Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

    Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

    INHALTSVERZEICHNIS

    1. Die Anfänge der Münzprägung im Trierer Raum
    2. Die Münzprägung bis 274 n. Chr.
    3. Die Wiedereröffnung der Münzstätte Ende 293/Anfang 294
    4. In Trier geprägte Münzsorten (Nominale) aus Gold, Silber und Buntmetall
    5. Trierer Prägewerkstätten (Offizine) und Münzstättenzeichen
    5.1 Goldprägungen
    5.2 Silberprägungen
    5.3 Bronzeprägungen

    6. Kaiser auf Trierer Münzen
    7. Die Bedeutung der römischen Münzstätte Trier
    8. Das Ende der römischen Münzprägung in Trier
    9. Der Goldschatz von Trier
    10. Die Opfermünzen von der Römerbrücke
    mit freundlichem Gruß

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    Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.

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    1. Die Anfänge der Münzprägung im Trierer Raum

    Erste Münzprägungen sind im Trierer Raum in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. nachweisbar, wobei es sich um Imitationen griechischer Goldmünzen handelte, welche an einem noch unbekannten Ort geprägt wurden. Eine eigenständige keltische Münzprägung dagegen, erscheint erst am Anfang des Gallischen Krieges, also um ca. 58 v. Chr. zu erfolgen. Geprägt wurden ca. 30 verschiedene Gold-, Silber-, Potin- und Bronzemünzen. Als Prägestätten kommen vermutlich die keltischen Oppida auf dem Titel- bzw. Martberg in Frage.

    Eine besonders interessante Münze stellt dabei die wohl letzte Trevererprägung dar, nämlich eine Bronzemünze mit der Legende GERMANVS / INDVTILLI L. Über die Person des Indutillus kann man nur mutmaßen. Vermutlich handelte es ich um einen Fürsten, der mit den Römern verbündeten Treverer, welcher das römische Bürgerrecht besaß. „Germanus“, ein Freigelassener, wie der nachgestellte Buchstabe „L“ (= lat. libertus = deut. Freigelassener) aussagt, könnte somit so etwas wie ein Münzmeister gewesen sein, der diese Münze möglicherweise im Auftrag der römischen Administration prägen ließ.
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    2. Die Münzprägung bis 274 n. Chr.

    Die erste Phase römischer Münzprägung in Trier fand während der Herrschaft der Kaiser des Gallischen Sonderreiches in den Jahren 260 bis 274 nach Christus in Trier statt. Belegt wird dies durch zwei sog. Weiheinschriften:

    1. (CIL VI 1641) über einen Verwalter oder Vorsteher der Münzstätte = PROCVRATOR MONETAE TRIVERICE.
    2. (CIL XIII 11311) über einen Kontrolleur od. Prüfer = NVMVLARIVS SACRA MONETAE AVGVSTI NOSTRI. Gefunden im Schutt des Trierer Amphitheaters. (siehe Abb. 1)

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    Weihinschrift für Diana; CIL XIII 11,311
    IN H(onorem) D(omus) D(ivinae) DEA(e) DIANA(e) NVMINI SANCTISSIMO ANVLINVS POLIBIVS NVM(m) VLARIVS S(acrae) M(onetae)
    AV[g(usti)] N(ostri) EX VOTO POSVI[t] V(otum) S(olvit) L(ibens) M(erito)

    “Zu Ehren des allerhöchsten Kaiserhauses: Der Göttin Diana, dem verehrunsgwürdigen Wesen, hat Anullianus Polybius, Münzkontrolleur an
    der Münzstätte unseres Kaisers, (die Weihung) aufgrund eines Gelübdes aufgestellt und so sein Gelübde gern und nach Verdienst eingelöst.”


