Der Reichstaler

      Der Reichstaler

      Der erste Taler auch Guldiner, Großer Groschen oder Großer Pfennig genannt, wurde 1486 in Tirol - Hall geprägt. Er hatte den Wert von einem Goldgulden. Da Gold 11,58 mal so teuer wie Silber war ergab sich ein Gewicht von 31,9 g bei einem Feingehalt bei 937,5/1000 und einem Feingewicht von 29,9 g

      Seit 1519 ließen die Grafen von Schlick, aus ihrer Ausbeute der Silberbergwerke am Südhang des Erzgebirges, große Mengen Taler in Joachimsthal prägen. Diese wurden nach dem Sächsischen Fuß von 29,232 g Rau- zu 27,202 g Feingewicht geprägt. Den sogenannten Joachimsthaler,
      er später nur noch Thaler genannt wurde, woraus der Namen entstand. Aber auch bei diesen Talern wurde nach nur 17 Jahren, 1536 schon das Feingewicht auf 26,39 g reduziert.


      Diese Verschlechterungen führten im Jahre 1566 dazu, das im Reichsabschied festgelegt wurde, aus der Kölner Mark (233,856 g) 9 Reichstaler zu prägen, das entsprach einem Raugewicht von 29,23 g, bei einem Feingehalt von 889/1000, einem Feingewicht von 25,98 g. Dies war in erster Linie eine Rechnungseinheit, nachdem das Unterschiedliche Geld von den verschiedenen Münzständen bewertet wurde, und galt im gesamten Heiligen Römischen Reich bis 1806.

      Einige Münzstände entschieden sich aber auch dafür, in diesem Münzfuß zu prägen. Dies geschah als Ganzer Reichstaler, wie auch zu Teilstücken ½, ¼, 1/8, und 1/16 Reichstaler, aber auch zu mehrfachen Reichstalern. Diese waren dann im gesamten Reichsgebiet gültige Zahlungsmittel, und mussten nicht beim Geldwechsler umgetauscht werden.

      Und um diese Reichstaler,Teil- und Mehrfach-Stücke soll es in diesem Thema gehen.

      Ich fange mal mit einem Reichstaler an, und hoffe auf rege Teilnahme ;)

      Kurfürstentum Sachsen

      Christian II + Johann Georg I + August 1591-1611



      Reichstaler - Dresden - 1600
      VS : CHRISTIAN•IOHAN:GEORG•ET AVGVSTVS - Drei Hüftbilder v. v. mit 16 - 00 und Reichsapfel darüber
      RS : FRAT:ET•DV - CES•SAXON• - Dreifach behelmtes, zwölf feldriges Wappen
      LIT : S Merseburger -
      GE : 29,23 g

      Das Gewicht stimmt wirklich genau - Zufall. :lach


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      Hier nun ein 1/2 Reichstaler

      Sachsen-Coburg + Eisenach (Alt Gotha)

      Johann Casimir + Johann Ernst 1572-1633



      ½ Reichstaler - Saalfeld - 1594
      VS : D:G•IOH•CASI•E•IOH•ERNS•FRAU•DVCES•SAXO• - Zwei geharnischte Hüftbilder mit Schwert einander gegenüber, darunter •1594•
      RS : |LANTG•THVR•E•MARCHIO•MIS•MONE•IMPERI - Sachsen-Wappen umgeben von 12 Wappen-Schilde
      LIT : Grasser 89
      GE : 14,41 g

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      Kurfürstentum Sachsen

      Christian II + Johann Georg I + August 1591-1611



      ¼ Reichstaler - Dresden - 1611
      VS : CHRISTIAN:H•D: - G : S:R•I•ARCHIM•E• - Geharnischtes Hüftbild r mit Schwert und Helm über Wappen und zwischen 16 - 11
      RS : IOHAN:GEORG:ET AVGVST•FR•E•D•S - Zwei geharnischte Brustbilder einander gegenüber
      LIT : Merseburger 821
      GE : 6,96

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      Liebe Münzfreunde,

      ich möchte Euch einen schönen Taler aus Waldeck (woher auch sonst?) zeigen.

