Der Reichstaler

      Der Absolutist

      Ich stelle hier zwei Doppeltaler aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts vor. Beide Münzen sind aus Silber, wiegen 56g und sind dem Haus Habsburg zuzuordnen.

      Das Doppelporträt auf dem linken Taler stellt Erzherzog/Fürstbischof Leopold V. und seine Angetraute, Claudia von Medici dar. Der Taler, von dem auch noch eine minimal unterschiedliche Variante existiert, wurde ausgegeben aus Anlass der Vermählung der Beiden im Jahre 1626.
      Aus diese Verbindung entstand ein Sohn Friedrich Carl, welcher 1628 geboren wurde und einen Tag vor Sylvester im Jahr 1662 in Kaltern in Südtirol - den Weinliebhabern wirf der Kalterer See ein Begriff sein - in eigentlich recht jungen Jahren mit 34 das Zeitliche segnete. Die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Sohn kommt auf den Talerporträts recht gut zur Geltung.

      Am 17. Dezember 1638 hatte der von Frankreichs König Louis XV. unterstützte Bernhard, Herzog von Sachsen-Weimar und Landgraf von Thüringen die von Kaiser Ferdinand III. bzw. von dessen Statthalter von Reinach mit allen Mitteln verteidigte Stadt nach achtmonatiger Belagerung und Aushungerung erobert. Nach dem Tode Bernhards 1639 übergab dessen General die Stadt an die Franzosen, die sie als eigene Eroberung betrachteten, was im Westfälischen Frieden 1648 auch vertraglich bestätigt wurde.
      Nachdem die Habsburger außer Breisach auch das Sundgau und das Elsass an Frankreich hatten abtreten müssen, wo vorher Leopold V. als Fürstbischof von Strasburg bis zu seinem Tod 1632 das Sagen gehabt hatte, erhielt dessen Sohn und Nachfolger Erzherzog Ferdinand Carl eine von Frankreich zu zahlende und nicht unbedeutende Entschädigung für die Abtretung seiner Herrschaftsansprüche.

      Diese enormen Entschädigungszahlungen wurde nun für Ferdinand Carl - seit 1646 Landesfürst von Tirol - zur Grundlage der Finanzierung seines höchst aufwendigen und verschwenderischen Lebensstils, für den er darüber hinaus zusätzlich weitere Güter und Rechte verkaufte oder verpfändete. Ferdinand Carl fühlte sich als absoluter Herrscher, gewissermaßen als "Sonnenkönig" von Tirol und entsprechend handelte er.

      Ein hervorragendes Mittel seiner Prachtentfaltung fand er in den Künsten, zu deren großzügigem Förderer er sich berufen fühlte. Sein außergewöhnliches Mäzenatentum, das mit einem prächtigen Hofleben in Innsbruck einherging, war freilich auch mit enormen Kosten verbunden und trug Friedrich Carl einen sehr schlechten Ruf ein: Man warf ihm Desinteresse an den Regierungsgeschäften, Begünstigung von Misswirtschaft und Korruption sowie Verschwendungs- und Vergnügungssucht vor, was im Großen und Ganzen sicherlich auch nicht ganz unberechtigt gewesen ist.

      Aber auch Verschwendung hat ihre guten Seiten: Ein großer Teil der von Ferdinand Carl zusammengetragenen Kunstschätze ist noch heute präsent und sorgt heute im Schloss Ambras bei Innsbruck für nicht versiegende Einnahmen.
      Gruß
      corrado26
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      Scio ut nescio sed tamen cogitare necesse est

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      Ausbeutetaler aus Fürstenberg

      Die Bilder zeigen einen sehr seltenen Ausbeutetaler aus dem Jahr 1790, geprägt in einer Auflage von nur 806 Stück aus Silber, welches in der Grube Friedrich Christian bei Schapbach im Fürstentum Fürstenberg im Schwarzwald abgebaut worden war.

      Im Jahre 1783 hatte der damals 25 Jahre alte Prinz Josef Maria Benedikt den Thron im Schloss in Donaueschingen bestiegen, den er bis zu seinem Tod 1796inne hatte.

      In seiner Jugend hatte Josef Maria Benedikt als Erbprinz den zwölf Tage dauernden Besuch des 10-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart miterlebt, welcher im Rahmen einer dreijährigen Konzerttournee in Donaueschingen Station gemacht hatte. Dieses Erlebnis war für den Prinzen prägend: Er entwickelte eine große Leidenschaft für die Musik und nach seinem Regierungsantritt gab er ein Vermögen für den Unterhalt eines Theaters aus, in dem die Werke der großen Komponisten jener Tage aufgeführt wurden. Mozart bat ihn damals um ein reguläres jährliches Gehalt, für das Fürst Josef Maria Benedikt von iMozart arrangierte Kompositionen zum exklusiven Gebrauch im Schloss in Donaueschingen erhalten sollte. Tatsächlich hat der Fürst drei Symphonien und drei Klavierkonzerte von Mozart gekauft, doch zu einer regelmäßigen jährlichen Gehaltszahlung an ihn ist es nicht gekommen.

