteilte
      Laurentius das Vermögen an die Mitglieder der Gemeinde, versammelte die Armen und Kranken, und präsentierte sie dem Kaiser als das wahre Vermögen der Kirche.
      Dieser ließ Laurentius deswegen mehrfach foltern und dann durch grillen auf einem Gitterrost hinrichten.
      Auf dem Rost richtete Laurentius seine letzen Worte an den Kaiser „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, Dir aber bringt es ewige Pein.

      Daher wird der heilige Laurentius auch meist mit dem Attribut des Gitterrostes dargestellt.

      Warendorf Stadt



      3 Pfennig - 1690
      VS : MO.CIVITA - WARENDORP - Heiliger Laurentius steht v. v. mit Palmzweig und Gitterrost
      RS : III / 1690 - in Kartusche
      LIT : Weing 261a
      GE : 1,94 g

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      Maria, die Mutter Jesu, muß man - hoffentlich - nicht weiter vorstellen. Sie taucht auf unzähligen Münzen auf (zB Marienthaler). Auch die Stadt Goslar hat Maria auf vielen ihrer Münzen. Hier ein Beispiel.
      Gruß ischbierra
      Bilder
      • 1753, 1 Pfennig, KM 121 (1).JPG

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      • 1753, 1 Pfennig, KM 121 (2).JPG

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      Hallo ischbierra

      Wie gewohnt mal wieder ein hervorragend erhaltene Münze von Dir. Wobei anzumerken ist, das die stehende Maria, im 16. Jahrhundert noch eine bevorzugte Darstellung, im 18. Jahrhundert doch ein recht seltenes Motiv war.

      Hier noch eine Thronende aus dem Kurfürstentum Pfalz-Bayern



      Karl Theodor 1777-1799

      20 Konventionskreuzer - München - 1783
      VS : CAR•THEOD•D•G•C•F•R - - V•E•D•S•P•I•A•&•EL•D•I•C•M - Büste r. im Kranz
      RS : PATRONA - BAVARIAE• - Gekrönte Maria v. v. mit Zepter und Jesuskind thront auf Postament mit Wert 20, zwischen Zweigen und 17 - 83 , darunter Rosette
      LIT : Schön 125 a
      GE : 6,50 g

      Dieses Stück wurde im Konventionsfuß geprägt, auch wenn die Angabe 60 Eine feine Marck fehlt.

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      Der heilige Anno

      Der heilige Anno wurde um 1010 in Altstreußlingen geboren und verstarb am 04.12.1075 in Köln. Nach seiner Ritterausbildung, besuchte er die Domschule in Bamberg, wo er ab 1046 selbst unterrichtete. Heinrich III berief Anno als Kaplan und Beichtvater an den Kaiserlichen Hof, erhob ihn 1054 zum Domprobst von Goslar und 1056 zum Erzbischof von Köln.

      Er führte ein sehr frommes und asketisches Leben, war ehrgeizig, bisweilen skrupellos. Er war auch Reformbewegungen gegenüber offen. Er gründete 5 Klöster, St. Maria ad Gradus in Köln, St. Georg in Köln, Grafschaft im Sauerland, Saalfeld an der Saale und Siegburg.

      Der Staatsstreich von Kaiserswerth

      Nach dem Tod Kaiser Heinrichs III übernahm Kaiserin Agnes für ihren sechsjährigen Sohn Heinrich IV die Regentschaft. Die Kaiserin brachte viel Unmut unter den Fürsten, zu deren Anführer sich Anno aufschwang. So plante er den Staatsstreich von Kaiserswerth.

      Als Heinrich IV mit seiner Mutter Agnes, im April 1062, auf dem Weg nach Nimwegen war, ließ Anno bei Kaiserswert ein Schiff prachtvoll ausstatten. Auf dieses lockte er Heinrich IV mit seiner Mutter zur Besichtigung. Nachdem Heinrich IV mit seiner Mutter das Boot betreten hatten ließ er dieses sofort ablegen. Der junge Kaiser versuchte sich mit einem Sprung in den Rhein zu retten, wurde aber vom Grafen Eckbert von Braunschweig wieder zurück an Bord geholt.
      Nachdem Anno die Reichskleinodien an sich brachte gelang es ihm sich 1063-1065 zum Regenten des Heiligen römischen Reichs zu machen.

      Ein dunkler Punkt in seinem Leben war 1074 wo er für die Heimfahrt seines Freundes, Bischof Friedrich I von Münster, ein Schiff im Kölner Hafen beschlagnahmen ließ. Der Kaufmann wiedersetzte sich diesem Übergriff und schnell war die ganze Stadt gegen dem ungeliebten Erzbischof aufgebracht. Zunächst verschanzte sich Anno im Kölner Dom, flüchtete dann aber durch die Katzenpforte aus der Stadt nach Neuss. Dort scharte Anno bewaffnete Untertarnen um sich und kehrte nach vier Tagen zurück um die Stadt zu belagern. Angesichts der Übermacht öffneten die Kölner die Stadttore und ließen den Erzbischof ein.
      Anno verurteilte die Anführer mit harten Strafen, so wurde der Kaufmann geblendet, über die geflüchteten Aufständischen sprach er den Kirchenbann aus, den er zu Ostern 1075 wieder aufhob, und vergab den „Sündern“

      Seinem Willen nach wurde Anno in dem Kloster Siegburg begraben.

