Ein schöner Byzantiner - oder was ?

      Ein schöner Byzantiner - oder was ?

      Liebe Byzanzfreunde - und alle ihr, die dabei seid, welche zu werden :)

      Ich möchte euch hier ein kürzlich erstandenes Prachtexemplar vorstellen, welches in dieser Erhaltung sehr sehr selten angeboten wird. Hier hat der Auktionator das Stück als "Lateiner" angeboten.

      Was meint ihr wohl, was das wirklich für eine Münze ist?
      Ich bin mal auf eure Antworten gespannt.

      Ich gebe euch mal die Daten mit: Gewicht 3,09g - Durchmesser 25-27mm - also ein richtig tolles "Large Module"

      Viel Freude beim Anschauen und Raten

      LG, Stefan
      Bilder
      • lat.jpg

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      Wahrlich, wahrlich, Stefan. Habe selten einen so gut erhaltenen "Lateiner" gesehen. ;) Bin aber dennoch vollkommen ratlos, um was es sich genau handeln könnte.

      P.S. Wie wär's, wenn wir damit in der "Neuen Galerie" eine Byzantiner-Abteilung beginnen könnten. Ich besitze auch so in etwa 50 Byzantiner, allerdings meistens anonyme Follis-Prägungen von Basil II. und Constantine VIII.
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
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      Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.
      moin zusammen,

      ich weiß, dass dieses Rätsel schwer ist, deshalb möchte ich einen kleinen Tipp geben:

      Diese Münze hat indirekt mit einem Münzvertrag der zweiten Dekade des 13. Jahrhunderts zu tun.
      Jetzt müsste man natürlich wissen, um welchen Vertrag zwischen welchen Staaten es geht :)

      Ich warte mal ab - Morgen kommt dann ggfs. der nächste Hinweis.

      Viel Erfolg beim Suchen oder Raten

      LG, Stefan

      ischbierra schrieb:

      Ich weiß zwar nicht, welcher Vertrag gemeint ist, aber Dein Tip, petzlaff, grenzt immerhin die Zeit ein. Und siehe da, ich fand ein ziemlich ähnliches Stück bei Theodorus I. von Nicaea.
      Gruß ischbierra

      Ganz heisse Spur :)

      Ich lasse das als Lösung gelten - es handelt sich um eine Sear 2062 / DOC 6.2 / Petzlaff 4.2a Variante 2 (2 Sterne im Avers, wobei der rechte recht schwer zu erkennen, aber ganz rechts, wo die Prägung verschwimmt, vorhanden ist.

      Der besagte Münzvertrag wurde erstmalig vermutlich im Jahr 2014 zwischen Venedig und ihren Kreuzfahrer-Vasallen, die auch allgemein als die "Lateinischen" Besatzer von Byzanz bekannt sind und dem Kaiserreich von Nikäa, welches sich als legitimer Nachfolger des vorerst untergegangenen Oströmischen Kaiserreichs betrachtete geschlossen. In diesem Vertrag vereinbarten beide Parteien, dass die Venezianer keine Nikäischen Münzen mehr imitieren durften. Es ist nicht bekannt, aber ziemlich sicher, dass der Vertrag auch die gegenseitige Konvertibilität sicherte, zumindest bis 1219, als der Vertrag erneut diskutiert wurde.

      Vor Abschluß des Münzvertrages hatten die "Lateiner" den Typ Sear 2061 / DOC 5 / Petzlaff (Pz) 4.1a massenhaft auf kleinen reduzierten Schrötlingen kopiert und in Umlauf gesetzt - die entsprechende Literatur-Referenz ist Sear 2050 / DOC 36 / Pz 4.1b/c - die gezeigt Münze, der Nachfolger der Sera 2061 wurde aufgrund der Vereinbarung niemals imitiert.

      Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Nikäer die Sear 2061 auf großformatigen Bulgarischen Imitationen überprägten. Die Bulgaren waren übrigens nicht in den Vertrag eingebunden.

      Spannend - oder ?

      LG, Stefan

      LG, Stefan
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