      Die Stempel zu dem hier gezeigten Stück sind von dem kurpfälzischen Stempelschneider Boltschauser in Mannheim gefertigt worden. Die Umschrift der Vorderseite IOS(eph) M(aria) B(enedict) FÜRST ZU FÜRSTENBERG L(andgraf) I(n) D(er) B(aar) U(nd) Z(u) ST(ühlingen) H(err) Z(u) HAUSEN I(m) KINZ(iger) THAL gibt der damaligen Mode entsprechend die vollständige Titulatur des Landesherrn wieder.
      Die Rückseite zeigt die Ansicht der Grube Friedrich Christian und die Umschrift MIT GOTT DURCH KUNST UND ARBEIT und im unteren Abschnitt den Dreizeiler

      DIE GRUBE FRIED. CHRIST. GABS
      ZUR AUSBEUT IM QUARTAL
      CRUCIS 1790


      corrado26
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      Das sächsische Interregnum

      Der sächsische Kurfürst Christian I., der im Urteil seiner Zeitgenossen als schwächlich und unbegabt, dafür aber um so genusssüchtiger galt, war um eine möglichst große Prachtentfaltung an seinem Hof bemüht. Politische Erfolge waren ihm dabei weniger wichtig, die notwendigen, politische Entscheidungen überließ er lieber einem bürgerlichen Kanzler.

      Seinem frühen Tod, er starb 1591 mit 31 Jahren an den Folgen übermäßigen Alkoholgenusses, folgte wegen der Minderjährigkeit des Thronfolgers eine Zeit des Interregnums: Herzog Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar-Altenburg führte von 1591 bis zur Volljährigkeit des Thronfolgers 1601 die Regierungsgeschäfte.

      Der Amtsnachfolger Christian II. war mit acht Jahren im Jahre 1591 Erbprinz von Sachsen und Kurprinz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation geworden. Im Jahre 1601 übernahm er die Regierung in Sachsen und wie sein Vater auch das Erzmarschallamt des Reiches. Er führte die väterliche Prunk- und Genusssucht sowie den Anspruch nach absoluter Macht bedenkenlos weiter, insbesondere seine Vorliebe für den Alkohol jedoch blieb auch bei ihm nicht ohne Folgen für seine Gesundheit: Er starb im Sommer 1611 mit 28 Jahren!

      Die unten abgebildete Münze ist ein Taler aus den Jahren des Interregnums, ausgegeben 1592 unter Administrator Herzog Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar-Altenburg. Er wurde in Saalfeld geprägt. Der Taler zeigt auf der Porträtseite Herzog Friedrich Wilhelm in Rüstung und weist in der Umschrift "Fridericus Wilhelmus Dux Saxoniae Elector Administrator" = Friedrich Wilhelm, Herzog von Sachsen und kurfürstlicher Administrator" auf seine Eigenschaft als stellvertretender Regierungschef im Kurfürstentum Sachsen hin.

      Gruß
      corrado26
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      Jetzt bin ich aber langsam geplättet. Wenn ihr "Altdeutschen" so weitermacht, werde ich wohl bald umsatteln müssen. Alle Achtung. Gratuliere zu diesen Schätzchen, corrado26 !
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
      ____________________
      Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.

      Kaiser Ferdinand I.

      Kaiser Karl V. hatte nach dem frühen Tod seines Vaters Philipp des Schönen von Kastilien Spanien einschließlich der Kolonien in Übersee und den italienischen Besitz, die Niederlande sowie die habsburgischen Kernlande im Reich geerbt. Damit standen die Habsburger auf dem Höhepunkt ihrer Macht: In ihrem Reich ging die Sonne nicht unter!. Als Karl 1556 abdankte, hinterließ er seinem Sohn Philipp II. Spanien, die Niederlande und den spanischen Besitz in Italien und in Übersee; die österreichischen Erblande hingegen kamen an Karls jüngeren Bruder, Kaiser Ferdinand I., der 1526 auch Böhmen und Ungarn für die Habsburger gewonnen hatte. Somit war das Haus Habsburg nunmehr in zwei Linien geteilt; der österreichische Zweig, fortgeführt durch Ferdinand I., behielt den Kaisertitel, der spanische Zweig erlosch im Jahre 1700, was schließlich in den Spanischen Erbfolgekrieg führte.

      Kaiser Ferdinand war 1503 in Alcalá de Henares bei Madrid geboren worden, erhielt 1521 von seinem Bruder die österreichischen Erblande, wurde dessen Stellvertreter und schließlich 1556 dessen Nachfolger auf dem Kaiserthron.

      Wenn Ferdinand auch über lange Jahrzehnte im Schatten seines kaiserlichen Bruders stand, gehört er doch zu den wichtigsten Gestalten unter den deutschen Fürsten der Reformationszeit. Seine größte politische Leistung war die Aushandlung des Augsburger Religionsfriedens 1555, auf dessen Basis - bei allen seinen Schwächen - in den folgenden Jahrzehnten der Friede zwischen den Konfessionsparteien gewahrt werden konnte. Und noch als man 1648 im Westfälischen Frieden den Krieg beendete, dessen Ausbruch 1618 dann doch nicht mehr zu vermeiden gewesen war, bestätigte man grundsätzlich, wenn auch mit deutlichen Veränderungen, die Bestimmungen von 1555. Auf diese Weise nahm Kaiser Ferdinand I. immer noch Einfluß auf die konfessionellen Verhältnisse in Deutschland bis zum Ende des Alten Reiches 1806.

