Marcus Iulius Philippus (I.) Arabs

    Marcus Iulius Philippus (I.) Arabs

    Auf Anregung von Andreas nun ein Spezial-Thread zur Familie des Philippus Arabs:
    Marcus Iulius Philippus (I.) Arabs wurde im heutigen Syrien geboren und war zur Zeit Gordians III. Praetorianerpräfekt. 244 wurde er als erster Araber von der Armee zum Kaiser ausgerufen, nachdem er seinen Vorgänger ermordet hatte. Später bestätigte der Senat ihn in seinem Amt.
    Ein wichtiges Ereignis unter seiner Herrschaft war die 1000 Jahrfeier Roms, 247 (auf 248 verschoben -> siehe Schaukasten).
    Philippus kam in der entscheidenden Schlacht gegen den Ursopator und ehemaligen Senator Traianus Decius 249 ums Leben. Sein Sohn und seine Frau wurden wenig später von den Prätorianern ermordet.
    Frau: Otacilia Severa
    Sohn: Marcus Iulius Severus Philippus (II.)

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    So hier mein einziges Exemplar dieses Kaisers:

    Antoninian, Rom, 244-247 (laut RIC, also Ankunft als Kaiser, oder nach dem Karpen-/Germanenkrieg)
    Av: IMP M IVL PHILIPPVS AVG
    Büste drapiert und gepanzert mit Strahlenkrone n.r.
    Rv: ADVENTVS AVGG
    Philippus I. reitet mit zum Gruß erhobener Rechten n.r.
    Unzirkuliert!

    Die übrigen Informationen muss ich leider wieder nachliefern.

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    Ein sehr schönes Stück mit tollem Revers.
    Wie hat Justus es so schön gesagt (ich darf zitieren): "Und der Kaiser zu Pferd mit zum Gruß erhobener Hand (ADVENTVS AVGG) ist natürlich ein Klassiker!"
    Dem pflichte ich voll bei!

    Arabs ist neben Thrax mein zweiter "Liebling" :)

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    Dann zeige ich mal meinen Lieblings-Arabs:
    Auch den durfte ich heute bei mir zu Hause herzlich begrüßen!

    244-249 n.Chr. Philippus Arabs

    AR Antoninian, Rom
    Durchmesser: 22-23 mm
    Gewicht: 4,76 g

    Vorderseite:
    IMP M IVL PHILIPPVS AVG
    Drapierte und kürassierte Büste mit Strahlenkrone nach rechts

    Rückseite:
    PM TRP III COS PP
    Felicitas links stehend, Caduceus (Heroldsstab/Merkurstab) und Cornucopiae (Füllhorn) haltend

    RIC 3
    Bilder
    • RIC 003 244-249 Philippus I. Arabs Av.jpg

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    Datierung dürfte 246n.Chr. sein. RIC Nr. dürfte stimmen. Nur zur Ergänzung, auch wenn du es warscheinlich schon wusstest: Der(?) Caduceus war nicht nur der Stab des Merkur, sondern ganz allgemein ein Heroldsstab. Er hatte die Funktion, Boten, die Imunität genaßen, zu kennzeichnen. Was signaliert er eigentlich mit Felicictas kombiniert? Steht er hier für das glückliche Ausgehen einer Unternehmung durch Verhandlungen?
    Schlaft schön!
    Also, ich wusste es nicht. Habe eben geschaut, wofür der Stab steht. Und da kamen einige Möglichkeiten. In einer Bescheibung habe ich dann den Merkurstab gesehen und habe mich leiten lassen. Aber vielleicht war der Beschreiber auch so ahnungslos wie ich und hat dann ebenfalls dankend angenommen :) Also würdest du sagen, die allgemeinere Beschreibung wäre treffender?

    Wenn man also Felicitas, in diesem Fall wohl als Symbol des Glücks zu sehen, mit der Bedeutung des Heroldstabs, in diesem Fall wohl als Symbol für schadlose Rückkehr nach militärischer Unternehmung (wie du schon sagtest) kombiniert, könnte deine Therorie stimmen.

    Vielleicht aber auch ein zum Sieg führender militärischer Befehl?
    Ob zwingend Verhandlungen im Spiel sein müssen, kann ich nicht sagen...
    Ist aber doch sicher im Rahmen des Möglichen!