      Dieser Konventionstaler 1781 kommt wegen fehlerhafter Schrötlinge meist nur mit großen, unschönen Löchern vor. Ich hatte das Glück, ein relativ unbeschadetes Stück zu erwischen.

      Alle Angaben auf WM 29-61-01-1
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de
      Nein bis 1806 war der Reichstaler nur noch eine Rechnungseinheit. Er wurde 1753 vom Konventionstaler abgelöst, oder in Preußen 1750 vom Preußischen Reichstaler. Auch prägten schon früher einige Münzstände Taler die nicht mehr im Reichstalerfuß waren. Aber besonders bei Internationalen Geschäften, war der "Alte Reichstaler" immer noch die Rechnungseinheit, die aber 1806 mit dem Zerfall des Heiligen Römischen Reiches abgeschafft wurde.

      Hier noch ein Reichstaler aus Sachsen-Weimar

      Sachsen-Weimar

      Johann Ernst + Friedrich VII + Wilhelm IV + Albrecht II + Johann Friedrich VI + Ernst III + Friedrich Wilhelm + Bernhard

      Reichstaler - Saalfeld - 1611
      VS : D:G:IO:ERNES: - FRIDERICVS• - WILHELMVS• - ALBERTVS / MON:NOV•ARG: / VIII•FRAT: / DVC:SAX: - Vier Hüftbilder v. v.
      RS : IO:FRIDERIC9 - ERNESTVS - FRID:WILHELM: - BERNHARDS / LINEAE•VINA / RIENSIS• / 16 - 11 / WA - Vier Hüftbilder v. v.
      LIT : Schnee 341 Davenport 7523
      GE : 29,13 g

      Der Reichstaler hat eine leichte Prägeschwäche, aber noch Prägeglanz


      ( Hübsches Stück Wolfgang was denkst Du davon noch ein Thema zu eröffnen mit Münzen im Konventionstalerfuß :love: und Feinsilber-Münzen :love: und... )

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      chevalier schrieb:

      Mangelhafte Silberlegierung ?
      Genau, aber dieses Problem gab es nicht nur bei Waldeck. Im Gegensatz zum Reichstaler der einen Feingehalt von 889/1000 hatte, waren es beim Konventionstaler 833,33/1000.

      Hier noch mal ein kölner Reichstaler

      Stadt Köln



      Reichstaler - 1569
      VS : *MO*NO A - RG* - CIV - COLON - Greif und Löwe halten behelmtes Stadtwappen, oben die Jahreszahl 15 - 69
      RS : *MAXIMILIA*II*IMP* - *AVG*P*F*DECRETO - Gekrönter Doppelkopfadler mit Reichsapfel auf der Brust
      LIT : Noss 142
      GE : 29,32 g

      Dieser Typ wurde ab 1566, also ab dem Jahr der Entstehung des Reichstalers geprägt. Vom Jahr 1566 ist nur ein Stück bekannt. Köln hatte auch in der Kipperzeit vollwertige Reichstaler und Teilstücke geprägt.

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      chevalier schrieb:

      Was bedeutet in diesem Zusammenhang - "fehlerhafte Schrötlinge" ? Mangelhafte Silberlegierung ?
      Ich glaube, es lag daran, daß die Legierung sehr inhomogen war. An Stellen, an denen fast nur die härteren Metalle wie z. B. Nickel war, brach der Schrötling. Dadurch entstanden dann diese Löcher.
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de
      Hier noch ein Reichstaler aus dem Erzbistum Salzburg