      Gestern war sein Todestag, er starb am 25. Juli 1564 in Wien.

      Der unten abgebildete Taler aus dem Jahr 1561 zeigt Kaiser Ferdinand I. mit Krone und Rüstung. Der Taler wurde in Joachimstal geprägt, dem Ort, der dem Taler seinen Namen gab. Die Erhaltung ist vorzüglich und das Stück zeigt auf beiden Seiten Stempelglanz.
      Gruß
      corrado26
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      Ein deutsches Allianzwappen

      Das Wappen des Fürstentums Schwarzenberg
      Die deutsche Adelsfamilie derer von Schwarzenberg nannte sich ursprünglich Herren von Seinsheim und ihr Wappen war ein silberner Schild mit blauen Streifen.
      Nach der Eroberung der türkischen Festung Raab hat Adolf von Schwarzenberg sein Wappen 1599 um einen Türkenkopf erweitert, dem -recht makaber - ein Rabe die Augen aus den Höhlen hackt.

      Im Jahr 1688 und danach kamen zusätzliche Wappenteile in Form von Symbolen weiterer Herrschaften dazu. So symbolisierten drei rote Spitzen die Herrschaft Sultz, welche durch die Heirat des Fürsten Ferdinand von Schwarzenberg 1696 mit Anna Maria von Sultz dessen Staatsgebiet vergrößerte.
      Eine brennende Fackel stand für die Herrschaft Brandis, während das Herzschild des Wappens die Zeichen des Fürstentums Schwarzenberg zeigt, ein Turm auf einem schwarzen Berg und drei goldene Garben.

      Die unten abgebildeten, im Durchmesser (46mm) recht eindrucksvollen Hochzeitstaler aus dem Jahr 1696, stellen auf der Porträtseite die beiden nach heutigen Begriffen nicht eben jugendlichen und auch nicht besonders attraktiven Hochzeiter mit der entsprechenden Umschrift dar.
      Die Rückseiten zeigen links das oben beschriebene Schwarzenberger Wappen mit den senkrechten Streifen und dem Türkenkopf mit hackendem Raben und rechts das Sulzer Wappen der Prinzessin Maria Anna mit den drei Garben im Herzschild.

      Diese beiden Wappen wurden mit der Hochzeit zusammengefügt und es entstand so das oben beschriebene Allianzwappen des Fürstentums Schwarzenberg. Unter dem Wappen liest man dann noch das Motto Schwarzenbergs "Nil Nisi Rectum", was sinngemäß mit "Entweder richtig oder gar nicht" zu übersetzen ist.
      Die Rückseiten unterscheiden sich leicht in der Platzierung der Umschrift und der Jahreszahl.

      Falls jemand nicht weiß, wo das Fürstentum Schwarzenberg, welches nur bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 existierte, auf der Landkarte zu suchen war:
      Sein Gebiet lag im heutigen Landkreis Neustadt an der Aisch in Mittelfranken und im dreigeteilten Wappen dieses Landkreises findet man noch heute im unteren Feld die blauen Streifen auf silbernem Grund des ehemaligen Fürstentums Schwarzenberg.

      Gruß
      corrado26
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      Der Hexenverfolger , Markgraf Wilhelm von Baden

      Die Regentschaft über seine Ländereien konnte Markgraf Wilhelm von Baden-Baden erst 1622 antreten, nachdem General Tilly den baden-durlachischen Markgrafen Georg Friedrich bei Wimpfen vernichtend geschlagen hatte. Georg Friedrich, bzw dessen Vater Ernst Friedrich, Markgraf zu Baden-Durlach hatte 1594 die Nachbar-Markgrafschaft Baden-Baden besetzt und die Einwohner zum protestantischen Glauben konvertieren lassen. Grund dafür war, dass der damals in Baden-Baden regierende Markgraf Eduard Fortunat, Vater des späteren Markgrafen Wilhelm, den Versuch unternommen hatte, seine Markgrafschaft an die Fugger zu verpachten, worauf die Markgrafschaft durch die Durlacher Linie besetzt wurde.

      Hexenverfolgung in der Markgrafschaft Baden-Baden
      Die erste Verfolgungswelle in der Markgrafschaft Baden-Baden fiel in die Regierungszeit von Markgraf Philipp II. Bis zum Jahre 1577 wurden ungefähr 26 Frauen in den Ämtern Baden-Baden, Rastatt, Bühl, Steinbach und Frauenalb der Hexerei angeklagt und verbrannt. Im Jahre 1580 hat noch eine Hexenverfolgung gegeben, bei der 18 Frauen aus den Ämtern Rastatt, Baden-Baden und Kuppenheim den Tod gefunden haben.

