Kölner Münzen im Mittelalter

      Kölner Münzen im Mittelalter

      Vielleicht können wir hier mal zusammentragen was für kölner Münzen aus dem Mittelalter so in unseren Sammlungen schlummern :) .

      Ich fange mal an.

      Friedrich II Graf von Saarwerden - 1371-1414



      6 Pfennig - Deutz - (um 1372)
      VS : +FRIDRICVS AREPVS:COL - Petrus-Kopf mit Halsansatz und Heiligenschein, leicht nach rechts gewandt; darunter Saarwerden-Schild
      RS : +MONETA:TVICIENSIS: -Stiftsschild
      GEW : 0,69g
      LIT : Noss 168a Merle 38 Cappe 1021

      Gruß
      Tube

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      Friedrich II Graf von Sarwerden - 1371-1414



      Heller - Bonn
      VS : Befußtes Kreuz mit Vierpass in der Mitte, darin Rosette; in den Winkeln F / R / I / D
      RS : Stiftsschild belegt mit Saarwerden-Schild
      GEW : 0,25g
      LIT : Noss - vergl. Noss 217 ( in der Mitte Kugel ), 258 ( nichts in der Mitte ), 259 ( in der Mitte Stern )

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      Dietrich II Graf von Moers - 1414-1463



      Goldgulden - Riel - (1420)
      VS : xTHЄODICxAR CPIxCOLON´ - Petrus steht v. v. mit der Rechten einen Schlüssel schulternd, in der Linken ein Buch
      RS : xMON´ xNOV´ xRILx xENS´ - Vierpass mit von Moers-Schild belegtem Siftsschild, umgeben mit den Schilden von Mainz, Trier, Pfalz und Jülich
      GEW : 3,39g
      LIT : Noss 304a

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      Dietrich II Graf von Moers - 1414-1463



      Weißpfennig - Riel - (um 1460)
      VS : ◦THEODI´= ARCPIóCO´ - Petrus in gothischem Gestühl über Moers-Schild
      RS : MONE´= •NOVA• = •RILE´ - Dreipass in der Mitte gevierter Köln-Moers-Schild, umgeben mit den Schilden von Mainz, Trier und Pfalz
      GEW : 2,06g
      LIT : Noss 399g

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      Hermann V Graf von Wied



      Schilling - Deutz ? - 1516
      VS : MOHMA ELETI ECCCO´ - Stiftschild belegt mit Wied-Schild, darüber Stern, umgeben mit den Schilden von Mainz, Trier und Pfalz
      RS : o SóPETR VSoAo151 6 - Petrus mit Schlüssel und Kreuzstab, über Stiftsschild belegt mit Wied-Schild.
      GEW : 1,01g
      LIT : Noss 575a

      Als Münzstätte kommt auch Zons in Frage

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      Wirklich ausgesprochen schöne Stücke, Tube.
      Meine Zuneigung für Köln habe ich ja schon kund getan!

      Der Goldgulden ist ein absoluter Hingucker mit WOW-Effekt :)

      Generelle Frage: Zu welchen Anlässen wurde im MIttelalter geprägt?
      Ernennung neuer Grafen und Bischöfe? Sonstige kriegerische und triumphale Anlässe?

      Und wie unterschieden sich die gräflichen von den bischöflichen Prägungen?
      Sind das völlig voneinader unabhängige Prägungen?
      Wer vergab dieses Münzrecht? Ausschließlich der Kaiser?

      Ich bin da leider nicht sehr bewandert und würde mich über
      ein par Rahmeninfos freuen :)
      Köln war ab den Merowingern eine Reichsmünzstätte ( die Römer lassen wir mal außer Betracht ). Die ersten bekannten Münzen aus Köln stammen vom König Theudebert I 534-547, wobei die Zuschreibung der Münzstätte Köln nicht gesichert ist. Es sind Gold-Schillinge die im Feld die Buchstaben COL V zeigen, was, nicht unumstritten als COLonia Vbiorum aufgelöst wurde. Es folgen dann noch einige Anonyme 1/3 Gold-Schillinge des 6 - 7. Jh., die eindeutig Köln zugeordnet werden können, aber keinem König.

      Dann folgen die Karolinger mit Karl dem Großen 768-814, Ludwig der Fromme 814-840, Lothar I 840-855, Ludwig der Deutsche 870-876, Ludwig III 876-881, Ludwig das Kind 900-911 und dann Karl der Einfältige 911-925.

      Endlich ein Beispiel:

      Karl der Einfältige 893-929 König der Westfranken, 911-925 Herzog von Lothringen



      Pfennig - Köln - ( 911-925 )
      VS : + KAROLVSREX - Kreuz mit je einer Kugel in den Winkeln
      RS : S / COLONIΛ / A
      GE : 1,73g
      LIT : Hävernick 23b

      Auf der Rückseite kann man noch sehr schön die Hilfslinien des Stempelschneiders sehen, leider kam mein Scanner mit dem Prägeglanz nicht so gut zurecht


      ( Die vorher gezeigten Münzen sind alles Prägungen der Erzbischöfe, die Grafen-Titel sind ihre Weltliche-Namen )

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      Ah, der Profilpfennig :)
      Und vielen Dank für die Infos.

      Kürzlich sind auf ebay einige Karolingermünzen weg gegangen.
      Aber auch zu einem hohen Preis. Aus einer alten Sammlung.
      Die haben mich gleich fasziniert... Aber das kann ich mir beim besten
      Willen nicht leisten, auch wenn mich die Epoche sehr interessiert...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Andicz“ ()

      Du hast ja wirklich "Schätzchen" in deiner Sammlung, Tube. Alle Achtung !

