GELÖST: Keltisch / Nominal ?

      GELÖST: Keltisch / Nominal ?

      Liebe Münzfreunde,

      kann mir bitte jemand bei der Bestimmung folgender vmtl. keltischer Münzen helfen?

      Bild-Nr. /Nom/ Jahr / Größe / Gewicht
      FH 1113 / (?) / o.J / 19,5x20,5 mm / 3,990 g
      FH 1114 / (?) / o.J / 15,2x17,3 mm / 2,740 g
      FH 1115 / (?) / o.J / 14,0x14,9 mm / 2,250 g
      FH 1116 / (?) / o.J / 17,9x16,2 mm / 2,250 g

      Danke im voraus.
      Bilder
      • FH 1113 a-AK Bronze o.J.jpg

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      • FH 1115 a-AK Bronze o.J.jpg

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      • FH 1116 a-AK Bronze o.J.jpg

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      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de

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      Also, zugegeben: ich habe von diesen Münzen keine Ahnung...
      Aber habe mal nach der 1115 gesucht. Die sieht interessant aus! Außerdem suche ich Übung und habe Lust, auch mal zu helfen ;)
      Bin auf folgendes gestoßen, ich denke, die könnte es sein:

      Stamm der Remer, nord-ost Gallisch, Gallia Belgica (Reims)

      GALLIA BELGICA - REMI
      Bronze
      ca. 60 - 40 v.Chr.

      Vorderseite: Drei männliche Büsten, drei Konsuln nach links

      Rückseite: Wagenlenker mit Peitsche auf geflügeltem (?) Streitwagen nach links



      Zum Suchen:
      Katalognummer: LT.8040 DT.593 DT.593

      zum Nachschauen:
      muenzauktion.com/dumez/item.ph…f60edb4ed0975f74005eafe94
      Eine interessante Zusammenstellung von Potin-Münzen verschiedener westgallischer Keltenstämme, wie mir scheint. Interessant insofern, als ihre Enddaten (50 v. Chr.) ziemlich genau mit dem Ende des "Gallischen Krieges" (58 bis 51/50 v. Chr.) zusammenfallen. Das legt natürlich die Annahme nahe, dass es sich bei diesen vier Münzen ursprünglich um ein und denselben Fundkomplex gehandelt haben könnte, der im Zusammenhang mit den oben genannten kriegerischen Auseinandersetzungen in den Boden gekommen sein mag.

      Anmerkung: Wie bei keltischen Potin-Münzen nicht ungewöhnlich, ist der Erhaltungsgrad der oben gezeigten Münzen eher mäßig. Sie sind folglich nicht mit letzter Sicherheit bestimmbar.

      Noch ein Wort zu dem Begriff Potin-Münze. Wenn von keltischen Münzen die Rede ist, denkt man zumeist an wundervolle Goldstatere oder an die geheimnisumwitterten Regenbogenschüsselchen der Vindeliker aus Süddeutschland und weniger an die auf den ersten Blick unscheinbaren, gegossenen Potinmünzen.

      Die Herstellung dieser Potin-Münzen (Bronze mit ca. 60%igem Kupferanteil - Blei, Kupfer und Zinn) beruhte im Gegensatz zu keltischen Gold- und Silbermünzen auf dem Vollgußverfahren, was bei den oben gezeigten Münzen FH 1113 und 1114 noch gut am Gußansatz zu erkennen ist. Es existieren folglich auch keine Münzstempel mit Potindarstellungen.
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
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      Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.

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      Zunächst einmal möchte ich unserem Newbie „Andicz“ gratulieren. So wie’s ausschaut hat er das Zeug zu einem erstklassigen Altnumismatiker! Wenn er so weiter macht, kann ich mich hier demnächst auf’s Altenteil zurückziehen ! FH 1114 und 1115 hat er nämlich vollkommen richtig erkannt. Aber nun zu den Münzen selbst.

      FH 1114 / (?) / o.J / 15,2x17,3 mm / 2,740 g



      Es handelt sich vermutlich um eine Kleinbronze der Remer, einem westgallischen Keltenstamm aus dem Gebiet der heutigen Region Champagne im Norden Frankreichs.
      Av. Drei gestaffelte Büsten nach links (1. Triumvirat = Caesar, Pompeius und Crassus ?).
      Rv. Biga nach links, darunter REMO.
      Ref. nach LT 8040.

      Besonderheit: Dieser Münztypus wurde auch auf dem Feld von Alesia gefunden, war also um 52 v. Chr. zur Zeit des „Gallischen Krieges“ im Umlauf.

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      FH 1115 / (?) / o.J / 14,0x14,9 mm / 2,250 g




      Vermutlich ebenfalls Kleinbronze der Remer, wie FH 1114 oben. Rv. Legende "REMO" erkennbar.
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
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      FH 1113 / (?) / o.J / 19,5x20,5 mm / 3,990 g



      Vermutlich eine Potin der Senonen, einem westgallischen Keltenstamm aus den heutigen französischen Départements Seine-et-Marne, Loiret und Yonne.
      Gegossen ca. 100 – 50 v. Chr.
      Av. Behelmter Kopf nach links.
      Rv. Stilisiertes Pferd darum herum Kugeln.
      Ref. De la Tour 7388.

      Anmerkung: Ihr Hauptort war Agendicum (später Senonus, heute Sens). Sie waren 54 bis 51 v. Chr. an den Kämpfen gegen Gaius Iulius Caesar beteiligt und wurden von diesem unterworfen.
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
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      FH 1116 / (?) / o.J / 17,9x16,2 mm / 2,250 g



      Vermutlich ein Potin der Leucer, einem Keltenstamm aus dem östlichen Mittelgallien.
      Gegossen ca. 100 – 50 v. Chr.
      Av. Stilisierter Kopf nach links.
      Rv. Stier nach rechts stoßend, darüber Lilie.
      Ref. LT 9155.
      mit freundlichem Gruß

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