Der Konventionstaler

      Der Konventionstaler

      Ein erneuter Versuch einer einheitlichen Währung war der Konventionstaler und seine Teilstücke. Zuerst prägte Österreich ab 1748 im 20 Guldenfuß, das heißt aus der feinen Kölner Mark ( 233,856 g ) wurden 20 Gulden geprägt.

      Eine weitere Notwendigkeit einer neuen Silbermünze war auch der gestiegene Goldpreis im Verhältnis zum Silber. War um 1566 ein Goldgulden noch genau soviel wert wie ein Reichstaler, so war nun ein Dukat soviel wert wie zwei Konventionstaler.

      1753 kam es dann zwischen Österreich und Bayern zur Konvention ( = Staatsvertrag ) aus der feinen Kölner Mark, 10 Konventionstaler zu prägen. Dies ergab bei einem Feingehalt von 833,33/1000 ein Rauhgewicht von 28,063 g.

      Auch wenn Bayern innerhalb des ersten Jahres aus dem Vertrag zurücktrat, Setzte sich der Konventionstaler bei vielen Münzständen durch.

      Preußen, das seit 1750 den Preußischen Reichstaler im 14 Talerfuß ( 14 Taler aus der feinen Kölner Mark ) münzte, prägte auch für den Außenhandel Taler im Konventionsfuß, die so genanten Handelsmünzen.

      Etwas Neues beim Konventionstaler war auch die Wertangabe, sowohl bei den Talern wie auch den Kleinmünzen, die im Konventionsfuß geprägt wurden, mit Angabe der Stückelung auf die Kölner Mark.

      Und um diese Konventionstaler und ihre Teilstücke im Konventionstalerfuß soll es hier gehen.

      Hier nun ein Beispiel eines braunschweigers Konventionstalers

      Braunschweig-Wolfenbüttel

      Karl I 1735-1780



      Konventionstaler - Braunschweig - 1764
      MM : Johann David Biller (1760-1779)
      VS : CAROLVS D•G•DVX BRVNSVIC•ET LVNRB• - Geharnischte Büste r.
      RS : NVNQVAM RETRORSVM•1764 / X•EINE FEINE MARCK / CONVENT•M / I•D•B - Pferd springt l.
      LIT : Welter 2716
      GE : 27,54 g

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      Hier ein Konventionstaler aus dem Erzbistum Köln

      Maximilian Friedrich Graf von Königseck - 1761-1784



      Konventionstaler - Bonn - 1765
      MM : Jakob Kohlhaas
      SS : Eberhard Wyon
      VS : MAX•FRID•D•G•AR•EP&EL•COL•E&P•M•W&A•D / 1765 E Wyon - Büste des Erzbischofs r.
      RS : IUSTITIA ET MANSUET UDINE / 10 EINE MARCK / FEIN / I - K - Wappen mit Kurfürstenkrone vor gekreuztem
      RD : Laubrand
      LIT : Noss 793 dies Exemplar
      GE : 28,01 g

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      Hier nun ein Gulden aus Sachsen,zum einen mit der Wertangabe zu XX eine Feine Mark, also ein halber Konventionstaler, und zum anderen 2/3 als Wertangabe auf den (Rechnungs-) Taler.

      Sachsen

      Friedrich August III 1763-1827



      2/3 Taler - Dresden - 1765
      MM : Ernst Dietrich Croll ( 1764-1778 )
      VS : FRID:AVGVST: D :G: DVX SAX:ELECTOR - Geharnischre Büste r.
      RS : XX:EINE - MARCK F: / 17 - 65 / 2/3 / E•D•C - Mit Kurhut gekröntes Doppelwappen
      LIT : Schön 228
      GE : 13,88 g

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      Verzögert durch den 7-jährigen Krieg, schloß sich Sachsen erst 1763 dem Konventionsfuß an und behielt ihn bis 1838.
      Hier ein Taler von Friedrich August III. aus dem Jahr 1780 IEC, 28,00 gr; Lit.:Buck 157
      AV: FRID:AUGUST:D:G:DUX SAX:ELECTOR
      RV: X.EINE MARCK F:
      Gruß ischbierra
      Bilder
      • Taler Dresden 1780, Buck 157 (1).JPG

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      • Taler Dresden 1780, Buck 157 (2).JPG

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      Ja ":" und "D" sind eine lächerliche Kombination, ich bin auch immer am nachbessern :S