      In den folgenden vier Jahrzehnte kam es in der Markgrafschaft Baden-Baden zu nur wenigen Hexenprozessen: Unter Markgraf Eduard Fortunat gab es 1590-94 drei Fälle von Hexereianklagen, die mit Freispruch endeten. Eine Frau starb an den Folgen der Folter. Während der Okkupation durch Baden-Durlach kam es in diesen Gebieten zu keiner Hexenverfolgung.

      Die Situation änderte sich, als 1622 Markgraf Wilhelm von Baden-Baden die Herrschaft über die Markgrafschaft Baden-Baden zurückgewinnen konnte. Nur vier Jahre später kam es zur größten Hexenverfolgung in baden-badischen Gebieten. Von 1626 bis 1631 wurden mindestens 244 Personen aus den Ämtern Rastatt, Baden-Baden, Steinbach und Bühl der Hexerei angeklagt, von denen 231 verurteilt und hingerichtet wurden. Die letzten überlieferten Hexenprozesse fanden in den Jahren 1642 bis 44 im Amt Gernsbach statt, das Baden zusammen mit den protestantischen Grafen von Eberstein regierte. Die Prozesse gegen fünf Frauen führten jedoch zu keiner Hinrichtung, wobei in einem Fall der Einspruch des Grafen von Eberstein die von Markgraf Wilhelm angeordnete Hinrichtung verhinderte.

      Der hier vorgestellte Taler aus der Zeit der Hexenprozesse stammt aus dem Jahr 1627 und zeigt den Markgrafen Wilhelm von Baden-Baden in Rüstung und mit Mühlradkragen. Die Jahreszahl 1627 auf der Rückseite wurde aus 1626 geändert, d.h. man hat den Stempel des Jahres 1626 weiterverwendet und nur aus der "6" eine "7" gemacht, wobei Reste der "6" noch gut zu erkennen sind.
      Die Avers-Umschrift lautet "GVLIELMVS D G MARCHIO BADENiae ET HACHBergis:
      Die Revers-Umschrift: "COMes SPANHeimis ET EBERStein DomiNuS IN LOHR ET MALBerg
      Da ich in Sichtweite von Schloss Eberstein wohne, habe ich zu den baden-badischen Talern eine besondere Beziehung

      Der Taler ist in sehr schöner Erhaltung und bei Davenport unter der Nummer 6038 verzeichnet.
      Gruß
      corrado26
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      Doppeltaler von Kaiser Leopold I.

      Erzherzog Leopold von Österreich, geboren am 9. Juni 1640, war der zweite Sohn Kaiser Ferdinands III. . Da ihm nach dem frühen Tod seines Bruders Ferdinand IV. 1657 die Thronfolge zufiel, ließ ihn der Kaiser im Jahr 1655 in der alten ungarischen Königsstadt Pressburg zum König von Ungarn wählen und krönen.
      Ungarn war keine Erb- sondern eine Wahlmonarchie, in der die Stände das Wahlrecht für sich in Anspruch nahmen. Jeder neue Herrscher aus dem Hause Habsburg musste deshalb um seine Wahl zum König von Ungarn besorgt sein.
      Allerdings beherrschten die Habsburger damals nur ein schmales Randgebiet von Ungarn im Westen und im Norden des Landes. Der größere Teil mit Budapest stand noch unter der Herrscahft der Osmanen.

      Am 16. Juni 1655 versammelten sich die ungarischen Stände in Pressburg und stellten nach ihrer Einigung dem Erzherzog die formelle Frage, ob er die Wahl zum König in Ungarn annehmen wolle. Nach Erhalt seines Ja-Wortes erscholl dann der Zuruf "Es lebe Leopold I. König in Ungarn". Damit war der offizielle Wahlakt rechtsgültig.

      Leopold war zunächst für den geistlichen Stand vorgesehen gewesen, wurde aber nach dem Tod seines älteren Bruders, Ferdinand IV., Kaiser.
      Obwohl Leopold schüchtern und unsicher war, traf er politisch die richtigen Entscheidungen. Unterstützt wurde er durch Prinz Eugen von Savoyen, seinen besten Befehlshaber und vertrauten Freund.

      Kaiser Leopold war ausgesprochen hässlich, aber ein hochgebildeter, schöngeistiger Mann, der die Musik liebte und ein bedeutender Komponist war.
      Unter ihm wurde Wien eine Stadt der barocken Kunst und Architektur. Er gründete Schloss und Garten von Laxenburg sowie die Universitäten von Innsbruck, Olmütz und Breslau.

      Kaiser Leopold war dreimal verheiratet. In erster Ehe mit der spanischen Infantin Margarita Teresa, in zweiter Ehe mit Claudia Felicitas von Tirol und in dritter Ehe mit Eleonora Magdalena von der Pfalz-Neuburg. Während die ersten zwei Gemahlinnen sehr jung starben, überlebte ihn seine dritte Gattin, die ihm zehn Kinder schenkte, um 15 Jahre.

