Tritt Griechenland aus der Euro-Zone aus ?

      Tritt Griechenland aus der Euro-Zone aus ?

      Pläne für eigene Währung
      Griechenland erwägt Austritt aus der Euro-Zone
      Von Christian Reiermann

      Die Schuldenkrise in Griechenland spitzt sich zu. Die Regierung des Landes überlegt nach Informationen von SPIEGEL ONLINE, die Euro-Zone zu verlassen. Die Finanzminister der Währungsunion und Vertreter der EU-Kommission treffen sich am heutigen Freitagabend zu einer geheimen Krisensitzung.

      Berlin - Die wirtschaftlichen Probleme Griechenlands sind gewaltig, fast täglich protestieren Bürger gegen die Regierung. Nun sieht Ministerpräsident Georgios Papandreou offenbar keine andere Möglichkeit mehr: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE überlegt seine Regierung, den Euro aufzugeben und wieder eine eigene Währung einzuführen.

      Alarmiert durch die Bestrebungen hat die EU-Kommission für den Freitagabend zu einem Krisentreffen nach Luxemburg geladen. Das Treffen findet im Château de Senningen statt, das von der luxemburgischen Regierung für offizielle Termine genutzt wird. Neben dem möglichen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion steht auch eine baldige Umschuldung des Landes auf der Tagesordnung. Ein Jahr nach Ausbruch der Griechenland-Krise bedeutet dies für die Europäische Währungsunion einen existentiellen Wendepunkt - unabhängig davon, für welche Variante sie sich entscheidet.

      Wegen der angespannten Lage wurde für das Treffen in Luxemburg höchste Vertraulichkeit verordnet, nur die Finanzminister und je ein enger Mitarbeiter dürfen kommen. Für Deutschland nehmen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen teil.

      Schäuble will die Griechen unter allen Umständen vom Euro-Austritt abhalten. Eine interne Vorlage seines Ministeriums, die er mit nach Luxemburg nahm, warnt vor den Folgen. "Es wird zu einer erheblichen Abwertung der neuen Inlandswährung gegenüber dem Euro kommen", heißt es darin. Schätzungen zufolge sei mit einem Kursverlust von bis zu 50 Prozent zu rechnen. Dadurch wachse die Verschuldung Griechenlands drastisch an. Schäubles Fachleute rechnen damit, dass die Staatsschuld nach der Abwertung auf rund 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen würde. "Eine Umschuldung wäre unumgänglich", warnen sie. Im Klartext: Griechenland wäre pleite.

      Massive Auswirkungen für die Wirtschaft in Europa

      Zwar ist umstritten, ob ein Euro-Austritt Griechenlands juristisch überhaupt möglich wäre - nach Ansicht von Rechtsexperten müsste das Land dafür gleichzeitig auch die Europäische Union insgesamt verlassen. Allerdings ist fraglich, ob die anderen Mitglieder der Währungsunion der Regierung in Athen einen einseitigen Austritt aus der Euro-Zone tatsächlich verwehren würden.

      Fest steht: Die Maßnahme hätte nach Einschätzung der Schäuble-Beamten massive Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben in Europa. "Die Währungsumstellung würde eine Kapitalflucht auslösen", schreiben sie. Griechenland könnte sich gezwungen sehen, Kapitalverkehrskontrollen einzuführen. "Dies wäre mit den Grundfreiheiten des europäischen Binnenmarkts nicht in Einklang zu bringen." Zudem wäre das Land für viele Jahre vom Kapitalmarkt abgeschnitten.

      Darüber hinaus würde der Austritt eines Landes aus der Währungsunion "das Vertrauen in das Funktionieren der Euro-Zone schwer beschädigen", heißt es weiter. Internationale Investoren müssten damit rechnen, dass künftig weitere Euro-Mitglieder austreten wollten. "Dies würde zu Ansteckungseffekten in der Euro-Zone führen."