      Hier noch ein Doppelgroschen, 1/12 Taler oder auch 1/16 Konventionstaler

      Sachsen

      Friedrich August III 1763-1827



      1/16 Konventionstaler - Dresden - 1792
      Auf das Vikariat
      MM : Johann Ernst Croll ( 1779-1804 )
      VS : FRID•AVG•D•G•DVX SAX•ELECTOR / 1792 - Büste r.
      RS : SAC•ROM•IMP•PROVISOR - ITERVM / CLX•EINE MARK F• / I•E•C• - Doppelkopfadler mit gekröntem Wappen auf der Brust
      LIT : Schön 263
      GE : 3,30 g

      Dieses Stück ist zum Gedenken an das Vikariat 1792 geprägt. Die Kaiserwürde im Heiligen Römischen Reich war nicht erblich. Für die Vakanz ( = Leerer Stuhl, die Zeit zwischen dem Tod des Kaisers bis zur Ernennung des neu gewählten Kaisers ), hat Kaiser Karl in der Goldene Bulle 1356 verfügt, das sich die Kurfürsten der Pfalz und von Sachsen das Vikariat ( = Vertretung ) teilen. Sie besaßen alle Kaiserlichen Rechte mit Ausnahme der Veräußerung von Reichsgut und die Vergabe von Fahnlehen.

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      Die goldene Bulle war schon ein Meisterwerk Karls IV. Wenn man überlegt, wie lange die Bestand hatte.

      Du hast Recht: der Pfalzgraf bei Rhein als Erztruchsess und der Herzog von Sachsen als Erzmarschall waren die ersten Adressen im Falle der Vakanz.
      Allerdings habe ich gelesen, dass die pfälzische Kurwürde 1777 erlosch und durch die bayerische ersetzt wurde. Vorher gab es statt ursprünglich 7 Kurstimmen 2 neue: Eben die des Herzogs von Bayern und der Herzog von Braunschweig-Lüneburg. Aus erbschaftlichen Gründen wurde aus Pfalz + Bayern dann Bayern als Stimme.

      Das müsste ja bei deinem Stück dann schon relevant gewesen sein.
      Hallo Andreas

      Ich denke das kann man so nicht sagen. Die Pfalgrafen verlohren 1623 die Kurwürde an Bayern. Somit war die ausübung des Vikariat mit der Kurwürde an Bayern gefallen. Mit der Westfälischen Frieden 1648 wurde die Pfalzgrafen mit einer achten Kur entschädigt. Nun war das Problem die Kurfürsten von Bayern bestanden auf ihr Recht das Vikariat zu besetzen, da sie dieses Recht mit der Erhaltung der Kur von den Pfalzgrafen verbunden sahen, Die
      Pfalzgrafen dagegen auf ihr verbrieftes Recht aus der Goldenen Bulle. Nach dem Tod Ferdinands III kam es folglich zum Streit zwischen Bayern und der Pfalz, nach dem Tod Kaiser Josephs I 1711 nicht, da über den Bayrischen Kurfürst 1706 die Reichsacht verhängt wurde. Nachdem 1714 mit dem Frieden von Rastatt die Reichsacht über Maximilian Emanuel von Bayern aufgehoben war, einigten sich der pfälzisch und der bayrische Kurfürst, beide aus dem Hause Wittelsbach, 1724 auf eine gemeinsame Ausübung des Reichsvikariat.


      Mit der dem Aussterben der bayrischen Wittelsbacher, viel Bayern an die Pfalz und somit auch die achte Kur mit der Alten Kur zusammen.

      Hier nun ein Stück aus dem Bistum Bamberg

      Adam Friedrich von Seinsheim 1757-1779



      1/24 Konventionstaler - 1766
      VS : +BAMBERGER - LAND:MUNZ - 240 / EINE F• / MARCK / 1766 / V•K• / S•N•R in Kartusche
      RS : S•HEINRICVS•IMPERATOR• - Heinrich II der Heilige, Brustbild v. v. mit Mitra, Nimbus, Schwert und Reichsapfel
      LIT : Schön 37
      GE : 2,11 g

      Heinrich II der Heilige gründete im Jahre 1007 das Bistum Bamberg

      Das V.K. steht für den Wert 5 Kreuzer

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      Hier, wie ich finde, noch ein schönes Beispiel eines 1/12 Talers, wobei in der Randschrift steht, also sozusagen im Kleingedruckten, das 160 auf die Feine Mark gehen, also 1/16 Konventionstaler.