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    Kann ja auch durchaus sein!
    Kann man nur nicht genau sagen, denn der Herold verhandelt ja nicht nur (bzw. überbringt Ergebnisse
    von Verhandlungen) sondern überbringt auch militärische Befehle.

    Allerdings bin ich im Deuten dieser symbolischen Kombinationen laienhaft unterwegs und es
    könnten sicher einige Ansätze möglich sein. Vielleicht kennt ja jemand die grundsätzliche Definition dieses Revers-Motivs?

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    Noch einer aus meinem jüngsten erfolgreichen Auktions-Marathon...

    244-249 n.Chr. Philippus Arabs

    AR Antoninian, Rom
    Durchmesser: 23 mm
    Gewicht: 3,57 g

    Vorderseite:
    IMP PHILIPPVS AVG
    Drapierte und kürassierte Büste mit Strahlenkrone nach rechts

    Rückseite:
    ANNONA AVGG
    Annona links stehend, Ähren und Cornucopiae haltend, davor Prora

    RIC 59



    Annona

    Römische Personifikation des Jahresertrags oder der Ernte, hauptsächlich von Getreide,
    und auch Schutzgöttin der Verschiffung der Ernte nach Rom.

    Annona, vom lateinischen Wort annus = Jahr herzuleiten, erscheint auf römischen Münzen
    der Kaiser Nero (54-68 n.Chr.) bis Carus (282-283 n.Chr.) als weibliche Gestalt mit den
    Attributen Ährenbündel, Modius (Getreidescheffel), Füllhorn oder Fruchtkorb als Symbol
    der Ernte, Schiff, Steuer oder Anker als Symbole für die Verschiffung der Ernte.
    Manchmal tritt noch ein Symbol des Herkunftslandes der Nahrungsmittel hinzu.

    Auch die bildliche Darstellung eines Kornspeichers mit der Umschrift ANNONA kommt vor,
    z.B. auf einem Denar Kaiser Hadrians (117-138 n.Chr.).

    Ergänzung:
    imperiumromanum.com/religion/antikereligion/annona_01.htm
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    Übrigens noch ein interessantes Zitat zur Bedeutung Felicitas auf römischen Münzen (wikipedia):

    „Seit dem Diktator Sulla, der den Beinamen Felix trug, gewann der Felicitas-Kult immer größere Bedeutung.
    Caesar ließ ihr einen Tempel errichten und in der entscheidenden Schlacht bei Thapsus war „Felicitas“
    die Parole von Caesars Truppen.

    In der Kaiserzeit war Felicitas Augusta die Versinnbildlichung des fortdauernden Glückszustandes
    des Imperiums und erschien mit ihren Attributen als „kaiserliches Glück“ häufig auf dem Revers von Münzen.


    Wer hat eigentlich noch mal wikipedia erfunden? War ein wirklich guter Mann :)


    Und noch ein Auszug (imperiumromanum.com):

    „Der caduceus wurde auch im täglichen Leben benutzt. Boten und Herolde trugen ihn zum Zeichen ihrer Immunität;
    d.h. niemand sollte sich ihnen in den Weg stellen (und somit aufhalten), wenn sie einen Auftrag zu erfüllen hatten.
    Im Laufe der Geschichte wurde der Stab zu einem Glücks- und Wunderzeichen. In diesem Sinne konnten auch Pax (Frieden),
    Concordia (Eintracht) und Felicitas (Gedeihen) mit diesem Attribut ausgestattet sein.

    Am bekanntesten ist die Einlage eines caduceus in die Schwelle des Tempels der Concordia am Forum Romanum.

    Ergänzung:
    imperiumromanum.com/religion/antikereligion/felicitas_01.htm

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    Da ich mich in den letzten Wochen intensiv um Stücke des Gordian
    und Philippus Arabs bemüht habe, kann ich noch einen dritten zeigen.
    Und auch ein paar zusammen getragene Hintergrundinformationen zum Revers.

