Gußfälschung?

      Gußfälschung?

      Liebe Forengemeinde,

      ich habe in 2009 einen Denar bei einem angesehenen Auktionshaus gekauft - Autionstext:

      Hermann von Waldeck, 1184-1223 oder
      Heinrich von Schwalenberg, 1185-1214.
      Pfennig, Münzstätte vermutlich Korbach. 1,29 g.
      Mauer mit Tor, darüber Kuppelturm, darin Stern (?), l. Krummstab, r. Kreuzfahne/
      Coloniamonogramm.
      Die Zuordnung dieses Pfennigs zu Waldeck ist nicht gesichert.
      Haevernick 923; Krusy 31. RR Sehr schön

      immer wenn ich das Stück betrachte kommen bei mir Zweifel auf. Deshalb wollte ich Euch einmal um eine Stellungnahme bitten.

      Es handelt sich um wm 01-10-40-1 (für das Bild und die Daten), das Bild separat nachfolgend.

      Danke für Eure Hilfe.
      Bilder
      • 01-10-40-1 0335.jpg

        154,54 kB, 1.750×750, 44 mal angesehen
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de
      Bezüglich der Echtheit kann ich mich Jakob nur anschließen. Auch ich kenne mich mit MA-Silberpfennigen nicht aus. Was jedoch die Frage "Prägung oder Guss?" anbetrifft, so würde der Altnumismatiker hier wohl von einer inhomogenen, "schlechthaltigen" Silberlegierung, d. h. einer Legierung mit relativ hohem Anteil an unedlen Metallen (z. B. Kupfer, Zink, Zinn etc.) sprechen, was, wie ich denke auch im MA ein ganz geläufiges Mittel zur "Geldmengenvermehrung" war und dazu führen konnte, dass ein bestimmtes, lokales Nominal in anderen Regionen seine Akzeptanz verloren hat oder nicht, Wolfgang ? Durch Auswaschung unedler Metallbestandteile können durchaus solche Oberflächenbilder entstehen. Die Konturen deuten weniger auf einen Guss, sondern eher auf eine Prägung oder Pressung hin. Legierungen können dadurch, dass sie nicht gleichmäßig oder zu gering erhitzt wurden, inhomogen zusammengesetzt sein, also an manchen Stellen Konzentrationen unedler Metalle ausweisen.

      Ich hoffe dir damit weiterhelfen zu können, Wolfgang !
      Danke für Eure Einschätzungen.

      Es ist sehr schwer, typische Gußbläschen von Löchern durch korrodiertes, minderhaltiges Metall zu unterscheiden. Ich habe damals das Stück auch deswegen nicht zurückgeschickt. Es bleibt aber immer so ein schlechtes Bauchgefühl.

      Deine Einschätzung hat mich nun wieder ein wenig beruhigt, danke Justus.
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
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      Hallo wpmergel

      Ich kann Deine Bedenken verstehen, sehe aber keine Anzeichen für eine Fälschung. Gut nur vom Bild her würde ich nie eine Echtheitsgarantie geben, aber ich habe ein Zeitgleiches Stück aus Soest, mit soweit ich vom Bild her erkennen kann gleicher Patina. Gleicher Fund??? Im Blei-Gefäß verborgen???

      Mein Stück stammt aus der Sammlung Krusy.

      Köln-Westfalen

      Engelbert I Graf von Berg 1216-1225

      Pfennig Soest 1,24g
      LIT : Hävernick 980


      Gruß
      Tube
      Bilder
      • 50032 - a.JPG

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      • 50033 - b.JPG

        205,69 kB, 1.024×1.024, 30 mal angesehen
      Danke Tube,

      bei Deinem Stück ist die von Justus angesprochene Inhomogenität ganz gut zu sehen. Ich komme nach Euren Beiträgen zu der Erkenntnis, daß -außer den vermeintlichen Lufteinschlüssen- keine anderen Hinweise auf einen Guß vorliegen. Weil sich diese mit einer inhomogenen Legierung erklären lassen, stufe ich den Denar -bis zum Beweis des Gegenteils- nunmehr als "echt" ein und will auch nicht mehr zweifeln ;)
      Danke nochmals für Eure Hilfe.
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
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