    Ebenso bezeugen die “Scriptores Historiae Augustae (Trebellius Pollio, Tyr. Trig. 31,4) eine Trierer Münzstätte für das letzte Drittel des 3. Jahrhunderts n. Chr. Im Gegensatz zu den beiden oben genannten Weiheinschriften, lassen sich die Münzen, die der Trierer Münzstätte für den Zeitraum von ca. 270 – 275 n. Chr. zugeschrieben werden, wegen fehlender Münzstätten- bzw. Emissionszeichen nicht eindeutig zuordnen.

    Zu vermuten ist, dass zumindest für die Usurpatoren Victorinus (269 - 271), Tetricus I. (271 – 274) und dessen Sohn Tetricus II., die ja Trier residierten, Aurei und mit einer Silberlegierung überzogene Antoniniane geprägt wurden (siehe Abb. 2). Eine unzweideutige Zuordnung dieser Gold- und Bronzemünzen zu der einen oder anderen gallischen Münzstätte ist jedoch in Ermangelung sicherer Kriterien nicht möglich.

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    Wenige Wochen nach der Niederlage des Tetricus I. gegen Aurelianus und der damit verbundenen Wiedervereinigung Galliens mit dem Imperium, wurde das Trierer Münzamt wieder geschlossen und nach Lugdunum/Lyon verlegt. Möglicherweise kam es vor der Schließung noch zu einer einzigen Emission im Namen des Aurelianus.
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    3. Die Wiedereröffnung der Münzstätte Ende 293/Anfang 294 n. Chr.

    Als Constantius Chlorus, der Ende 293/Anfang 294 zum Caesar der westlichen Reichteile erhoben worden war, Trier zu seiner Residenz erwählt hatte, wurde die Trierer Münzstätte wieder eröffnet. Der genaue Zeitpunkt läßt sich aus der Tatsache erschließen, dass von Anfang an auch Münzen für Maximianus Galerius geprägt wurden, der vermutlich zusammen mit Constantius I. am 1.3.293 zum Caesar ausgerufen worden war. Der Zeitpunkt der Wiedereröffnung muss also nach diesem Zeitpunkt angenommen werden. Eine weitere Eingrenzung des Zeitpunkts für die Wiedereröffnung liefert ein Antoninian der 1./2. Emission von Constantius I., auf dem er im Konsulargewand abgebildet ist. Da er jedoch dieses Amt erst im Jahre 294 antrat, kann der Zeitpunkt der Wiedereröffnung der Trierer Münzstätte also nur im Zeitraum von Ende 293 bis Anfang 294 stattgefunden haben.

    Die nun wiedereröffnete Münzstätte Trier nahm einen rasanten Aufschwung und war schon nach kurzer Zeit eine der Hauptmünzstätten des Römischen Reiches, obwohl es überwiegend nur mit zwei Offizinen (Münzwerkstätten) arbeitete. In einem Zeitraum von fast 150 Jahren wurden mit nur wenigen, kürzeren Unterbrechungen, Münzen für nicht weniger als 39 oder 40 Kaiser bzw. Usurpatoren, sowie die entsprechenden Kaiserinnen und Kaisersöhne geprägt. So wurden im Laufe der Zeit mehr als 520 Gold- und 310 Silbermünzen in der Moneta Palatina (Edelmetalle) und fast 1250 Bronzemünzen in der Moneta Publica (unedle Metalle) mit den entsprechenden Vorder- und Rückseiten geprägt.

    Zum Wiederaufbau der Münstätte wurde das Personal von mindestens einer, vermutlich aber sogar zwei Offizinen aus der gallischen Münzstätte Lyon abgezogen. In dem kurzen Zeitraum bis zur Münzreform von Diocletian im Jahre 294 konnten so noch eine Gold- und drei Antoninian-Emissionen stattfinden. Im Gegensatz zu den in Trier früher geschlagenen Münzen der gallischen Kaiser trugen diese Emissionen jedoch schon die ersten Trierer Münzstättenzeichen. Im einzelnen waren dies PT und PTR (PERCVSSUM TREVERIS), C-PTR (1. Offizin – CAPITALIS ?) und D-PTR (2. Offizin – DVO ?). Nach der diocletianischen Münzreform von 294 n. Chr. wurden, wie im nächsten Abschnitt über „In Trier geprägte Münzsorten (Nominale) aus Gold, Silber und Buntmetall“ aufzuzeigen sein wird, außer Gold und Bronze auch in fast reinem Silber geprägt.
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    4. In Trier geprägte Münzsorten aus Gold, Silber und Bronze