      Salzburg Erzbistum

      Maximilian Gandolf Graf von Khünburg 1668-1687



      Reichstaler - 1672
      VS : MAX : GAND : D : G : - AR : EP : SAL : SE : AP : L• / SVB•TVVM•PRAE - SIDIVM•CONF - VG• - Hüftbild der gekrönten Madonna mit Zepter und Jesuskind das den Reichsapfel hält v. v., über erzbischöflichem Wappen.
      RS : S : RVDBERTVS• - EPS : SALISBVRG : 1672 - Sankt Rupertus steht v. v. mit Salzfass und Krummstab hinter Salzburg-Wappen
      LIT : Probszt 1656
      GE : 29,17

      Der heilige Rupertus war der erste Bischof von Salzburg ( 696-718 ) und ist deren Schutzpatron

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      Hallo Tube,
      die Bilder werden besser und Deine Taler sind auch recht ansehnlich.
      Wegen der Häufigkeit sind sächsische Taler oft noch recht preiswert zu bekommen. Hier ist einer von Kurfürst August (nicht August der Starke) aus dem Jahr 1565 HB, 28,77 gr.,Lit.: Schnee 713
      AV: AVGVSTVS.D-G.DVX SAXONIE.SA.ROMA.IM
      RV: ARCHIMARS CHAL.ET.ELE
      Gruß ischbierra
      Bilder
      • Taler Dresden 1565, Schnee 713 (1).JPG

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      • Taler Dresden 1565, Schnee 713 (2).JPG

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      Hallo Tube,
      wo Du recht hast, hast Du recht; die Sachsen haben sich nicht immer an die Reichsmünzordnung gehalten. Die gezeigte Münze ist noch zur Zeit der Kürsächsischen Münzordnung von 1558 geprägt. Erst 1571 vollzog August stillschweigend den Beitritt zum Reichsmünzordnung.
      Deine Bilder wirken wohl deshalb besser, weil der Scanner bei den Talern leichtere Arbeit hat als bei den starken Profilen der Antiken.
      Gruß ischbierra

      ischbierra schrieb:

      Wegen der Häufigkeit sind sächsische Taler oft noch recht preiswert zu bekommen.


      Na ganz so preiswert waren die hier gezeigten Stücke nicht:

      Sachsen: Doppel- oder Dicktaler 1605 Christian II., Johann Georg I. und August 1601-1611
      Avers: Christian II. mit Umschrift CHRISTIAN II D G SA R IMP ARCHIM ET EL
      Revers: Johann Georg I und August en face mit Umschrift: JOHANN GEORG ET AVGVST FRAT ET DVC SA HR
      Durchmesser 38,94mm, Dicke 5,31mm, Gewicht 58g
      Dav.7565, Schnee766

      Sachsen: Taler Friedrich August I., der Starke, 1711 Dresden auf das Vikariat
      Avers: Kurfürst zu Pferd
      Revers: Zwei Altäre mit Insignien und ein Altar mit fünf Zeilen Schrift im Kranz FRID AUG REX ELECTOR ET VICARIUS POST MORT JOSEPHI IMPERAT/MDC-CXI ILH
      DAV 2655, Schnee 1011
      corrado26
      Bilder
      • Christian II. Doppeltaler 1605a.JPG

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      • Christian II. Doppeltaler 1605b.JPG

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      • Friedrich August I der Starke, Vicariat 1711-1.jpg

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      • Friedrich August I der Starke, Vicariat 1711-2.jpg

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      Scio ut nescio sed tamen cogitare necesse est