      Legenden

      Noch zu Lebzeiten soll Anno mit seinem Mantel einen Blinden geheilt haben. Nach seinem Tode, Pilger die zu seinem Grab in der Abtei Siegburg kamen von ihren Leiden, aus dem Jenseits, befreit haben.

      Der heilige Anno der selber an der Gicht gelitten hatte, gilt als Patron gegen Gicht.

      Anno wurde am 29.04.1183 heiliggesprochen.

      Vom heiligen Anno habe ich nur eine, leider sehr schwach ausgeprägte Münze die unter ihm geprägt wurde, als Anno II Erzbischof von Köln.

      Köln Erzbistum



      Anno II 1056-1075

      Pfennig - Köln - (1057-1075)
      VS : +ANNO•ARCHIE - Brustbild v.v. mit Krummstab in der Rechten.
      RS : +IMAGOS COLOMIЄ - Hildebold-Dom mit der Aufschrift PETR
      LIT : Hävernick 341
      GE : 1,59 g

      Auf der Rückseite diese Pfennigs, so denke ich, ist der Hildebold Dom dargestellt, zum einen die Ähnlichkeit, zum anderen die Aufschrift PETR als Abkürzung von Petrus, dem der Dom ja geweiht war.
      Erzbischof Hildebold galt als Erbauer, was sich aber durch neuere Forschungsergebnisse nicht mehr halten lässt.

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      ischbierra schrieb:

      Auch wenn ich in das Gebiet von Justus einfalle, zeige ich ein Petermännchen- 1/2 Albus (Petrus - mit Schlüssel dargestellt) aus Trier ...
      Nur zu, nur zu ! Ein selten schönes Exemplar, wie auch nicht anders von dir zu erwarten, ischbierra. :thumbsup:
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
      ____________________
      Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.
      Der heilige Liborius

      Aus dem Leben des heiligen Liborius ist leider wenig bekannt. Er entstammte einem vornehmer Gallischen Familie, war im 4. Jahrhundert Bischof von Le Mans im römischen Gallien und Freund des heiligen Martin ( Sankt Martin ).

      Als Bischof des schon christianisiertem Le Mans, sah er es als Aufgabe an, auch im heidnischen Umland den Glauben zu verbreiten. Er errichtete mehrere Landpfarreien, weihte 217 Priester und 184 Diakone.

      Sein Todestag wird auf den 23.07.397 datiert. Auch sein Freund der heilige Martin weilte an seinem Sterbebett und leitete auch das Begräbnis in der Zwölfapostelkirche, wo Liborius begraben wurde.

      Der Legende nach, sollen an seinem Grab Heilungswunder geschehen sein.

      Der Bischof von Le Mans, Aldrich machte Reliquien des heiligen Liborius, Baduard Bischof von Paderborn zum Geschenk. Im Jahre 836 reiste eine Paderborner Delegation nach Le Mans um die Reliquie zu überführen.

      Der Legende nach soll sich beim öffnen des Grabes ein wundervoller Geruch in der Zwölfapostelkirche verbreitet haben. Bei der Überführung nach Paderborn soll ein Pfau voran geflogen sein, der dann Tod über dem Paderborner Dom vom Himmel fiel.

      Im Dreißigjährigen Krieg eroberte der protestantische Herzog Christian von Braunschweig, 1622 die Stadt Paderborn und ließ auch den Domschatz plündern. Auf einem Feldzug den ihn nach Lothringen führte, verkaufte er die Reliquien des heiligen Liborius, dem Rheingrafen Philipp Otto. 1627 kaufte das Paderborner Domkapitel die Reliquien zurück, und setzte sie wieder im Hochaltar des Doms bei.

      Der katholische Gedenktag des heiligen Liborius ist der 23. Juli

      Hier nun eine Münze

      Paderborn Bistum



      Sedisvakanz 1761-1763

      6 Pfennig - 1761
      VS : MON : CATHED : PADERPORN SEDE VACANTE - Brustbild des heiligen Liborius mit Mitra, Krummstab und Buch, über Mauer mit der Aufschrift S•LIBORIVS
      RS : |VI| / PFENNING / 1761
      LIT : Schön 36
      GE : 3,14 g

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      Der heilige Kilianus

      Der Legende nach wurde der heilige Kilianus um 640 in Mullagh in Irland geboren, und wurde 689 in Würzburg ermordet.