    Während sich die Münzreform des Diocletianus insbesondere rasch auf die Bronzeprägung auszuwirken begann, scheint die Goldprägung, sowohl in Trier, als auch in den anderen Münzstätten davon zunächst nicht betroffen gewesen zu sein. So wurde der Aureus weiterhin zu 1/60 eines römischen Pfundes, d. h. zu 5,45 g geprägt. Erst unter Constantinus I. wurde um 307 n. Chr. das Gewicht der Goldmünzen reduziert. Außerdem ließ er mit dem „Solidus“ eine weitere Goldmünze zu 1/72 des röm. Pfundes prägen, was einem Gewicht von ca. 4,54 g entsprach.

    Der Solidus wurde somit zur neuen Standardgoldmünze. Im Gegensatz zum Aureus blieb er fast bis zum Ende der römischen Kaiserzeit in Gebrauch und wurde
    dadurch zum Vorbild für das Münzwesen des Frühmittelalters. Unter anderem wurden sogar Vielfach- (Multipla) oder auch nur Teilstücke (1/3 Solidi, Trienten, Tremisses) des Solidus geprägt.

    Dank des weltberühmten "Schatzfundes von Arras" sind uns sogar 5fache und 10fache Aurei überliefert (siehe Abb. unten). Leider ging der überwiegende Teil dieses Schatzfundes verloren, was ein besonderer Verlust für die Trierer Numismatik darstellt, da der überwiegende Teil der Goldmünzen, welche von den Tetrarchen bzw. zu Beginn der Regentschaft von Constantinus I. herausgegeben wurden und unter anderem zahlreiche Schmuckstücke, darunter ein Collier aus an einer Goldkette hängenden Aurei und Silberstücken beinhaltete, wie an Hand des Münzstättenzeichens zu vermuten ist, in Trier geprägt worden waren. Diese „Gold-Multipla“ von Arras, zu denen sogar zwei 100fache Aurei gehört haben sollen, stellten somit auch ein hervorragendes Beispiel für kaiserliche Geschenke im spätrömischen Kaiserreich an hohe Beamte und Würdenträger dar.
    In den Jahre 411 – 413 n. Chr. wurden unter dem Usurpator Jovinus die letzten, uns bisher bekannten Goldmünzen mit Trierer Münzstättenzeichen geprägt.

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    Anders begann sich jedoch die Reform des Diocletian bei der Trierer Silberprägung auszuwirken. Der Silberdenar, von ca. 211 v. Chr. bis in das 3. Jahrhundert n. Chr. die Hauptsilbermünze Roms, und sein Doppelstück, der Antoninian wurden abgeschafft, da ihre Feingehalte und Gewichte im Laufe der des 3. Jahrunderts im weiter abgesunken waren.
    Diocletian führte stattdessen um ca. 294 den sog. Argenteus aus fast reinem Silber zu 1/96 des röm. Pfundes (3,41 g) ein. Zusätzlich ließ er Anfang des 4. Jahrhunderts auch einentsprechendes Halbstück prägen.

