Bielefelder Notgeld bringt 18000 Euro ein

      Bielefelder Notgeld bringt 18000 Euro ein

      Borgholzhausen

      Bielefelder Notgeld bringt 18000 Euro ein

      Teutoburger Münzauktionshaus feiert 25-jähriges Jubiläum mit vier großen Versteigerungen

      Freitag, 07. September 2012 - 01:40 Uhr
      Von Oliver Budde

      Borgholzhausen (WB). Im Sekundentakt fliegen die Gebote bei Auktionator Volker Wolframm ein. Münzen und andere Raritäten im Wert von mehr als drei Millionen Euro kommen in diesen Tagen im Teutoburger Münzauktionshaus in Borgholzhausen (Kreis Gütersloh) unter den Hammer. Schließlich haben sie zum 25. Jubiläum ganz besondere Gegenstände im Angebot.

      Bereits mit sieben Jahren wurde die Sammelleidenschaft von Volker Wolframm entfacht. Zunächst tauschte er Briefmarken, dann Münzen auf dem Schulhof. Mit der Zeit wurde es so professionell, dass er 1987 die Teutoburger Münzauktion gründete. Wo früher das Tanzbein geschwungen wurde, fällt heute regelmäßig der Hammer. In den Räumen der ehemaligen Gaststätte Engelbarth an der Brinkstraße werden vier Mal im Jahr antike Münzen, Banknoten, Schmuck und Briefmarken versteigert. Damit haben sich Wolframm und sein Team bereits weltweit einen Namen gemacht. Neben New York, Frankfurt und Wien gehört das Piumer Haus laut Wolframm in puncto Münzen zu den Top-Zehn-Adressen in der Welt.

      Zum 25. Jubiläum ist Stress angesagt. An vier Tagen schlüpft der Chef in die Rolle des Auktionators und versteigert mehrere tausend Artikel. »Insgesamt sind Gegenstände im Wert von 3,2 Millionen Euro im Angebot«, erklärt Volker Wolframm. Bereits am ersten Tag geht es gut los. Allein am Mittwoch ruft Wolframm 558 Mal: »Zum Ersten, zum Zeiten, und zum Dritten.« Die bedeutende Sammlung von Bielefelder Notgeld aus den Jahren 1917 bis 1923 lockt über den Tag verteilt mehr als 100 Interessenten in den alten Tanzsaal an der Brinkstraße. Vom jungen Geschäftsmann bis zum Rentner ist alles vertreten. Ohne mit der Wimper zu zucken werden häufig Beträge geboten, die für Normalbürger ganze Monatsgehälter übersteigen. So bringen die 20 Goldmark, die aus dem Besitz des ehemaligen Direktors der Stadtsparkasse Bielefeld, Paul Hanke, stammen, 18000 Euro ein.

      Doch der Gegner sitzt beim Wettbieten nicht nur selber im Raum. Über das Internet machen die 500 registrierten Bieter mächtig Konkurrenz. Im Saal hören die Experten lediglich ein leises Klingeln, wenn ein Sammler Online den Betrag in die Höhe steigen lässt. Die Bieter kommen dabei aus allen Ecken der Erde. »Wir haben Kunden aus Australien, Dubai, China, Amerika und vielen anderen Ländern«, erklärt Wolframm. Ohne die nötigen Sicherheiten kommen die Leute allerdings nicht in die Kartei des Piumers. »Sie müssen zuvor entweder 10000 bis 20000 Euro als Depot bei uns hinterlegen oder ein bekannter Kunde bürgt für sie.«

      Auch gestern hatte der Arm von Volker Wolframm keine Pause. Elf Stunden lang sorgte er dafür, dass seltene Münzen aus China und Südostasien den Besitzer wechselten. Zu diesem Thema waren natürlich auch zahlreiche Asiaten an die Brinkstraße gekommen, um sich einige seltene Stücke zu sichern. »Heute haben wir richtig gute Wertsteigerungen erlebt«, verrät der Fachmann. Ein großer Erfolg war die Versteigerung eines Goldmünzensets, bestehend aus fünf goldenen Talern, die die Erfindung und Entdeckung des Altertums zeigen. Dieser Artikel brachte die Bieter mächtig ins Schwitzen. 15500 Euro war das Startgebot, das Volker Wolfram ausgerufen hatte. Es dauerte nur einen kurzen Moment bis ein heißer Bieterkampf begann. In Schritten von 500 Euro schaukelten sich die anwesenden Interessenten und die Internetbieter bis auf 22000 Euro hoch. Für einen Laien unverständlich, für den Sammler aber ganz normal.

      Heute wird noch einmal eine bunte Mischung an Raritäten zum Verkauf angeboten. Am Samstag ist für den Auktionator und sein Team allerdings Großkampftag. Bei der Versteigerung der »Numismatische Raritäten« beginnt der günstigste Artikel bei 1000 Euro.

      Quelle: westfalen-blatt.de/nachricht/2…ringt-18000-euro-ein/613/
      Leider wird die Luft für die kleineren Auktionshäuser dünner.

      Entweder die Einlieferer wenden sich an einen der großen "Global Player" und erreichen damit einen möglichst großen Kundenkreis oder Sie liefern bei einem kleineren Auktionshaus mit begrenztem Kundenstamm ein. Da scheint es keine Frage, wofür sie sich entscheiden. Dabei wird aber oft übersehen, daß durch die viel höheren Overhed-Kosten bei "den Großen" diese Kleinmünzen kaum noch vermarkten. SChaut Euch mal die letzten Kataloge an - fast nur noch Taler und andere Groß-Nominale. Bestenfalls legen sie viele Kleinmünzen in ein Lot. Aber auch das wird immer weniger gemacht. Kleinere Auktionshäuser bieten auch (noch) kleinere Nominale an. Alle Einlieferer stehen vor dem Dilemma sich zwischen diesen Möglichkeiten entscheiden zu müssen.

      Es wäre schade, wenn die vielfältige Auktionslandschaft so langsam verödet.
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de
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