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      Ich habe ja auch nicht gesagt, daß alle sächsischen Taler häufig und daher preiswert sind. Dicktaler und Friedrich August I. und II. gehören nicht dazu, ebenso nicht die beliebten Klappmützentaler. Schöne Stücke, übrigens; sie alle fehlen mir noch - und das sicherlich noch längere Zeit.
      Gruß ischbierra
      Württemberg, Taler Johann Friedrich, Herzog von Württemberg während des Dreißigjährigen Krieges
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      Herzog Johann Friedrich von Württemberg (1608 - 1628) hatte sich noch im Jahr seines Regierungsantritts der 'Evangelischen Union' angeschlossen, verfolgte jedoch zunächst eine weitgehend neutrale Politik. Dieses neutrale Nichtstun des protestantischen Württemberg war aufgrund seiner geographischen Lage jedoch höchst kontraproduktiv:
      Eingezwängt zwischen dem katholischen Bayern und der calvinistisch-protestantischen Kurpfalz unter Kurfürst Friedrich V. geriet das Herzogtum nolens volens in das Blickfeld der beiden Kriegsgegner - ein gefährliches Faktum, welches Johann Friedrich völlig unterschätzt hatte.

      Nachdem Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz in der 'Schlacht am Weißen Berg' am 8. November 1620 vernichtend geschlagen worden war, setzten seine Söldnerführer den Kampf um die Oberpfalz jedoch fort. Dabei erlitt Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach am 6.5.1622 auf der württembergischen Gemarkung Obereisisheim (in der Nähe von Bad Wimpfen) gegen den Feldherrn der katholischen Liga, Tilly und gegen spanische Truppen eine schwere Niederlage.
      Tilly wiederum verdankte seinen Sieg nicht zuletzt dem Stillhalten der neutral abwartenden Württemberger. Herzog Johann Friedrich hatte mit seiner Politik des Stillhaltens und Abwartens genau das Gegenteil von dem erreicht, was er angesterbt hatte: Statt sein Land aus dem Kriegsgeschehen heraushalten zu können, hatte er es letztlich auf Gedeih und Verderb den Siegern ausgeliefert und die nahmen nun recht wenig Rücksicht auf die württembergische Neutralität. Das Land und die Bevölkerung wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen! Herzog Johann Friedrich jedoch bekam davon nicht mehr allzu viel mit: Er starb im Juli 1628.

      Nach den deutlichen Siegen der Kaiserlich-Katholischen Liga verlangten
      die katholischen Reichsstände in Württemberg die Rückgabe der seit dem Passauer Vertrag von 1552 durch die Protestanten eingezogenen geistlichen Güter. Die Forderung des katholischen Bischofs von Augsburg, Heinrich von Knöringen, das Kloster Reichenbach im württembergischen Murgtal (nicht weit von meinem Wohnort) wieder in Besitz zu bekommen, war letztlich der unmittelbare Anlass für das Restitutionsedikt Kaiser Ferdinands II. im Jahre 1629. Dadurch verlor Württemberg 22 Klöster und damit ein Drittel seines Herzogtums und die Württemberger mussten sich völlig dem Kaiser unterwerfen - ein Widerstand aus eigener Kraft war nicht mehr möglich.

      Die beiden hier gezeigten, sehr seltenen Taler, sogenannte Ausbeutetaler, geprägt aus dem Silber der Grube Christophstal bei Freudenstadt im Jahre 1624 zeigen jeweils das Porträt von Herzog Johann Friedrich. Beide Taler unterscheiden sich zum einen in der Rückseite: Einer der Taler zeigt links und rechts des württembergischen Wappens die Buchstaben "CT" (Christophstal), eine Chiffre, die beim andern Taler fehlt. Zum zweiten unterscheiden sich beide Taler durch ihren Erhaltungszustand, welcher sich auch deutlich im jeweiligen Wert ausdrückt: Der bessere Taler ist weit mehr als doppelt so hoch bewertet wie der Schlechtere.
      Gruß
      corrado26
      Bilder
      • Johann Friedrich Taler 1624-1.JPG

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      • Johann Friedrich Taler 1624-2.JPG

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      • Johann Friedrich, Taler 1624a0001.JPG

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      • Johann Friedrich, Taler 1624a0002.JPG

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      Scio ut nescio sed tamen cogitare necesse est

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      Der Blaue Kurfürst --------------------------------------------------------------------------------