    In den Jahren zwischen 310 und 335 kam die Silberprägung trotz dieser Reform im gesamten Imperium praktisch zum Erliegen, sodaß sie erst durch die Einführung einer völlig neuen Silbermünze, der Miliarense zu 1/60 des röm. Pfundes (5,45 g) und etwas später durch eine zweite, gewichtsmäßig nur halb so schweren, weiteren Silbermünze, der sog. Siliqua zu 1/144 des röm. Pfundes (2,27 g) wieder an Bedetung gewann. Beide Silbermünzen wurden in Trier bis ins späte 4. Jahrhundert in größeren Mengen geprägt. Im Gegensatz zur Gold- und Bronzeprägung läßt sich ihre Herstellung für die Münzstätte Trier sogar bis in die Mitte des 5. Jahrunderts nachweisen. Bei den letzten Silbermünzen aus Trier handelt es sich allerdings nur noch um stark untergewichtige Teilstücke von Siliquien von Valentinian III. (425 – 455) und Theodosius II. (408 – 450).

    Eine große Neuerung brachte die Münzreform auch für die Buntmetallprägung, indem eine vollkommen neue Bronzemünze, der sog. Follis mit einem Gewicht von ca. 10 g eingeführt wurde, welcher außerdem mit einer dünnen Silberschicht, welche durch Weißsieden mit Hilfe einer schwachen Säure erzeugt wurde, überzogen war.

    Schon ab dem Jahre 307 wurde er jedoch gewichts- und größenmäßig immer weiter reduziert, sodaß er 341 schließlich nur noch in einer massenhaft ausgepägten Kleinbronze von ca. 1,3 g bestand, sodaß sich um 346/347 die Notwendigkeit ergab, den fast bedeutungslos gewordenen Follis durch zwei neue Münzsorten, die Maiorina zu 1/60 des röm. Pfundes (5,45 g) und ihr Halbstück den „Centenionalis“ zu 1/120 des röm. Pfundes (2,72 g) einzuführen. Unter dem Usurpator Magnentius wurden in Trier im Jahre 353, wenn auch nur für wenige Monate, sogar 1 ½ fache Maiorinen geprägt. In den folgenden 130 Jahren blieben die Bronzeprägungen nahezu unverändert. Im Jahre 390 schließlich wurde der Münzfuß herabgesetzt, was zu einer allmählichen Verdrängung der Maiorina durch den Halbcentionalis führte. Die letzte Trierer Bronzeprägung läßt sich so, zumindest was unseren bisherigen Kenntnisstand anbetrifft, für das Jahr 394 nachweisen. Danach wurden in Trier keine Bronzemünzen mehr geprägt.
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    5.0 Trierer Prägewerkstätten (Offizine) und Münzstättenzeichen

    5.1 Goldprägung

    Die Anzahl der Trierer Prägewerkstätten (Offizine) war immer wieder starken Schwankungen unterworfen. So fand z. B. die Ausprägung von Goldmünzen (Aurei) von seinen Anfängen in den Jahren 293/294 bis zur Unterbrechung nach 355 nur in einem einzigen Offizin statt.
    Diese Aurei tragen auf ihrer Rückseite die Münzstätten-zeichen „PT, PTR und TR“, wobei TR für „Treveris“ (= Trier), PT für „Percussum Treveris“ (= in Trier geschlagen) steht.

    Ab 307 wird auch der „Solidus“ in Trier geprägt und zwar mit den Münzstättenzeichen „TR“ und „SMTR“ für „Sacra Moneta Treveris“ (= die heilige, d. h. kaiserliche Münzstätte Trier). Als die Münzstätte schließlich in den Jahren 366/367 wiedereröffnet, wird die Goldprägung mit drei Prägewerkstätten fortgeführt, welche nun mit „TROBC, TROBS und TROBT“ gekennzeichnet werden. TR steht hier wieder für Treveris, „OB“ für Obryzum (= geläutertes oder reines Gold). Bei den Werkstätten-kennzeichnungen steht „C“ für „Capitalis“ (= erstes oder Hauptoffizin), entsprechend stehen „S“ für Secunda (2. Offizin) und „T“ für „Tertia“ (3. Offizin).