      Anhalt-Bernburg

      Alexius Friedrich Christian 1796-1834



      1/12 Taler - 1799
      MM : Hans Schluter ( 1795-1821 )
      VS : Gekrönter Bär geht l. auf Zinnenmauer mit Tor
      RS : +CLX EINE FEINE MARK CONVENT•M• / |12| / EINEN / THALER / +1799+ / •H•S•
      LIT : Schön 87
      GE : 3,19 g

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      Ich nehme mal den aktuellen Faden her um ein großes MERCI für die Betrachtungen zu Altdeutschland auszusprechen!

      Ich kann mich zwar nicht als eingefleischten Altdeutschlandsammler bezeichnen,aber im Laufe der Jahre haben dann doch einige entsprechende Stücke den Weg auf meine Bretter gefunden.Zugegebenermaßen unterscheide ich da bezüglich der Sammelstruktur allerdings nicht zwischen Mittelalterbrakteaten,Talern,Teilstücken oder Scheidemünenzen und ziehe auch zeitlich bei 1806 die endgültige Trennline.

      Natürlich bleibe ich meinen antiken Sammelgebieten weitgehend treu,ab und an jedoch werde ich auch mein wildes Altdeutschlandkonvolut um das eine oder andere Stück erweitern.
      Am "Mögen" liegt es nicht! Ist aber das gleiche Problem wie bei den Antiken.

      Ich kann keine Bilder in diese Kiste hier "quetschen".



      Im Grunde ist es bei mir sogar ein (fast) fließender Übergang von der Antike ins MA.Friesische Sceats des 8.Jh. liegen noch bei der Antike.

      Die Karolinger stellen die aktuelle"Lücke"dar.

      Und mit den OTTO/Adelheids geht es dann zum Altdeutschlandteil über.(ich sollte Altdeutschland da wohl besser in ""setzen) :S

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      Stolberg-Stolberg + Stolberg-Roßla

      Friedrich Botho + Karl Ludwig 1761-1768



      1/6 Taler - Stolberg - 1763
      MM : Johann Eberhard Volkmar Claus
      VS : FRID•BOTHO•U•CARL•LUDW•GR•Z•ST•K•R•W•U•H• / C - Dreifach behelmtes Wappen
      RS : LXXX•EINE FEI - NE MARCK 1763 - Hirsch geht l. vor Säule, darunter Wert 1/6
      LIT : Schön 76
      GE : 4,88 g

      Auch hier wieder die Wertangabe in 1/6 Taler und 1/80 Mark = 1/8 Konventionstaler

      Das Wappentier der Grafen von Stolberg ist der Schwarze Hirsch. Der Legende nach fing der Ritter Otto de Columna aus einer adligen römischen Familie, die von der Säule genannt ( daher die Säule hinter dem Hirsch ) , in den Stolberger Wäldern ein schwarzer Hirsch. Diesen schenkte er dem oströmischen Kaiser Justinianus II ( 566-578 ) und erhielt dafür das Stolberger Land zum Geschenk.

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      Stolberg-Stolberg + Stolberg-Roßla

      Friedrich Botho + Karl Ludwig 1761-1768



      1/12 Taler - Stolberg - 1764
      MM : Johann Eberhard Volkmar Claus
      VS : F•BOTHO U•C•LUDWIG GP•Z•ST•K•R•W•U•H+ - Hirsch geht l. vor Säule
      RS : CLX•EINE FEINE MARCK|1764 - 12 / EINEN / THALER / C / |
      LIT : Schön 73
      GE : 3,18 g

      Auch hier wieder die Wertangabe in 1/12 Taler und 1/160 Mark = 1/16 Konventionstaler


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      Ich brauche dafür schon 2 Stücke ...

      WALDECK
      Georg (1805-1812) Fürst zu Waldeck, regierender Graf zu Pyrmont
      1/24 Taler 1806 (s. WM 30-51-62-1)
      Arolsen, Johann Georg Friedrich Welle (F.W.)

      Billon 1,63 g 18,0 mm

      Georg (1805-1812) Fürst zu Waldeck, regierender Fürst zu Pyrmont
      1/24 Taler 1807 (s. WM 30-51-71-1)
      Arolsen, Johann Georg Friedrich Welle (F.W.)

      Billon 1,68 g 18,5 mm

      Anm.: Beachte die unterschiedlichen Titel
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de
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