      Kilianus entstammte einer iroschottischen Familie. Nach einer Zeit in der Einsamkeit und Studien der Wissenschaft, erhielt er die Bischofsweihe, und pilgerte nach Rom um seine Bestätigung zu erhalten, als Missionar tätig zu sein.

      Mit seinen 12 Begleitern ( man denke an Jesus mit den 12 Aposteln ) machte er sich dann nach Germanien auf, um den Glauben zu verbreiten. In Würzburg ließen sie sich nieder, um ihren Auftrag zu erfüllen. Sie fanden auch bald Anerkennung durch ihre modernere Kenntnisse der Landwirtschaft, und damit der Ertragsteigerung, die wiederum zu mehr Wohlstand führte.

      Diese Verbesserung der Lebensbedingungen, die zusammen mit der Christlichen Lehre kam, führte bei der Bevölkerung dazu, sich auch mit dem Glauben zu befassen. Viele ließen sich taufen, so auch der Herzog Gozbert. Kilian forderte aber von dem Herzog, sich von seiner Frau Gailana, die zugleich auch seine Verwitwete Schwägerin war zu trennen, weil diese Verbindung zwar nach römischen Recht erlaubt, nach Kirchlichem aber verboten war. Gozbert folgte dieser Aufforderung.

      Als der Herzog auf einem Kriegszug war, lies Gailana Kilianus mit seinen Gefährten Kolonat und Totnan beim Gebet auflauern. Die drei Betenden streckten den Mördern zwar noch ihre Bibeln entgegen, was diese aber nicht abschreckten, ihre Opfer zu ermorden. Die Mörder verscharrten die Leichen, und ließen einen Pferdestall darüber bauen. Jedoch die Pferde scheuten am Stall.

      Als der Herzog heimkehrte gestanden ihm, die schon vom Wahnsinn befallenen Mörder die tat. Eine ältere Frau zeigte Gozbert die Stelle an der Kilianus verscharrt wurde. Die Mörder begingen Selbstmord, die Anstifterin starb im Wahnsinn und der Herzog wurde ermordet.

      Für die Bevölkerung war damit Richtigkeit des Christlichen Glaubens erwiesen und bekehrten sich.

      Die Bibel des heiligen Kilianus befindet sich in der Würzburger Universitätsbibliothek. Ansonsten ist die Legende sehr umstritten.

      Am 08.07.752 ließ Bischof Burkhard die Gebeine des heiligen Kilianus erheben. Im Jahre 788 wurden die Gebeine im Beisein von Karl dem Goßen in den Dom überführt.

      Hier nun ein paar Münzen

      Bistum Würzburg



      Philipp Adolph von Ehrenberg 1623-1631

      Schilling - 1625

      VS : +MO•NO : ARG : HERBIPOLENSIS 1625 - Vierfeldiges Wappen
      RS : SANCTVS = KILIANVS - Heiliger Kilianus steht leicht l. mit Schwert und Krummstab
      LIT :
      GE : 0,98 g



      Johann Gottfried II von Guttenberg 1684-1698

      Schilling - 1690
      VS : IOH•GODEFR•D•G•EPI•H•S•R•I•P F O•D• - Vierfeldiges Wappen vor gekreuztem Schwert und Krummstab; unten 16 = 90
      RS : SANCTUS• = •KILIANUS - Heiliger Kilianus steht v. v. mit Schwert und Krummstab
      LIT :
      GE : 1,06 g

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      Bistum Würzburg



      Anselm Franz von Ingelheim 1746-1749

      Schilling - 1747
      VS : ANS•ERANC•D•G•EP•H•S•R•I•P•E•O•D• - Wappen vor gekreuztem Schwert und Krummstab
      RS : SANCTUS = KILIANUS - Heiliger Kilianus steht v. v. mit Schwert und Krummstab, zwischen 17 = 47
      LIT : Schön 89
      GE : 1,19 g

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      Bistum Würzburg



      Karl Philipp von Greifenklau-Vollraths 1749-1754

      Schilling - 1751
      VS : CAR•PH•D•G•EP•H•S•R•I•P•F•O•D• - Wappen vor gekreuztem Schwert und Krummstab
      RS : SANCTUS = KILIANUS - Heiliger Kilianus steht v. v. mit Schwert und Krummstab, zwischen 17 = 51
      LIT : Schön 102
      GE : 1,11



      Schilling - Bronzeabschlag - 1751

      VS : CAR•PH•D•G•EP•H•S•R•I•P•F•O•D• - Wappen vor gekreuztem Schwert und Krummstab
      RS : SANCTUS = KILIANUS - Heiliger Kilianus steht v. v. mit Schwert und Krummstab, zwischen 17 = 51
      LIT : Schön zu 102
      GE : 0,92 g

      Dieses Stück ist sauber geprägt und ist „goldfarben“ also Bronze oder Messing, der Verwendungszweck ist mir nicht bekannt, vielleicht ein Abschlag für die Münzbücher der Prägestätte, der nicht verwendet wurde.

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