    Erst mit der Machtergreifung des Usurpators Magnus Maximus wurde die Goldprägung wiederum auf nur noch ein Offizin reduziert. Seine Goldmünzen erschienen mit dem Münzstättenzeichen "TROB" (Treveris Obryzum) und "SMTR" (Sacra Moneta Treveris). Eine grundlegende Veränderung in Bezug auf das Münzstättenzeichen ergab sich erst nach dem Tode des Magnus Maximus (388 ). Die Ortsangabe „TR“, welche bis dato nur im Abschnitt zu finden war, erscheint nun auf der Rückseite l. und r. im Feld "T – R". Im Abschnitt dagegen steht anstelle des „OB“ der älteren Goldmünzen jetzt „COM“, was „comes aurei“ (= Verwalter des Goldes) bedeutet, welcher damit den Feingehalt des Goldes quasi verbürgen soll. Erst auf den letzten Trierer Goldprägungen unter den beiden Usurpatoren Constantinus III. (407 – 411) und Jovinus (411 – 413) kehrt zum letzten Mal die frühere Kennzeichnung „TROBS“ noch einmal zurück.

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    Aureus des Diokletian. Geprägt in Trier 293 – 294 n. Chr. RIC VI Trier 17.
    Im Abschnitt „PT“ (= Percussum Treveris).


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    Solidus des Constans. Geprägt in Trier 347 – 348 n. Chr. RIC VIII Trier 135.
    ImAbschnitt “TR” (= Treveris).


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    Solidus des Gratian. Geprägt in Trier 376 - 377 n. Chr. RIC IX Trier 39c3.
    Im Abschnitt „TROBT“ (= Treveris Obryzum Tertia).

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    Solidus des Eugenius. eprägt in Trier 392 – 395 n. Chr. RIC IX Trier 103.
    Im Feld l. und r. „T – R“ (= Treveris). Im Abschnitt „COM“ (= Comes Aurei).
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    5.0 Trierer Prägewerkstätten (Offizine) und Münzstättenzeichen

    5.2 Silberprägung


    Die Trierer Silberprägung erfolgte, wenn man mal von zwei relativ kurzen Zeitabschnitten in den Jahren 295 – 297 bzw. 337/338 absieht, nur in einer einzigen Werkstatt (Offizin). Anknüpfend an die letzte Emission der Antoniniane werden die beiden Münzwerkstätten mit „C“ (Offizin I) und „D“ (Offizin II) gekennzeichnet. Bei den Halb-Argentei stehen sowohl „TR“, als auch „PTR“ für „Percussum Treveris“. Als im Jahre 336 der Miliarense und die Siliqua eingeführt werden, erhalten sie die Kennzeichnungen „TR, TRP bzw. TRS oder SMTR“.

    Letztere Kennzeichnung wird aber nach der Wiedereröffnung der Münzstätte 366/367 durch die Signatur „TRPS“ für „Treveris Puslulatum“ (= Trier reines Silber) ersetzt, was dem OB bzw. COM der Goldprägungen entsprach. Wie auch schon bei der Goldprägung, so gab es auch bei den Silbermünzen unter den Usurpatoren Constantinus III. und Iovinus eine abweichende Kennzeichnung, hier „TRMS“ für „Treveris moneta sacra“. Mit „TRPS“ wurden abschließend dann die letzten in Trier geprägten Teilsiliquae im Abschnitt kennzeichnet.

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    Siliqua des Constantinus III. Geprägt in Trier 408 – 411 n. Chr. RIC X Trier 1533.
    Im Abschnitt „TRMS“ (= Treveris Moneta Sacra).

