Zinnabschlag eines seltenen Talers 1544

      Zinnabschlag eines seltenen Talers 1544

      Hallo,

      ich bin auf den Zinnabschlag eines seltenen Talers 1544 von Franz I. von Waldeck, Bischof zu Münster/Osnabrück (1532-1553) gestoßen und konnte diesen günstig erwerben.
      WM 84-61-22-Sn Es ist der erste, mir bekannte Abschlag von Geprägen Franz I. überhaupt.

      Meine Frage ist nun: Sind Euch weitere Proben von Franz I. bekannt?
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      • INr 0506 84-61-22-Sn.jpg

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      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
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      Hallo wpmergel

      Ich fürchte das ist keine Probe sondern eine spätere Sammleranfertigung (ab Ende 19 Jh.) :( .


      Mir sind keine Zinn-Proben aus dem 16 Jh. bekannt, nur aus Kupfer, Leder, und Baumrinden.


      Proben wurden auch nur nach der Anfertigung des Stempels zur Überprüfung angefertigt, Dein Stück weißt aber schon einen deutlichen Stempelriß auf. Was hätte dann eine Probe noch für einen Sinn, wenn der Stempel schon lange Zeit im Gebrauch war?


      Grüße
      Tube

      Tube schrieb:

      Ich fürchte das ist keine Probe sondern eine spätere Sammleranfertigung (ab Ende 19 Jh.)

      Ich fürchte, da liegst Du falsch. Zinnproben waren durchaus üblich, sind nur nicht von Taler des Franz I. bisher bekannt. Viel wichtiger ist dabei, daß mein Stück stempelgleich mit einem anderen, echten Taler ist. Bekannte spätere Sammleranfertigungen weisen zumindest marginale Unterschiede oder gar gewollte Veränderungen auf (nicht alle wollten betrügen).
      Auch andere Seiten (z.B. Münsterische-Münzen) führen mein Stück als Probeabschlag auf.
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
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      Das es Zinn-Proben gibt, auch aus dem 16 Jh. möchte ich nicht abstreiten, aber mir sind keine bekannt. Mit den späteren Zinn-Abschlägen zu Sammlerzwecken wollte auch keiner betrügen, daher waren sie ja aus Zinn. Das Du ein echten stempelgleichen Taler kennst ist auch nicht verwunderlich, natürlich gibt es von Sammleranfertigungen auch Originale.

      Aber erkläre mir mal wie der lange Stempelriß auf der Rückseite zu Stande kommt? Bei einem Probe- oder auch Prüf-Abschlag wurde der Stempel nach der Herstellung überprüft. Man sah sich die Probe an und nahm noch Veränderungen vor oder auch nicht. Dann wurde geprägt, eventuell auch in Gold oder Bronze zu in Auftrag gegebene Geschenkzwecke, und eben in Silber. Nun brauchte man keine Proben mehr, mann konnte ja den Stempelzustand anhand der letzten Prägung sehen. Und irgendwann kam dann zum Beispiel ein Stempelriß, warum sollte man jetzt noch eine Probe anfertigen? Man hatte den letzten Silber-Abschlag und die Stempel???

      Jetzt noch eine Probe anzufertigen macht doch absolut keinen Sinn. Ist es da nicht warscheinlicher das es ein späterer Abschlag oder Abguß ist?

      Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, ich bin ja hier auch um etwas zu lernen. =)

      Schöne Grüße
      Tube der nie Auslernende
      Hallo Tube,

      alle Mutmaßungen die wir hier anstellen sind leider nur schwer belegbar. Natürlich könnte ich Dir jetzt auch eine wunderbare Erklärung liefern, warum gerade hier der Stempelriß auftaucht - wie gesagt: Mutmaßungen.

      Es ist -soweit man das aus Vergleichen sagen kann- ein Abschlag von den Original-Stempeln. Wo sind die - in Berlin? Einen Guß kann ich ausschließen, den würde ich dann doch am Original erkennen. Ich bin also gerne bereit, bis zur endgültigen Klarung nicht mehr von einer Probe sondern von einem Abschlag mit Original-Stempeln zu sprechen. Das Stück selber lege ich bald einem Sachverständigen vor, um diese Frage endgültig klären zu lassen.

      ... und werde dann berichten.
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
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      Offenbar habe ich es versäumt, die diesbezüglichen Ergebnisse meiner Nachforschungen weiterzugeben:

      Tube hat -wie so oft- total Recht Chapeau

      Von den originalen Stempeln wurden bis in die jüngere Zeit sogenannte "Sammler-Abschläge" hergestellt. Was für ein Wort! Diese wurden weder gekennzeichnet, noch wurde über Anzahl und/oder Abnehmer Buch geführt. Ein -wie ich finde- unglaublicher Vorgang.

      Soll ich nun das komische Ding in meiner Sammlung behalten oder beim nächsten Jahreswechsel einer sinnvollen Verwendung, genannt "Bleigießen" auch wenn es Zinn ist, zuführen?
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
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