      Die hier abgebildeten Doppeltaler ohne Jahresangabe zeigen auf der Vorderseite unterschiedliche Brustbilder des Kaisers mit Allongeperücke, drapierter Rüstung oder Staatsrobe mit Löwenschulter. Die Avers-Umschrift beider Taler lautet "LEOPOLDVS G G:ROManorum IMPerator Semper Augustus Germaniae Hungariaen Bohemiae REX
      Die Rückseite zeigt den unbewehrten Tiroler Adler. Die Revers-Umschrift lautet ARCHIDVX AVSTriae DVX BVrgundis COMes TYROLIS, beim zweiten Taler heißt es lediglich "TYRO", ansonsten sind die Umschriften und Darstellungen der Rückseite identisch

      Der erste Taler, Davenport 3249, wurde in Kremnitz geprägt und hat ein Gewicht von 57,72g. Der andere Taler kommt aus Wien, hat ein Gewicht von 57,69g und ist bei Davenport unter der Nummer 3247 verzeichnet.
      Gruß
      corrado26
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      Brandenburg, Reichtaler 1648

      1648 - das Jahr des Friedens?

      Wie sicherlich vielen Interessierten bekannt ist, wurde 1648 mit dem in Münster und Osnabrück geschlossenen Westfälischen Frieden der 30-jährige Krieg beendet. Dieser Krieg war die zweite große Katastophe in der Geschichte Deutschlands nach der Pestepidemie in der Mitte des 14. Jahrhunderts.
      Historiker schätzen die Einwohnerzahl Deutschlands vor dem dem Beginn des Krieges 1618 auf etwa 17 Millionen. Um 1650 lebten davon gerade noch 10-13Millionen Menschen. Das bedeutete einen Bevölkerungsverlust von annähernd 30-40%. In dieser Relation verblassen sogar die Verluste des Zweiten Weltkrieges.
      Während der vierjährigen Verhandlungen haben 180 europäische Delegationen nicht mit, sondern über Deutschland verhandelt und als Ergebnis kam es zur Zertrümmerung des Reiches. Nach den Bestimmungen des Vertrages mußte der Kaiser auf den letzten Rest seiner Reichsmacht verzichten. Die deutschen Länder erhielten das Recht, untereinander und mit ausländischen Mächten Bündnisse zu schließen, Bestimmungen, welche die Handschrift des französischen Kanzlers Richelieu trugen. Während Deutschland so in einer "konstitutionellen Anarchie" versank, begannen sich die Niederlande, Frankreich, England und Russland mit zentralen Regierungen zu modernen Staaten auszuformen. Die Souveränität der deutschen Länder führte zu einer Verschärfung ihrer Rivalität untereinander. Frankreich nutzte diese Möglichkeit zur willkommenen Einmischung. Fortan wurden daher die meisten Kriege auf deutschem Boden ausgefochten.
      Dem 1648 ratifizierten Vertragswerk folgten zwei Jahre später die Nürnberger "Exekutionsrecesse", heute würde man sagen "Ausführungsverordnungen", deren Abschluss Anlass zur Ausgabe der unten gezeigten Medaille war. (Durchmesser 49mm, Fwicht 24g, Umschrift Avers: GERMANIUM REDIVIVA REDIT CONCORDIA IN ORBEM, Revers: CORDA MONARCHARUM QUAE TRIA PACE LIGAT)

      Der Reichstaler mit dem Porträt von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Preußen 1640-1688, dem "Großen Kurfürsten", wurde im denkwürdigen Jahr 1648 in Berlin geprägt. Avers: FRIDERICus WILHelmus Dei Gratia MARcio BRandenbrurgicus Sacri Romani Imperii ARChicamerarius, Revers: ELector PRussiae JUliaci CLiviae MONtis POMeraniae Crossenensis Carnoviensis IN Silesia DUX, (Dav. 6182)

      In einer Flugschrift aus dem Jahre 1658 schreibt Friedrich Wilhelm:

      Ehrlicher Teutscher, dein edles Vaterland war leider bei den letzten Kriegen unter dem Vorwande der Religion und Freiheit gar jämmerlich zugerichtet und an Mark und Beinen dermaßen ausgesogen, dass von einem so herrlichen Corpore schier nichts übrig verblieben als das bloße Skeleton. Wem noch einig teutsch Blut umb sein Herz warm ist, muss darüber weinen und seufzen. .....Wir haben unser Blut, wir haben unsre Ehre und Namen hingegeben und nichts damit ausgerichtet, als dass wir uns schier zu Dienstknechten fermbder Nationen berühmet und des uralten hohen Namens verlustig wurden. Was sind Rhein, Weser, Elbe und Oderstrom nunmehr anders als frembder Nationen Gefangene?..... Mir.... sind diese Dinge wohlbekannt habe sie dahero wollen kommunizieren, damit man dich mit anderen Berichten nicht länger äffen und ohne Grund der Wahrheit ewig blind herumleiten möge....".

      Deutlicher kann man wahrlich nicht ausdrücken, was Wissende damals vom "Westfälischen Frieden" gehalten haben.
      Gruß
      corrado26
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      • K1024_Friedrich Wilhelm, Reichstaler 1648 CT-1.JPG

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      Andicz schrieb:

      Aber hallo... Das nenne ich mal eine beeindruckende Reihe! Und auch die Erklärungen dazu sind großartig!
      Danke fürs zeigen!

      ja, dem kann ich mich nur anschließen. Die diebischen Blicke in Corrados Münzschuber machen Spaß - man muß nur aufpassen, daß eine sehr menschliche Eigenarart nicht aufkeimt: Neid . :lach
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de

      Reichstaler Erzherzog Leopold 1632

      16. November 1632

      Am 16.11.1632 fand bei Lützen in der Nähe von Leipzig eine Schlacht statt, die berühmt wurde nicht durch ihr Ergebnis, sondern durch den Tod eines ihrer Protagonisten: König Gustav Adolph von Schweden fiel an diesem Tag gegen 13 Uhr.

