Sachsen- Kurfürsten

      Nach dem Tode Christian II. wurde sein Bruder Johann Georg I. Kurfürst an seiner statt. 1585 geboren, wurde er 1611 Kurfürst und blieb es 45 Jahre lang. Als Führer der Protestanten war er zugleich kaisertreu, was vor allem in der Zeit des 30 jährigen Krieges zu erheblichen Problemen führte. 1631 schloß er einen Vertrag mit den Schweden, 1635 mit dem Kaiser. Der Kaiser hatte ihm dafür die Ober- und die Niederlausitz abgetreten. Damit hatte er die Schweden zum Feind. Erst am 6. September 1645 kam es zum Friedensvertrag mit ihnen in Kötzschenbroda bei Dresden (in der dortigen Friedenskirche ist der Tisch der Unterzeichnung noch zu sehen). Unter seiner Regierung wurde Heinrich Schütz 1617 Hofkapellmeister in Dresden. In zweiter Ehe mit Magdalena Sibylla von Brandenburg verheiratet, wurde er u.a. Vater vier überlebender Söhne; von denen Johann Georg II. 1656 sein Nachfolger als Kurfürst wurde. Für die anderen Söhne wurden Secundogenituren eingerichtet: August - schon Administrator des Erzstiftes Magdeburg - begründete die Nebenlinie Sachsen-Weißenfels (1746 ausgestorben); Christian die Linie Sachsen-Merseburg (1738 ausgestorben) und Moritz die Linie Sachsen-Zeitz (1718 erloschen).
      Ich zeige zunächst mal zwei Taler:
      Nr.1: Johann Georg I. und August, Taler 1614, 28,88 gr., Mers.837; Schnee 786 (das war 1991 mein erster Taler überhaupt)
      Nr.2: Johann Georg I., Taler 1619, 28,89 gr., Mers.899; Schnee 818 (mit einer Sammlerpunze, über die ich gern mehr wissen möchte)
      Bilder
      • Taler Dresden 1614, Schnee 786 (1).JPG

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      • Taler Dresden 1614, Schnee 786 (2).JPG

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      • Reichstaler 1619, Dresden, Schnee 818 (1).JPG

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      • Reichstaler 1619, Dresden, Schnee 818 (2).JPG

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      Schon unter August wurden die Münzstätten Annaberg, Freiberg und Schneeberg geschlossen und Dresden blieb allein übrig. Christian I., Christian II. und Johann Georg I. prägten nur in Dresden (Ausnahme: Kipperzeit 1620-1622)Während der Regierungszeit Johann Georg I. gab es 5 Münzmeister, die nacheinander amteten:
      1605-1624 Heinrich von Rehnen, HR oder Schwan
      1624-1635 Hans Jacob, HI oder gekreuzte Zainhaken
      1635 Cornelius Melde, CM
      1635-1640 Sebald Dierleber, SD
      1640-1678 Constantin Rothe, CR oder Eichel
      Hier nun ein Groschen von 1623 (2,11 gr.,Kohl 176); ein Dreier von 1627 (0,87 gr.,Kohl 182) und ein Pfennig von 1652 (0,32 gr.,Kohl 189)
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      • Groschen Dresden 1623, Kohl 176 (1).JPG

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      • Groschen Dresden 1623, Kohl 176 (2).JPG

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      • Dreier Dresden 1627, Kohl 182 (1).JPG

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      • Dreier Dresden 1627, Kohl 182 (2).JPG

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      • Pfennig Dresden 1652, Kohl 189 (1).JPG

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      • Pfennig Dresden 1652, Kohl 189 (2).JPG

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      Es wird Zeit, die Reihe ein Stück weiter fortzusetzen.
      Wir bleiben noch bei Johann Georg I. Vor wenigen Tagen war Reformationstag. Bekannterweise erinnert er an den Thesenanschlag Luthers 1517, der dann die Reformation auslöste. Luthers Fürst, der, obgleich katholisch, ihn gewähren ließ und sogar unterstützte, war Friedrich III., genannt der Weise. Er gehörte zum ernestinischen Zweig der Wettiner, die damals die Kurwürde inne hatte. Nach der für den Schmalkaldischen Bund erfolgten Niederlage in der Schlacht von Mühlberg 1547 ging die Kurwürde an die albertiner Linie, die sie dann bis zur Abdankung 1918 inne hatte.
      Anläßlich der 100-Jahrfeier der Reformation gab Johann Georg I. eine kleine Serie verschiedener Nominale heraus.
      Ich zeige hier den 1/8 Taler im Gewicht von 3,5 gr. Die eine Seite zeigt Friedrich III., die andere Johann Georg I. Lit.: Kohl 193, Mers.884
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      • Achteltaler 1617 a.d.Reformation, Kohl 193 (1).JPG

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      • Achteltaler 1617 a.d.Reformation, Kohl 193 (2).JPG

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      Der ganze 30-jährige Krieg fällt in die Regierungszeit Johann Georg I. In die Anfangszeit dieses Krieges gehört die sogenannte Kipperzeit, eine Inflation durch massive Verschlechterung des Korns der Münzen. Sachsen hatte eine große Produktion an Kippermünzen, für die neue Münzstätten errichtet wurden. Weil die 10, 20, 30, 40 und 60 Groschenstücke Engel im Münzbild hatten, wurden sie Engelstaler genannt. Leider habe ich (noch) keinen, den ich Euch zeigen könnte.
      Wie andere Städte, hat auch Kamenz Kippermünzen geprägt. Besonderheit: sie waren ganz aus Kupfer und hatten nicht mal den Hauch von Silber. Sie wurden 12 Wochen lang im Jahre 1622 geprägt. (Angaben aus: Kretzschmar/ Bäuerle, Die Kippermünzen von Kamenz 1622). Es gibt von diesen Münzen einseitige Einer und zweiseitige Dreier (ganz seltene kleine Einer und einseitige Zweier waren wohl Probeprägungen). Von den Einern und Dreiern gibt es zahlreiche Stempelvarianten, die in der o.g. Schrift aufgelistet sind.
      Ich zeige hier meinen Einer, 0,13 gr. und Dreier 0,84 gr.
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      • Kipperpfennig Kamenz (1622), Rah 271h.JPG

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      • Kipperdreier Kamenz 1622, Kr-B X,15 (1).JPG

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      • Kipperdreier Kamenz 1622, Kr-B X,15 (2).JPG

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