Händleinheller Schwäbisch Hall

      Händleinheller Schwäbisch Hall

      Hallo zusammen.

      Ich habe es nun getan: Eine Mittelaltermünze ist mein Eigen.
      Ein Klassiker und den mittelalterlichen Prägungen, einen Händleinheller aus Schwäbisch Hall.
      Das einfache, stark stilisierte Hand-Motiv hat mich einfach angesprochen!

      Außerdem bin ich ein „Fan“ Barbarossas, komme ich doch aus dem schönen kleinen
      Barbarossa-Städtchen Sinzig, wo damals eine Pfalz stand, in der Friedrich I. bei seinen
      Reisen durchs Reich (z. B. auf dem Weg nach Aachen) 3 – 4 mal Rast machte.

      Nun hab ich leider noch gar keinen Schimmer, wie der zuzuordnen ist.
      Habe auf jeden Fall HUNDERTE gesehen, die anders waren :)

      Er wurde angeboten, (wie schon angesprochen) aus der Zeit Friedrich I. zu stammen.
      Also könnte er um den Jahrhundertwechsel vom 12. zum 13. Jahrhundert geprägt worden sein.

      Könnte mir jemand behilflich sein?



      Mittelalter
      Deutschland

      Händleinheller
      Schwäbisch Hall
      13./14. Jahrhundert

      Durchmesser: 17-18 mm
      Gewicht: 0,57 g

      Vorderseite: Stilisierte Hand

      Rückseite: Breitgabelkreuz mit Kugeln


      Sicher hat jemand von Euch auch ein Exemplar dieser Händleinheller.
      Würde mich freuen, einige Eurer Stücke anschauen zu dürfen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Andicz“ ()

      Andicz schrieb:

      Ich habe es nun getan: Eine Mittelaltermünze ist mein Eigen.

      Ich würd aber aufpassen, du hast ja gesehen wie diese Drogen sich bei anderen Sammlungen ausgewirkt haben. Will heißen gratulation, vielleicht wird deine Sammlung ja auch mal alle Epochen, Regionen und ähnliches vertreten können die sich auf der Erde so finden. :thumbsup:


      Grüße

      PS: Ich hab keine Ahnung was das für eine Münze ist...
      Täglich grüßt das Erdnussbier...
      Ich denke, ich weiß was du meinst! :)

      Werde versuchen, aufzupassen. Ich kann mir ehrlich gesagt mehrere
      parallel laufende Sammelgebiete auch gar nicht leisten...

      Aber die ein oder andere wird schon drin sein in Zukunft.
      Ich werde nur genau aussuchen, was mein Geldbeutel verträgt.
      Und nach persönlichem Schönheitsempfinden aussuchen, nicht nach Seltenheit.

      :thumbsup:

      Andicz schrieb:

      parallel laufende Sammelgebiete auch gar nicht leisten...

      Mir fällt ja schon ein einziges schwer 8o .

      Das Problem ist immer das gleiche - zuerst geht alles ganz easy und man ist froh, schon wieder etwas neues für die Sammlung bekommen zu haben. Aber mit der Zeit steigen die Ansprüche und die Lücken schließen sich. Was bleibt sind die Lücken die man mit vernünftigem finanziellen Aufwand nicht mehr zu schließen vermag. Spätestens dann solte man das Sammelgebiet wechseln.

      Man muß das Alte ja nicht gleich auflkösen - nur beiseite legen. Das schont die Nerven.
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de
      Die älteren Händelheller sind Vierschlagpfennige Vierschlagheller und somit im 14. - Anfang 15. Jh geprägt. Es wurden auch noch spätere geprägt, zum Beispiel in Frankfurt, die dann keinen Vierschlag hatten.

      Die Haller unterscheidet man in erster Linie an der Länge der Finger.

      Dann gibt es noch welche mit einem Beizeichen oder Buchstaben auf der Handfläsche, z. B. D = Dillingen (Augsburg), V = Stadt Ulm

      Hier zwei Beispiele:



      Heller - Hall in Schwaben
      LIT : S-J 1365
      GE : 0,53 g



      Heller - Hall in Schwaben ? - Ulm ?
      LIT : Nau 3?
      GE : 0,64 g

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Tube“ ()

      Der Begriff Vierschlag-Pfennig kommt daher, dass man Die Schrötlinge quadratisch geschnitten hatte, und dann auf die vier Ecken einmal mit dem Hammer geschlagen hatte, so das sie Rund wurden. Die ersten Vierschlagpfennige sind mir aus dem 13 Jh bekannt.