      Während des schwedischen Vorstoßes nach Bayern war Wallenstein in sein Generalat zurückberufen worden. Als er sich gegen Sachsen wandte, musste Gustav Adolph ihm notgedrungen folgen, da er an der Zuverlässigkeit seines sächsischen Verbündeten zweifelte.
      Wallenstein hatte den König nach Sachsen locken wollen, um ihn dort zu vernichten. Trotzdem trafen die Heere bei Lützen aufeinander. Wallenstein hatte Gelegenheit gehabt im Schutze der Nacht nur wenige hundert Meter vom Feind getrennt, seine Schlachtordnung aufzubauen. Sie lehnte sich mit ihrem rechten Flügel an die Stadt Lützen und erstreckte sich etwa zweieinhalb Kilometer weit nach Nordosten Richtung Leipzig.
      Was die Schlachtordnung betraf, so hatte Wallenstein von Gustav Adolph gelernt. Die schwerfälligen, quadratischen Heerhaufen, die "Tercios", mit denen Tillly die Schlacht bei Breitenfeld verloren hatte, gab es nicht mehr. Die Aufstellung war locker und modern, und die Divisionen waren so weit voneinander entfernt, daß die Reserven zwischen ihnen nach vorne rücken konnten.
      Den rechten Flügel kommandierte Wallenstein selbst. Davor, bei den Windmühlen von Lützen standen 14 Kartaunen. Der linke Flügel war am schwächsten und sollte von General Pappenheim verstärkt werden.
      Am Morgen des 16.11. hatte Wallenstein an die 16 000 Mann beisammen, 8200 Fußsoldaten und 7500 Reiter.
      Gustav Adolph wollte die Schlacht so früh wie möglich beginnen, bevor die erwarteten Verstärkungen des Gegners eingetroffen waren, doch dichter Nebel verzögerte den Kampf bis 11 Uhr. Der erste Angriff der Schweden galt dem schwachen linken Flügel und sorgte dort für erhebliche Unordnung. Erst die Ankunft Pappenheims mit 3000 Reitern stabilisierte die Lage wieder. Pappenheim starb jedoch kurz darauf durch eine Kugel. Die mit äußerster Erbitterung geführte Schlacht wogte den ganzen Tag unentschieden hin und her. Etwa um 1 Uhr fiel Gustav Adolph, der seinem bedrängten linken Flügel unter Herzog Bernhard von Weimar zu Hilfe kommen wollte. Erst die hereinbrechende Nacht zwang beide Seiten dazu, das Blutbad zu beenden. Es war ein Ende der Erschöpfung, kein Sieg und keine Niederlage. Der Preis waren 9000 Tote und Sterbende, davon mehr Schweden als Kaiserliche..............

      Die hier abgebildete Münze mit dem Porträt Erzherzog Leopolds von Habsburg, Bruder von Kaiser Ferdinand III. ist aus diesem denkwürdigen Jahr, wenngleich sie mit der Schlacht sicherlich nichts zu tun hatte........

      Gruß
      corrad026
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      Scio ut nescio sed tamen cogitare necesse est

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      Baden-Durlach, Markgraf Friedrich V. Reichstaler 1629 Pforzheim

      06. Mai 1622

      Vor 391 Jahren fand im nördlichen Teil Badens eine militärische Auseinandersetzung statt, die erhebliche Auswirkungen auf die Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach hatte. Dies war die Schlacht von Wimpfen am 6. Mai 1622.
      Sie gehört in den Ereigniszusammenhang, der auf die Niederlage und Ächtung des Winterkönigs Friedrich V. von der Pfalz folgte. Der Krieg ging nun um die im Reich gelegenen kurpfälzischen Territorien. Dieser erste Abschnitt des Dreißigjährigen Krieges, der böhmisch-pfälzische Krieg, endete erst 1623 mit dem Sieg des Kaisers.

      Der geächtete Kurfürst von der Pfalz Friedrich V. eilte in dieser Zeit von Asyl zu Asyl. Diejenigen, auf die er am meisten als Bundesgenossen gerechnet hatte, distanzierten sich von ihm: Sein Schwiegervater König Jacob I. von England und Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg.
      Dafür fand er jedoch einige tüchtige Söldnerführer zur Verteidigung der pfälzischen Lande in Süddeutschland: Christian von Halberstadt, Ernst von Mansfeld und Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach.

      Die Niederlage des Markgrafen von Durlach gegen Tilly bei Wimpfen am 6. Mai 1622 war eine der beiden Entscheidungsschlachten, durch die Friedrich V. seine pfälzischen Erblande verlor.