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    Siliqua des Gratian.
    Geprägt in Trier 379 – 383 n. Chr. RIC IX Trier 58a.
    Im Abschnitt „TRPS“ (= Treveris Puslutatum).
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    5.0 Trierer Prägewerkstätten (Offizine) und Münzstättenzeichen.
    5.3 Bronzeprägung

    Ganz anders scheint es bei der Trierer Bronzeprägung gewesen zu sein. Hier kam es im Laufe der Jahre immer wieder zu großen Unterschieden, was die Anzahl der prägenden Werkstätten anbetrifft. Am Anfang standen nur jeweils ein oder zwei Offizine zur Prägung zur Verfügung. Im Zeitraum zwischen 295 – 297 stieg die Anzahl auf drei, zwischen 297 – 303 sank sie wiederum auf zwei und für 303 – 315 ist sogar nur eine Werkstatt belegt.
    Ab 315 waren es durchgehend zwei bis zur Schließung der Münzstätte im Jahre 355. Nach ihrer Wiedereröffnung um ca. 366/367 waren es auch nur zwei Werkstätten bis zum Jahre 380. Die letzten zehn Jahre bis zum Ende der Bronzeprägung in Trier um 394 arbeitete nachweislich besserer Erkenntnisse nur noch ein Offizin.

    Zu den verwendeten Münzstättenzeichen im späten 3. Jahrhundert gibt es zu sagen, dass die prägenden Werkstätten nun durch die Buchstaben „A, B und C“ im Feld gekennzeichnet wurden. Dies änderte sich im Jahre 297, als die beiden noch vorhandenen Münzwerkstätten mit „ITR“ (Offizin I) bzw. „IITR“ (Offizin II), aber auch mit „ATR“ bzw. „BTR“ gekennzeichnet wurden.

    Es dauert nochmals mehr als zwanzig Jahre, bis 318 die alten Münzstättenzeichen „PTR“ für „Prima Treveris“ bzw. „STR“ für „Secunda Treveris“ wieder Verwendung finden. 330 wird schließlich das Offizinkennzeichen wieder der Ortsangabe nachgestellt, sodass im Abschnitt „TRP“ bzw. „TRS“ steht, was auch nach der Wiedereröffnung der Münzstätte so bleibt. Erst im Jahre 380, mit der Auflösung eines der beiden Werkstätten, werden die Trierer Bronzeprägungen wieder mit „TR, TRP oder SMTRP“ gekennzeichnet.

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    Maiorina des Constantius I. Geprägt in Trier 302 – 303 n. Chr. RIC VI Trier 539a.
    Im Feld l. und r. S – F. Im Abschnitt „IITR“ (= Offizin II Treberis).

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    Maiorina des Maximinus II.
    Daza. Geprägt in Trier 310 – 313 n. Chr. RIC VI Trier 845.
    Im Feld l. und r. T – F. Im Abschnitt „PTR“ (= Prima Treveris).

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    Maiorina des Constantinus II. Geprägt in Trier 317 – 318 n. Chr. RIC VII Trier 180.
    Im Feld l. und r. F – T . Im Abschnitt „ATR“ (= Offizin I Treveris).


    Der genau Standort der Trierer Münzstätte ist uns, wenn man einmal von der 2005 bei Ausschachtungsarbeiten für den Erweiterungsbau des Stadtmuseums auf dem Simeonstiftplatz neben der Porta Nigra zum Vorschein gekommenen Münzstätte der gallischen Kaiser absieht, unbekannt. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die verschiedenen, von Zeit zu Zeit an neuen Orten neu errichteten Münzwerkstätten zwar innerhalb der Stadt selbst, aber vermutlich doch, wie im oben genannten Fall, wegen der ständigen Brandgefahr außerhalb der Wohnbebauung in der Nähe der Stadtmauer gelegen haben. Wenn man einmal von dem Prägestempel des Magnentius absieht, welcher aus der Mosel an der Römerbrücke geborgen werden konnte und welcher im Landesmuseum zu bewundern ist, so sind uns keine weiteren Stempel bekannt.
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    6. Kaiser auf Trierer Münzen

