Der Vierschlagpfennig

      Der Vierschlagpfennig

      Der Namen Vierschlagpfennig leitet sich aus der Herstellung der Schrötlinge ab. Bei diesem Verfahren wurde der Schrötling nicht rund ausgeschnitten oder gestanzt, sondern Quadratisch geschnitten. Dies hatte den Vorteil, das so gut wie kein Material übrig blieb, das erneut eingeschmolzen werden musste.

      Diese Quadratischen Schrötlinge hat man dann mit je einem Hammerschlag auf alle vier Ecken abgerundet, daher der Name Vierschlag-Pfennig. Der Nachteil war das daraus entstehende „Quadratum supercusum“ , das in der Mitte entstandene Quadrat, das in seiner Originaldicke war. Durch die abgeflachten Ränder, wurde nur das Quadrat in der Mitte beprägt.

      Diese art der Schrötlingsherstellung finden wir zuerst bei Metzer Pfennige aus dem 11 Jh.. Dieses Verfahren breitete sich dann im 12 Jh. Im Süddeutschen-Raum, Schweiz und Österreich aus.

      Ich beginne mal mit einem Beispiel:

      Bayern

      Albrecht III 1438-1460



      Pfennig - München
      VS : Mönch-Büste l. im Kreis
      RS : A zwischen zwei Rosetten
      LIT : Saurma-Jeltsch 972
      GE : 0,52 g

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      Pfalz-Oberpfalz

      Kurfürst Ludwig IV + Johann II der Oberpfälzer 1436-1443




      Pfennig - Amberg
      VS : Die Wappenschilde von Pfalz und Bayern nebeneinander darüber lh
      RS : am
      LIT : Kull 74
      S Noss 483

      GE : 0,40 g + 0,53 g


      Dieses Stück ist eine Gemeinschaftsprägung von dem Kurfürst Ludwig IV von der Pfalz mit Johann II der Oberpfälzer

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      Schönes und interessantes Thema! :thumbsup:

      Und so wurde dann tatsächlich jeder einzelne Schrötling mit dem Hammer bearbeitet?
      Verwunderlich, dass die an den Ecken nur abgestumpft und nicht wesentlich mehr verbogen sind!
      Zuerst dachte ich, das vielleicht ein kompletter eckiger Gussstrang "behämmert" wurde.

      Andicz schrieb:

      Und so wurde dann tatsächlich jeder einzelne Schrötling mit dem Hammer bearbeitet?
      Ja, das war weniger aufwändig, und weniger Verlustreich, als die Überbleibsel bei runden Schrötlingen wieder einzuschmälzen.

      Hier noch zwei aus Augsburg

      Augsburg Bistum

      Peter Graf von Schauenburg 1424-1469




      Pfennig - (1441)
      MM : Franz Bäsinger (1441)
      VS : Büste des Bischofs v. v. mit Mitra, Krummstab und Pyr
      RS : B
      LIT : Steinhilber 177
      GE : 0,32 g + 0,34 g

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      Bayern-Landshut

      Heinrich IV der Reiche 1393-1450



      Pfennig - Landshut
      VS : h zwischen zwei Rosetten
      RS : Helm
      LIT : Saurma-Jeltsch 967
      GE : 0,41 g



      Pfennig - Landshut
      VS : h zwischen zwei Ringel
      RS : Helm
      LIT : Saurma-Jeltsch 967 var
      GE : 0,51 g

      Die Vorderseite h zwischen zwei Ringel ist mir nur mit der Rückseite Hund mit Baum bekannt

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      Erzbistum Salzburg

      Johann II von Reisberg 1429-1441



      Pfennig
      VS : Salzburger Wappen
      LIT : CNA A55
      GE : 0,41 g

      Eine seltene Variante der Vierschlagpfennige sind die einseitigen Prägungen. Dies ist kein auf der Rückseite schlecht oder versehentlich nicht beprägtes Stück, sondern sie sollten so geprägt werden.

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