      Der Markgraf von Baden-Durlach war am Siege Mansfelds über Tilly bei Mingolsheim (22.4.1622) beteiligt gewesen. Anschließend hatte er zwischen Wimpfen und Heilbronn auf ebenem Terrain ein Lager bezogen. General Tilly, der sich unbemerkt mit der spanischen Armee vereinigt hatte, konnte ungesehen von den markgräflichen Truppen einen nahen Wald und eine Höhe besetzen und einen Überraschungsangriff auf das Lager beginnen. Bei den mit äußerster Erbitterung geführten Kämpfen waren die Markgräflichen schwer im Nachteil, weil sie unverschanzt auf offenem Feld lagen, während sich die Tillyschen immer wieder im Wald erfrischen konnten.

      Der endgültige Sieg Tillys wurde insbesondere aber durch einen guten Kanonenschuss befördert, der fünf mit Pulver beladene Troßwagen zur Explosion brachte, wodurch sowohl im Lager, als auch in der Schlachtordnung jegliche Ordnung zusammenbrach.
      Der Markgraf selbst konnte mit seinen beiden Söhnen Friedrich und Carl aus der verlorenen Schlacht entkommen. Georg Friedrich hatte schon vor der Schlacht, möglicherweise in der Ahnung auf das, was ihm zustossen könnte, auf den Thron zugunsten seines ältesten Sohnes Friedrich verzichtet und floh zusammen mit seinem jüngeren Sohn Carl nach Genf, wo er 1638 starb.

      Der ältere Sohn Friedrich hatte 1622 die Regierung der gesamtbadischen Territorien als Friedrich V. übernommen und erhielt nach der Schlacht von Wimpfen von Kaiser Ferdinand II. nur wieder die baden-durlachischen Territorien zugesprochen.

      Die unten abgebildete Talermünze von 1629 zeigt den badischen Markgrafen Friedrich V. in voller Rüstung.
      Der Taler wurde in Pforzheim geprägt und trägt auf der Rückseite unter dem Wappen in einem Kreis das Zeichen "P" des Münzmeisters Peter Marzolf Pfeiffer. Die Vorder- und Rückseitenumschrift "FRIDERICH:V:G:G:M:Z:BA:V:HA:L:Z:S:G:Z:SPO:/V:EBERS:H:ZV:ROT:BADENW:LOR:V:MALBERG" ist als
      "FRIDRICH Von Gottes Gnaden Markgraf zu BAden und HAchberg, Landgraf Zu Sausenberg, Graf Zu SPOnheim/ Vnd EBERStein Herr ZV ROeTteln BADENWeiler LA(O)hR Vnd MALBERG " zu lesen. Der Taler ist bei Davenport unter 6057 gelistet. Er ist leider nicht im besten Zustand, hat dafür aber eine sehr schöne Patina.
      Gruß
      corrado26
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      Reichstaler von Kaiser Rudolf II., Nagybanya 1585

      Reichstaler von Kaiser Rudolf II., Nagybanya 1585

      Als Erzherzog am 18. Juli 1552 in Wien als Jüngster von drei Geschwistern geboren, wurde Rudolph zusammen mit seinem Bruder Ernst am spanischen Hof erzogen. Seine Eltern, Kaiser Maximilan und Gemahlin Maria wollten damit die beiden Kinder dem protestantischen Einfluss entziehen. In Spanien wurden die Kinder unter Philipp II. streng nach den Grundsätzen der Katholischen Kirche erzogen. Aus dieser Zeit rührt auch die Vorliebe Rudolfs für das spanische Hofzeremoniell und die spanische Tracht.
      Rudolf genoss eine hervorragende Ausbildung und sprach fünf Sprachen fließend. Seine besondere Vorliebe galt jedoch der Astronomie und Astrologie.
      1572 wurde Rudolph zum König von Ungarn und 1575 zum König von Böhmen gekrönt und im selben Jahr wurde er römisch-deutschen König gewählt. Er erwarb sich damit die Anwartschaft auf die Kaiserwürde. Nach dem Tod seines Vaters trat er am 12. Oktober 1572 als Kaiser Rudolph II. dessen Nachfolge an.
      Eine seiner ersten Amtshandlungen als Kaiser war die Verlegung seines Regierungssitzes von Wien nach Prag. Es war eine wohl im Hinblick auf diem häufigen Einfälle der Ungarn in Böhmendurchgeführte, praktische Maßnahme, die allerdings die Bedeutung Böhmens erhöhte und Prag für einige Jahre zum Mittelpunkt der europäischen Politik machte.

      Der hier gezeigte, nahezu prägefrische Taler von 1585 wurde im ungarischen Nagybanya geprägt und zeigt im Avers das mit der Kaiserkrone bekrönte Jugendhüftbild des Kaisers mit Vollbart im glatten Harnisch mit Stoßkragen und schmaler Halskrause. In der Rechten hält er das Tulpenszepter, die Linke ruht auf dem Schwertknauf. Die Umschrift lautet RVDOLPHVS II D G RO IMP S AVG G H B REX Rudolph II Dei Gratia Romanorum Imperator Semper Augustus Germaniae Hungariae Bohemiae Rex)

      Das Revers zeigt die Kaiserkrone über einem Doppeladler mit tulpenförmigen Brustschild mit den Wappen von Alt- und Neu, Dalmatien und Böhmeungarn, in der Mitte Herzschild mit dem österreichischen Bindenwappen. Schwert und Szepter neben den Adlerfängen, dazwischen die Münzzeichen N-B.. Umschrift ARCHIDVX AVSTRIAe Dominus BVRGVNdis.

      corrado26
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      Taler de Deutschen Ordens 1673

      Kaiser Leopold I. hat 1673 dem seit 1664 amtierenden Großmeister des Deutschen Ordens Johann Caspar von Ampringen das Amt des "Gubernators" oder Statthalters in Ungarn übertragen.