    Vom späten 3. bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts wurden in Trier Münzen für alle Kaiser und Usurpatoren geprägt, welche in den weströmischen Provinzen, beziehungsweise in Gallien herrschten, einzige Ausnahme Kaiser Jovian (363/364). In den nachfolgenden Tabellen 1, 2 und 3 ist anschaulich dargestellt, dass für so manchen Herrscher in Trier nur für kurze Zeit Münzen geprägt oder auch zum Teil auch lediglich die Gold- und Silberprägung eingeschränkt wurde. Gar keine Edelmetallprägung fand lediglich in Trier unter Maxentius (306 – 312), Licinius II. (317 – 323)und Delmatius (335 – 337) statt.

    Auch für die Kaiserinnen Fausta(Gemahlin von Constantin I.) und Helena (Mutter von Constantin I.), sowie posthum in den Jahren 337 und 340 für Helena und Theodora, die zweite Gattin des Constantius I. und Großmutter der späteren Kaiser Constantius Gallus (351 – 354) und Julianus (355 – 363), wurden Bronzemünzen geprägt. Weitere posthume Bronzemünzen wurden auf Claudius II. Gothicus (268-270), auf Constantius I. (293 – 306), auf Maximianus Herculius († 310) und auf Constantin I. (307 – 337) geprägt. Ferner natürlich sind auch in Trier in den Jahren 330 – 337 die Städtegedenkprägungen zu Ehren der Stadtgöttinnen von Rom und Constantinopolis, sowie eine einzelne Siliquaemission auf Roma (nach 380) nachgewiesen.


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    Tab. 1 - Kaiser auf Trierer Prägungen (293/4 - 326 n. Chr.)

    Tab. 3 - Kaiser auf Trierer Prägungen (367 – ca. 445 n. Chr.)
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    7. Die Bedeutung der römischen Münzstätte Trier

    Untersuchungen zur Zusammensetzung der Fundmünzen in den westlichen Provinzen Galliens, Germaniens und Britanniens zeigen, dass Anfang des 4. Jahrhunderts der Anteil der Trierer Bronzeprägungen bei der Geldversorgung mehr als 60 % betragen hat. Die beiden anderen gallischen Münzstätten Arles und Lyon kommen dagegen nur auf einen Anteil von ca. 30 %, die übrigen Münzstätten des Imperium Romanums sogar nur auf ca. 10 %. Ganz anders stellt sich dies dagegen bei der Silber- und Goldprägungen dar. Hier scheint Trier keine besonders bedeutende Rolle gespielt zu haben. Unzweifelhaft erscheint jedoch die Tatsache, dass das gesamte Prägevolumen der Trierer Münzstätte pro Jahr mehrere Millionen Münzen betragen haben muss, also eine ungeheure Menge, welche im ganzen Reich in Umlauf war, wie entsprechende Funde aus Kleinasien, Ägypten, Palästina, Syrien und sogar Mesopotamien beweisen.
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    8. Das Ende der römischen Münzprägung in Trier

    Der genaue Zeitpunkt der entgültigen Schließung der Trierer Münzstätte und damit auch des Endes der Trierer Münzprägung ist bisher nicht geklärt. Mit Sicherheit läßt sich nur feststellen, dass die letzten in Trier geprägten Münzen auf den Usurpator Eugenius (392 – 394) zurückgehen. Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass nach dem Tode des Usurpators unter Theodosius I. und Arcadius erneut Münzen in Trier selbst geprägt wurden. Fraglich erscheint auch, ob im Trierer Münzamt jemals Münzen des Honorius (393 – 423) geprägt wurden, da bisher weder irgendwelche Gold- noch Bronzeprägungen nachweisbar erscheinen, obwohl im Laufe der Jahre
    bereits sechs „Exagien“ (siehe Abb.), d. h. Münzgewichte zur Eichung von Goldmünzen im Trierer Stadtgebiet gefunden wurden. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, entgegen aller bisherigen Annahmen, dass diese Münzgewichte nicht nur in der Münzstätte, sondern vielleicht auch von privaten Goldschmieden oder Händlern verwendet wurden.