    244-249 n.Chr. Philippus Arabs

    AR Antoninian, Rom
    Durchmesser: 22-25 mm
    Gewicht: 3,81 g

    Vorderseite:
    IMP M IVL PHILIPPVS AVG
    Drapierte Büste mit Strahlenkrone nach rechts

    Rückseite:
    LAETIT FVNDAT
    Laetitia links stehend, Kranz und Ruder haltend

    RIC 37b



    Laetitia

    Laetitia ist die römische Personifikation von Freude und Fröhlichkeit und ihr Name leitet sich von lat. laetus ab,
    das mit fruchtbar, ergiebig, fett, fröhlich, vergnügt, erfreulich, angenehm bis anmutig und gefällig eine ganze Bandbreite
    positiver Begriffe abdeckt. Mehr reine Idee denn religiöse Figur wurde sie vor allem in Verbindung mit öffentlichen
    Feiern erst ab dem 2.Jh.n.Chr. erwähnt. Ihre Darstellung erfolgte lediglich auf Münzen, die im Rahmen der
    kaiserlichen Propaganda all die positiven Eigenschaften hinter der Wortbedeutung dem Volk präsentieren sollten.

    Gemäss der Bedeutungsvielfalt dachte man ihr eine große Anzahl an Attributen zu: Girlanden und
    Kränze als Symbole für das Feierliche, grüne Zweige als typische Dekoration antiker Feiern, Äpfel oder
    Getreideähren repräsentierten die Fruchtbarkeit, Szepter oder Speer die heilige Macht des Heiteren
    (vgl. Pax, Providentia). Manchmal erschien auch ein die Stabilität darstellender Anker oder das Ruder (vgl. Fortuna)
    welches mit Heiterkeit durch das Leben lenkt. Schlussendlich konnte sich zu ihren Füssen noch eine Schlange winden.
    (Schlangen wurden mit Erlösergottheiten assoziiert, mit Fruchtbarkeit und mit heilenden Gottheiten).

    Als Laetitia Fundata (von lat. fundatus "auf festem Grunde stehend") zeigte man sie meist mit Ruder und Globus.
    Mit diesen Attributen erinnerte man die Menschen daran, dass die Prosperität (vom lat. für Gedeihen) Roms auf den
    Fundamenten des Erkennens und der Beeinflussung des Schicksals ruhte. In dieser Pose wurde sie etwa auf Münzen
    der Kaiserin Crispina (der Frau des Commodus) oder des Philippus Arabs abgebildet, was jedoch mit den
    tatsächlichen Zeitumständen wenig gemein hatte.

    (Quelle: imperiumromanorum.com)
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    Wenn es um die Erhaltung geht, ganz klar mein neuer Lieblings-Arabs.
    Besonders die Legende des Avers gefällt mir sehr!
    Hinzu eine interessante Revers-Variation der Göttin Annona.

    Bei meinem ersten vorgestellten Arabs mit Annona Revers war sie vor einem Schiffsbug
    zu sehen (Prora, die griechische und lateinische Bezeichnung für den Bug größerer Schiffe).

    Bei diesem ist das dargestellte Attribut ein Modius (Getreidescheffel; die größte altrömische
    Hohlmaßeinheit für Trockenes; ein Modius entsprach etwa 8,7 Litern).

    AR Antoninian, Rom 244-247
    Durchmesser: 22-24 mm
    Gewicht: 3,57 g

    Vorderseite:
    IMP M IVL PHILIPPVS AVG
    Drapierte und kürassierte Büste mit Strahlenkrone nach rechts

    Rückseite:
    ANNONA AVGG
    Annona links vor Modius stehend, Ähren und Cornucopiae haltend

    RIC 28c
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    • RIC 028c 244-249 Philippus I. Arabs Av.jpg

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    Bei diesem ist das dargestellte Attribut ein Modius (Getreidescheffel; die größte altrömische
    Hohlmaßeinheit für Trockenes; ein Modius entsprach etwa 8,7 Litern).

    Gefühlsmäßig (!) eindeutig die häufigere. Ja die Legende ist schön gleichmäßig, das Portrait gefällt mir auch sehr gut, trotz Knollennase (mann ich sollte mir echt abgewöhnen so auf die Nase zu schaun :) ).
    Ich habe herausgefunden, der RIC gibt sie als 'undated' an. RIC Nr. stimmt aber. ;)
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