Bingen

      Bingen am Rhein befindet sich unmittelbar südöstlich des Rheinknies am Binger Wald, der sich westlich der Stadt erhebt. Hier beginnt mit dem Stadtteil Bingerbrück der Mittelrhein. Bingen gehört zum Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal.

      Der ursprüngliche Name der Siedlung war Bingium, keltisches Wort eventuell für „Loch im Fels“, Bezeichnung für die Untiefe hinter dem Mäuseturm, bekannt als Binger Loch. Bingen war Ausgangspunkt der Ausoniusstraße, einer römischen Militärstraße, welche die Stadt mit Trier verband.

      Anfang des 1. Jahrhunderts AD wurden an der Rheintalstraße römische Truppen in Bingen stationiert. Sie änderten den Namen in Bingium. Es entstand eine hölzerne Nahebrücke (77 n. Chr.) und ein Kastell am Brückenkopf. Durch den Presbyter Aetherius von Bingen wurde in der Zeit um 335 bis 360 eine feste christliche und von Priestern geleitete Gemeinde gegründet. Als Beleg aus dieser Zeit dient heute noch der Grabstein des Aetherius in der Martinsbasilika. Nach dem Fall des Limes wurde die Stadt im fünften Jahrhundert fränkisches Königsgut und ging 983 durch die Veroneser Schenkung von Otto II. an den Erzbischof Willigis von Mainz. Unter Otto III. kam der Binger Kammerforst dazu. Unter Willigis entstand ein Stück naheaufwärts die steinerne Drususbrücke.

      Die Binger strebten immer wieder nach Unabhängigkeit, was 1165 bei Streitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Kaiser zur Zerstörung führte. Im 13. Jahrhundert war Bingen Mitglied des Rheinischen Städtebundes. Der Bau der Burg Klopp Mitte des 13. Jahrhunderts kann wohl auch in diesem Zusammenhang gesehen werden. Ein letzter Versuch war die erfolglose Teilnahme am Bauernkrieg 1525. Vom Erzbischof erwarb das Mainzer Domkapitel 1424 und 1438 in zwei Hälften die Stadt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb Bingen unter dessen Verwaltung.



      Suedansicht mit Blick auf die Basilika St. Martin
      Stahlstich - Lange, Poppel - Darmstadt 1850


      Quelle: wikipedia

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      Das Kloster Rupertsberg war ein Kloster der Benediktinerinnen in Bingen. Es befand sich auf dem Rupertsberg linksseitig der Nahe bei ihrer Mündung in den Rhein. Hildegard von Bingen verließ um 1150 das Kloster Disibodenberg, um ihr eigenes Kloster über dem Grab des Heiligen Rupert zu gründen. Der Rupertsberg war günstig gelegen an den Verkehrs- und Kommunikationswegen des Rheines und der Nahe. Nachdem zunächst eine alte Kapelle als Kirche diente, entstand nach und nach die neue Klosteranlage. Die dreischiffige Klosterkirche wurde 1152 durch Erzbischof Heinrich von Mainz konsekriert. Zu dieser Zeit hatte Hildegards Erstlingswerk Liber Scivias bereits große Bekanntheit erlangt. Die meisten ihrer Werke entstanden in der Zeit auf dem Rupertsberg, im Skriptorium des Klosters wurden sie auch handschriftlich vervielfältigt und fanden den Weg in alle Welt.



      St. Rupertus Kloster
      Stahlstich - Meyers Universum - 1838

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