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    Eichgewicht des Honorius für Goldmünzen
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    9. Der Goldschatz von Trier

    Entdeckung und Bergung

    Bei Bauarbeiten für ein Parkdeck kam am 9.9.1993 in der Trierer Feldstraße der größte bisher bekannte Schatzfund von Aurei der römischen Kaiserzeit mit mehr als 2570 Goldmünzen zutage.

    Der Fundort lag in den westlichen Vierteln der Stadt, einem Bereich, in dem schon wiederholt wertvolle Funde entdeckt werden konnten, wie z. B. ein Depot von 49 reich verzierten Silbergefäßen mit einem Gewicht von über 250 Pfund (1628 ) oder im Jahre 1992 eine große, teilweise vergoldete Silberkanne, die in den Bildflächen unter anderem Apostelfiguren mit Nimbus zeigt. Im Rahmen der Ausschachtungsarbeiten für das 80x35 m große Parkdeck konnte der südliche Teil einer Insula mit der südlichen und westlichen Straßenbegrenzung freigelegt werden. Die Insula zeigte eine dichte Wohnbebauung des 2. – 4. Jahrhunderts mit Hofflächen, verzweigten Kelleranlagen und mehrere Brunnen. Besondere Aufmerksamkeit verdiente ein im Grundriss L- oder U-förmiger Keller, der den Teil eines mehr als 30 m langen Kellersystems bildete und ursprünglich mit einer Balkendecke versehen war, die im Zuge von Umbauten im 3. oder 4. Jahrhundert durch eine stabile Tonneneinwölbung ersetzt wurde.

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    Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.

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    10. Die Opfermünzen von der Römerbrücke

    Seit Jahren tauchen in diversen Auktionen immer wieder „Münzfunde aus der Mosel in Trier“ auf. Eine dieser Auktionen enthielt folgende Beschreibung: "Es handelt sich hierbei um einen authentischen Altfund von der legendären Fundstelle der Trierer Römerbrücke mit der typischen „Moselpatina“. Bei durch Schleusenarbeiten herbeigeführtem Tiefstand der Mosel standen in den 70er Jahren jung und alt, Mann und Frau im knietiefen Wasser und förderten mit Sieben große Mengen von Münzen zutage (siehe Abb.), die in alter Zeit von ihren Vorfahren hier dem Flussgott geopfert wurden.“

    mit freundlichem Gruß

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    Der Goldschatz ist wirklich beeindruckent! Ich bin jedesmal aufs neue überwältigt wenn ich davor stehe.
    Auch seine Geschichte ist sehr beeindruckend.
    Zum Glück sind nur ca. 2% des Schatzes abhanden gekommen.
    Der Eifer der Toren ist schlimmer denn der Zorn der Götter. (Euripides)
    -> Sollte ich mir manchmal zu Herzen nehmen :rolleyes: .
    Ja, Jakob. Das ist schon ein glücklicher Umstand für Trier, dass der Trierer Goldschatz nicht wie "Der Schatz von Machtum" (1958 ) in alle Welt verkauft wurde, bevor die Behörden eingreifen konnten, um dann vor wenigen Jahren, in Form von Leihgaben, für eine Ausstellung aus Übersee zusammengesucht werden zu müssen.

    Übrigens wird am 6. September 2013 zu diesem Trierer Goldschatzfund folgendes Buch erscheinen:


    Karl-Josef Gilles, Der römische Goldmünzenschatz aus der Feldstraße in Trier, in: Trierer Zeitschrift: Beiheft 34, Trier 2013. 269 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. ISBN 978-3-923319-82-4. Einführungspreis: 78,- € (bis 31. 12. 2013; danach: 98,- €).
    mit freundlichem Gruß

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