      P.S. Habt ihr mal angedacht, auch einen Thread über "Trierer Münzen im Mittelalter und der frühen Neuzeit" zu eröffnen. Daran hätte ich selbstverständlich großes Interesse !!! :thumbsup: Besitze selbst nur zwei Trierer Petermengers.
      Friedrich von Saarweden hatte wir weiter oben schon mal, hier nun ein Weißpfennig, Deutz (1373), 2,44 gr, Noss 176 var.
      Gruß ischbierra
      Bilder
      • 1371-1414 Friedrich III.v.Saarweden, Weißpfennig,Deutz,Nos 176 v (1).JPG

        82,91 kB, 435×433, 187 mal angesehen
      • 1371-1414 Friedrich III.v.Saarweden, Weißpfennig,Deutz,Nos 176 v (2).JPG

        82,46 kB, 442×433, 158 mal angesehen
      Als Nächstes folgten dann die Sachsen mit Otto I als König 936-962, Otto I + sein Bruder Bruno als Herzog von Lothingen ( er war auch Erzbischof von
      Köln ) 953-962, Bruno Herzog von Lothringen alleine 953-965, Otto I als Kaiser 962-973, Otto II 973-983, Otto III als König 983-996, als Kaiser 996-1002, Heinrich II 1002-1024.

      Dann begannen die ersten Erzbischöflichen Prägungen, zunächst noch mit dem König / Kaiser gemeinsam

      Ein Beispiel:

      Erzbischof Pilgrim und Kaiser Konrad II 1027-1039



      Pfennig - Köln
      VS : + CHVONRADVS IMP - Kreuz mit je einer Kugel an den Enden, in den Winkeln PI / LI / GR / IN
      RS : SANCTA COLONI - Fünfsäulige Kirche mit rundem Giebel
      GE : 1,37g
      LIT : Hävernick 222i

      ( Nach der Schlacht bei Worringen, wurde der Erzbischof aus Köln vertrieben und Gründete 1282 eine Münzstätte in Deutz Beispiel folgt später )

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      Ah, da ist der Zusammenhang.
      Die Schlacht bei Worrigen kenne ich als Köln-Sympathisant ins Düsseldorf natürlich :)

      Das bedeutet, dass die westfränkische Zugehörigkeit von Köln nach den einfältigen Karl
      beendet war, und die Stadt samt Münze in den ostfränkischen Reichsteil überging?
      Oder erfolgte dass schon unter Konrad I. ?
      Dann folgte nach einer kurzen Sedisvakanz:

      Erzbischof Hermann II + Kaiser Konrad II 1036-1039



      Pfennig - Köln
      VS : + CHVONRADVS MP - Kreuz mit je einer Kugel in den Winkeln
      RS : HERIMANNA ARCHIEPS - Kirche, darin COLO / NIA ; zwischen zwei Ringel
      GE : 1,32g
      LIT : Hävernick 251b/251a

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      Ab 1039 prägte dann das Erzbistum Köln alleine. Der Kaiser hatte aber weiterhin das Recht solange er in der Stadt verweilte Münzen zu schlagen. Da es aber nur äußerst wenige Exemplare gibt, muß man wohl davon ausgehen, das er sich mit dem Schlagsatz begnügte.

      Des weiterem war den Erzbischöfen die Münzverrufung nur dann gestattet, wenn ein neuer Erzbischof eingesetzt wurde, oder dieser eine Reise nach Rom unternahm. Selbstverständlich konnten neue Münztypen jederzeit erfolgen, nur die alten halt nicht verrufen werden.

      Hermann II 1039-1056

      Typ I



      Pfennig - Köln - (1039-1046)
      VS : +CRISTIANARELIGIO - Kreuz mit HE / RIM / AN / VS
      RS : SEA COLONIA - Fünfsäulige Kirche
      GE : 1,54g
      LIT : Häv 278

      Typ II



      Pfennig - Köln
      VS : +HERIMANNVS - Perlkreis mit ARC / Drei Kugeln / EPS
      RS : SEA COLONIA - Fünfsäuliger Tempel
      GE : 1,56
      LIT : Häv 293

      Hävernick kannte von diesem Typ 3 Exemplare und ein halbiertes, Museum Berlin, Museum Kopenhagen, Fund Rucji und das Halbierte aus dem Fund
      Bonn II. Alle Stücke, ebenfalls meins, sind Stempelgleich

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      Obwohl ich schon zwei Stücke von Hermann II vorgestellt habe möchte ich es nicht unterlassen auch noch einen 3. vorzustellen, da es sich hierbei um die ersten kölner Münzen mit dem Abbild eines Erzbischofs handel. Durch die große Seltenheit dieses Pfennigs wird auch vermutet, daß es sich um eine Sterbemünze handelt

      Hermann II 1039-1056

      Typ III



      Pfennig - Köln
      VS : +HERENANNVS ES - Brustbild des Erzbischofs mit Kasel und Pallium, einen Krummstab und ein Buch haltend
      RS : +COLONIA VRBS - Mauer mit Tor und zwei Kuppeltürmen ( vereinfachte Stadtansicht )
      GE : 1,27g
      LIT : Häv 306


      ( ich denke mal spektakulär sind immer die Sachen, die man nicht hat )

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      Es folgt:

      Anno II 1056-1075




      Pfennig - Köln
      VS : +ANNO•ARCHIEPC - Brustbild des Erzbischofs mit Krummstab in der Rechten, links im Feld Kreuz und Stern
      RS : +IMAGO S COLOMIE• - Mauer mit Tor dahinter Gebäude und zwei Kuppeltürmen, auf dem Gebäude PETR
      GE : 1,59g
      LIT : Häv 345

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