Die Herkunft unserer Münznamen

      Die Herkunft unserer Münznamen

      Eine interessante Zusammenfassung, gepostet auf Facebook vom User Andreas Trepzik! Vielen Dank dafür!

      Die Herkunft unserer Münznamen
      (Bericht aus der Zeitung "Die Muskauer Heide" vom 27. November 1937)

      Der „Heller“ (in ältere Form Haller) wurde zuerst 1359 in der altschwäbischen Reichstadt Hall geprägt. und trägt nach ihr den Namen. In ähnlicher Weise sind mehrere Münzen nach dem Ort ihrer Prägungstätte benannt worden. Der „Taler“ wurde von 1517 an in Johannisthal, der Prägestätte des Erzgebirges, geschlagen und hieß zunächst Lohannisthaler. Später verkürzte sich der Name zu Taler, da er für den Geldverkehr zu lang war. Die englische Form wurde später zu „Dollar“. Die „Guinee“ wurde zuerst 1664 aus dem Gold von Guinea in Westafrika geprägt. Der „Sterling“, eigentlich easterling = Ostländer, wurde so genannt, weil ihn deutsche Kaufleute, die aus dem Osten kamen, um 1200 zuerst in England schlugen.

      Der „Batzen“ wurde erstmalig in Bern geprägt und zeigte das Wappentier dieser Stadt, den Bären (Petz, Bätz). Danach bekam er seinen Namen und behielt ich auch, nach dem der Bär im Wappen längst weggefallen war. Ähnlich wurde die heute verwendete Schweizer Münze der „Rappen“ nach dem aufgeprägten Wappentier benannt. Sie wurde zuerst in Freyburg im Breisgau hergestellt und trug einen schlecht ausgeführten Adlerkopf als Wappenzeichen der Stadt. Man sah den Vogel irrtümlich als Raben (Rappen) an und bezeichnete dementsprechend die Münze. Der „Kreuzer“ erhielt seinen Namen von dem aufgeprägten Kreuz. Münzen die eine Krone über dem Wappen zeigten, wurden kurz als „Krone“ oder mit Zusammensetzungen wie „Krontaler“ benannt.

      Nach dem Stoff ist benannt der „Gulden“, das heißt der Goldenen, weil er ursprünglich aus Gold geprägt wurde. Goldgulden ist demnach eine Doppelbenennung. Silber- und Papiergulden sind zum Beispiel auch Widersprüche in sich. Unsere ehemalige deutsche Münzeinheit seit 1873, die “Mark“, ist ursprünglich eine Gewichtseinheit für Gold und Silber (germanische Masseeinheit, die ab dem 11. Jahrhundert das Pfund als Edelmetall- und Münzgewicht verdrängte). Ebenso ist die englische Münzeinheit, das „Pfund“, eigentlich eine Gewichtsangabe. Dasselbe ist der Fall beim antiken „Talent“. Ein Talent Wasser hatte jeweils ein Volumen von einem Kubikfuß (28,317 Liter).

      Nicht ganz sicher ist der Ursprung des „Schilling“ Möglicherweise kommt es vom germanischen Wort Skildulingaz, was ‚schildartiges Ding‘, bzw. ‚Schild-ling‘ bedeutet. Nach einem Handelslexikon von 1848 soll das Wort Schilling von „schallen“ bzw. von ‚schellen‘, d.h. ‚klingeln‘, kommen.

      Die Herkunft von “Pfennig“ ist dunkel. Wahrscheinlich geht das Wort zurück auf phant = Pfand.

      Das Wort „Münze“ selbst stammt vom lateinischen moneta ab. Die Münzstätte in Rom stand am Tempel der Juno Moneta, der mahnenden Juno, die so hieß, weil sie die Römer bei einem Erdbeben erinnert hatte, Opfer zu bringen. Von moneta leitet sich noch ab das englische „money“ , das französische „monnaie“ und unser Wort „Moneten“ ab.

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      Herkunft unserer Münznamen

      Die Erklärung in der Muskauer Zeitung zur Herkunft des Namens Taler ist doch etwas fehlerhaft, deshalb nachfolgende Richtigstellung:

      Erzherzog Sigismund von Tirol ließ 1486 erstmals eine Großsilbermünze im Wert eines Goldguldens prägen, bezeichnet als Guldiner oder Guldengroschen, nach großen Silberfunden in Böhmen prägten die Reichsfreiherren Schlick nach Erlangung des Münzrechts in Joachimstal (heute Jachymow in Tschechien) große Mengen dieser Münzen, die als Joachimstaler Guldengroschen bezeichnet wurden, später vereinfacht Joachimstaler und dann nur noch Taler. Der Dollar ist davon abgeleitet, auch Daler in Schweden und Daalder in den Niederlanden.

      In Rußland wurden diese Münzen aus dem Ausland mit Jefimok bezeichnet, abgeleitet vom Namen Joachim, in russisch = Jefim .
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