      Deiner müsste so aus dem 14 Jh. sein, ich habe da aber noch irgendwo was drüber, finde aber mal wieder nichts. :huh:
      Ah, verstehe. Danke für die Erklärung.

      So wie ich das bisher sehe, bzw. was ich über die Händlein gelesen/gefunden habe,
      ist es manchmal sehr schwierig die Stücke zuzuordnen. Weil es halt auch massenweise
      verschiedene Exemplare gibt.

      Ich persönlich finde die (auf mich wirkende) naive Umsetzung sehr interessant.
      Diese stilisierten Formen, die mystisch wirkende Hand... gefällt mir!
      Könnte durchaus ein Sammelgebiet werden :)

      Was bedeutet eigentlich die Hand. Ist sie zum Gruß erhoben?
      Oder hatte das zeigen/offenbaren der Handinnenfläche noch weitere Bedeutungen?

      Und wie ist das Gabelkreuz zu interpretieren?
      Da gibt es mehrere Theorien, wie so oft. Das Kreuz wird zum einen als Hoheitliches Zeichen, zum anderen als Kreuz zum Schutz vor dem Teufel angesehen.
      Die Hand wird auch als Handschuh gedeutet, was als Königlicher Schutz zu deuten währe.

      Beide Seiten sind auch Teil des Stadtwappens, nur die Frage was war zuerst?

      Was ich vorher vergessen hatte, Hall hat wohl schon Ende des 12 Jh. mit der Prägung von "Händel-Heller" begonnen. Ich weiß momentan aber auch nicht wie diese aussahen :S ( wohl kein Vierschlag )
      So ich habe was gefunden, sogar in meiner Sammlung :pinch:

      Typ I



      Heller - (1189-1250) - Friedrich I (1152-1190) + Friedrich II (1215-1250)
      VS : HALLE - Hand
      RS : +F.R.I.S.A - Kreuz
      LIT : Raff 1
      GE : 0,52 g

      F.R.I.S.A - Friedericus Romanorum Imperator Semper Augustus

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Tube“ ()

      Nach meinem Numismatiklexikon sind diese Handheller tatsächlich schon seit Barbarossa geprägt worden, allerdings mit Inschift der Stadt HALLA und des Kaisers F.R.I.S.A. (Friedericus rex imperator semper Augustus). Spätere Heller/Pfennige sind stumm, also ohne Inschrift (ab ca. 1250). Die meisten stammen aus dem 13./14.Jhd.
      Tube hat ja schon ein paar Beispiele gezeigt. Hier noch zwei weitere:
      Händleinheller, 13. Jhd., 0,71 gr, Lit: Raff.11
      Händleinheller Dillingen, 0,58 gr, Lit: Bonh.1926; Steinh.149
      Bilder
      • 1250, Heller,, Raf 11 (1).JPG

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      • 1250, Heller,, Raf 11 (2).JPG

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      • 1373-1404 Burkhard v.Ellerbach, Heller,Bonh 1962 (1).JPG

        81,03 kB, 442×452, 202 mal angesehen
      • 1373-1404 Burkhard v.Ellerbach, Heller,Bonh 1962 (2).JPG

        81,98 kB, 461×442, 185 mal angesehen
      Ich habe noch gelesen, dass der Übergang von Umschrift zu stumm bei manchen
      Stücken durch eine Trugschrift vollzogen wurde.

      Da meiner aber (wie es scheint) stumm ist, sollte die zeitliche Einstufung von
      Tube damit hin kommen.

      Oder ist auf dem Revers links oben noch ein Hauch von „Kugeln“ zu sehen?

      Auf jeden Fall finde ich die Stücke trotz der enormen Ähnlichkeit sehr interessant.
      Ich habe mir nun auch noch ein paar Händleinheller zugelegt.
      Ein paar ganz schöne Stücke sind dabei.



      Händleinheller
      Schwäbisch Hall
      13./14. Jahrhundert

      Durchmesser: 18 mm
      Gewicht: 0,62 g

      Vorderseite: Stilisierte Hand

      Rückseite: Breitgabelkreuz mit Kugeln


      Genauer als oben angegeben kann ich ihn noch nicht bestimmen.
      Da muss ich noch ein wenig tiefer einsteigen, wenn es überhaupt möglich ist ihn zu bestimmen.
      Ich glaube, viele Stück muss man halt einfach grob in den Zeitraum 13./14. Jahrhundert einsortieren.

      So geht es mir auch bei den weiteren Stücken.
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