      Am 11. Juli 1662 wurde in München Maximilian Emanuel als Sohn des bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria und dessen Gemahlin Adelheid aus Savoyen geboren. Dies ist morgen vor 343 Jahren geschehen und Anlass genug, Max Emanuel etwas der Vergangenheit und dem Vergessen zu entreißen.
      Max Emanuel war eine faszinierende Persönlichkeit, ruhmsüchtig und ehrgeizig und voller Zuversicht in die Zukunft seines Hauses. Er war der geborene Soldat, Draufgänger, tollkkühn und mutig. Aber auch die Kunst und die Frauen hatten es ihm angetan. Er ist der eigentliche Repräsentant des bayerischen Hochbarock.
      Kurfürst Max Emanuel zeigte sich ab seinem Regierungsantritt im Jahre 1680 als ehrgeiziger Fürst, der, die bisherige Neutralitätspolitik beseite fegend, eine Großmachtstellung Bayerns anstrebte. Er reorganisierte sein Heer nach französischem Vorbild, stellte ein stehendes Heer auf und zeichnete sich in den Türkenkriegen aus, in denen er wegen seiner blauen Rüstung als "Der Blaue Kurfürst" berühmt wurde. Er gewann die grundhässliche Kaisertochter Maria Antonia zur Frau, die als einziges Kind Kaiser Leopolds mit Margareta Maria Theresia von Spanien Erbanspruch auf die spanische Krone hatte. So konnte Max Emanuel Ansprüche auf das spanische Erbe erheben. Sein Ruhm als Soldat bewirkte, daß ihm König Karl von Spanien die Statthalterschaft in den Spanischen Niederlanden übertrug. Nach dem Tod seines Sohnes im Jahre 1699 zerbrach jedoch sein Großmachttraum im Spanischen Erbfolgekrieg.

      Um sich wenigstens die Spanischen Niederlande zu sichern, musste sich Max Emanuel zwischen Kaiser Leopold auf der einen und König Louis XIV. auf der anderen Seite entscheiden. Am 21. August 1702 ging der Kurier mit dem Bündisvertrag nach Paris.
      Der Feldzug wurde bayerischerseits recht forsch eröffnet, doch als Prinz Eugen und der Herzog von Marlborough ihre Armeen an der oberen Donau vereinigt hatten, fiel am 13. August 1704 bei Höchstädt und Blindheim die Entscheidung. Mit dem britischen Reiterdurchbruch ging nicht nur die Schlacht, sondern ganz Bayern verloren!
      Als direkte Folge musste Max Emanuel ins Exil; 1706 wurde über ihn und seinen Bruder Joseph Clemens, den Kölner Kurfürsten, die Reichsacht verhängt. Bayern wurde von Österreich besetzt. Als der Kurfürst 1716 wieder nach Bayern zurückkam, blieben ihm gerade noch 10 Jahre des Friedens, die allerdings für das Land keine Erholung brachten. Zu verschwenderisch ging der Kurfürst mit den Finanzen um und als er 1726 starb, war Bayern immer noch ein in langen Kriegsjahren ausgesaugtes Land mit völlig zerrütteten Staatsfinanzen.


      Der unten angefügte Taler von 1695 zeigt den bayerischen Kurfürsten Max Emanuel mit Allongeperücke und in drapierter Rüstung. Der Taler wurde in München geprägt. Die Rückseite zeigt die "Patrona Bavariae" mit dem bayerischen Wappen. In der Umschrift oben links die Jahreszahl 1695. Der Taler ist vorzüglich erhalten, zeigt Stempelglanz und hat eine attraktive Patina.
      Gruß
      corrado26
      Bilder
      • Bayern, Max Emanuel 1695-1.jpg

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      • K1024_Bayern, Max Emanuel 1695-2.JPG

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      Scio ut nescio sed tamen cogitare necesse est

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