      Die Vorderseite des Talers zeigt das Porträt des Großmeisters in Rüstung mit der Umschrift "JOHANN CASPAR DEI GRATIA ADMINISTRTOR PRUSSIAE MAGNUS MAGISTER TEUTONICI ORDINIS DOMINUS IN FREUDENTHAL ET EULENBERG" (Johann Caspar von Gottes Gnaden Preußens Administrator und Großmeister des Deutschen Ordens, Herr in Freudenthal und Eulenberg).

      Die Rückseite zeigt Maria mit Kind auf dem Ordenswappen und die Devise "DEO - DUCE" (mit Gott als Führer). Die Umschrift "CAESARIS MAJETATIS REGIS HUNGARIAE PLENIPOTENS GUBERNATOR" lautet übersetzt "Der Kaiserlichen Majestät und des Königs von Ungarn bevollmächtigter Statthalter". Johann Caspar von Ampringen sah sich jedoch den Anforderungen dieses hohen Amtes offensichtlich nicht gewachsen so dass er konsequenterweise 1679 von diesem Amt wieder zurücktrat. Dieses Verhalten würde man sich heute bei manchem unserer unfähigen Politiker wünschen!

      Bereits 1663 war von Ambringen zum Statthalter der schlesischen Herrschaft Freudenthal und der mährischen Herrschaft Eulenberg ernannt worden, die beide nach der Schlacht am Weißen Berg 1622 in den Besitz des Deutschen Ordens gelangt waren. Nach dem Tod des Erzherzogs Karl Joseph 1664 wurde Ambringen zu dessen Nachfolger als Hochmeisters des Deutschen Ordens gewählt.

      Wegen seiner Verdienste als Großmeister des Deutschen Ordens ist Johann Caspar von Ampringen am 4. November 1682 vom Kaiser zum Oberlandeshauptmann von Schlesien ernannt worden. Da dieses Amt stets ein schlesischer Fürst bekleiden sollte, wurde die eigentlich unbedeutende Herrschaft Freudenthal auf Ambringens Lebenszeit zu einem Herzogtum erhoben, er selbst in den böhmischen Fürstenstand und am 10. November 1682 sogar in den Reichsfürstenstand erhoben. Doch schon 1684 starb v. Ampringen als letzter seiner Familie in Breslau und wurde in Freudenthal beigesetzt.

      Schon vor seiner Ernennung zum Statthalter von Ungarn hatte v.Ampringen in den Jahren 1666 und 1668 einen Taler prägen lassen, der jedoch im Avers lediglich das Wappen des Deutschen Ordens und rückseitig Maria mit dem Kind in einerm Strahlenkranz zeigt.
      Der hier vorgestellte Taler aus dem Jahe 1673 ist der einzige mit seinem eigentlich sehr gelungenen Porträt. In der gleichen Art gab es übrigens auch ein Zweitalerstück, welches mir allerdings noch nicht untergekommen ist.
      Gruß
      corrado26
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      RDR, Doppel- und Dreifachtaler 1604 Kaiser Rudolph II.

      .......und weil ich in Thema N°37 Kaiser Rudolf mit einem Taler von 1585 beschrieben habe, der den Kaiser mit einem relativ jugendlichen Porträt zeigt, folgen un zwei Taler, die in Hall in Tirol im Jahr 1604 entstanden sind. Beide Taler zeigen sehtr ähnliche, wenn auch nicht identische Brustbilder des Kaisers, die vermutlich vom in Schwäbisch Gmünd aufgewachsenen Peter Hartenbeck geschaffen wurden.

      Peter Hartenbeck war einer der bedeutendsten Münzgraveure der Spätrenaissance. 1584 haben ihn die Habsburger für ein spektakuläres, um nicht zu sagen schwieriges Unternehmen verpflichtet: den Transport einer 2,5 Tonnen schweren Münzprägemaschine von Hall in Tirol ins zentralspanische Segovia. Dort blieb Hartenbeck rund ein Jahrzehnt, bis er 1593 nach Hall inTirol zurückkehrte. Dort schuf er bis zu seinem Tod Münzen und Medaillen von hoher künstlerischer Qualität, wie diese beiden Taler mit dem Porträt von Kaiser Rudolf II.

      Der Doppeltaler (links) hat bei einem Durchmesser von 45,69mm und einer Dicke von ca. 3,8mm ein Gewicht von 57,23g. Der Dreifachtaler hat einen Durchmesser von 46,45mm, eine Dicke von 5,47mm und ein Gewicht von 86,14g
      Gruß
      corrado26
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