      Die deutschen Steuerzahler käme der Schritt teuer zu stehen

      Schwere Auswirkungen hätte ein Ausscheren Griechenlands auf den noch immer angeschlagenen Bankensektor, vor allem im eigenen Land. Durch den Währungsschnitt "wäre das gesamte Eigenkapital des Bankensystems aufgezehrt, die Banken des Landes wären schlagartig insolvent". Doch auch die Banken in anderen Ländern hätten zu leiden. "Deutsche und ausländische Kreditinstitute müssten mit erheblichen Verlusten auf ihre Forderungen rechnen", heißt es in dem Papier.

      Auch die Europäische Zentralbank (EZB) wäre betroffen. Sie müsste "einen wesentlichen Teil ihrer Forderungen als uneinbringlich abschreiben". Zu den Krediten an Banken kämen noch die Bestände an griechischen Staatsanleihen hinzu, welche die EZB in den vergangenen Monaten aufgekauft hat. Ihr Volumen schätzen die Schäuble-Beamten auf mindestens 40 Milliarden Euro. "Deutschland müsste entsprechend seinem EZB-Kapitalanteil von 27 Prozent den größten Teil der Verluste tragen."

      Unter dem Strich käme ein Austritt Griechenlands mit anschließender Staatspleite die Euro-Staaten und ihre Steuerzahler noch teurer zu stehen. Zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds haben sie dem Land Hilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro bewilligt - von denen rund die Hälfte bereits ausgezahlt wurde. "Die Euro-Staaten müssten nach der Insolvenz des Landes auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten."

      Quelle: spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,761136,00.html
      eine nur scheinbar denkbare Alternative - oder glaubst Du ersthaft, man könne Griechenland mal so eben einen Offenbahrungseid abnehmen und nach 6 Jahren Wohlverhaltens wieder in den Kreis der Schuldenmacher aufzunehmen?

      Never ever, der Sündenfall war Eichels lockere Verletzung der Maastrichtkriterien. Vor diesem Hintergrund konnte keiner die Situation in den anderen Ländern hinterfragen. Wenn wir nicht schnell in allen Ländern zurück zu solider Haushaltsführung kommen, sthen wir nicht nur in Athen vor der Frage: "Sind wir nicht doch schon längst insolvent?"
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de
      Ich glaube da nicht dran, aber wenn schon drüber geredet wird, ist wie die PKW-Maut die kommt auch sicher bald,

      auch wenn keiner Sie will. Griechenland kann sich das doch gar nicht leisten, wo wollen die denn das Geld dafür herbekommen, d

      ie haben doch jetzt schon nichts
      Wer zieht eigentlich diejenigen Zur Verantwortung, die für die Aufnahme diverser Bankrottstaaten in die EU sich stark gemacht und gestimmt haben? Wo bleibt da bitte der Sinn der Eidformel " ....zum Wohle des deutschen Volkes"? Gibt es denn kein Gericht, vor das man diese Herrschaften zerren könnte? Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich ko.... möchte......... :cursing:
      corrado26
      Scio ut nescio sed tamen cogitare necesse est
      Noch so ein Meineid: Soeben ist der Vorabentwurf der Ethik-Komission zum Atomausstieg bekannt geworden. Nicht, daß mich der Inhalt überrascht - nein. Es sit der Umgang mit unserem Wohle!

      Warum denkt niemand darüber nach, was dort zu unser aller Wohl geschehen soll? Wenn es stimmt, daß die Kernkraftwerke unzureichend gegen Terrorangriffe und/oder Naturkatastrophen geschützt sind, was ändert sich dadurch mit einem Ausstieg aus der Technologie? Ein "abgeschalteter" Atommeiler, bleibt über Jahrzehnte aktiv und muß geregelt -sprich gekühlt werden. Alle beschriebenen Risiken bleiben also bestehen. Das einzige, was sich durch einen Ausstieg ändert, ist die Tatsache, daß dann nach notwendigen Nachrüstungen und Sicherheitsauflagen kein Hahn mehr kräht.

      Der Ausstieg macht nichts sicherer aber für uns alle sehr viel teurer - na denn: ... auf unser Wohl.
      Herzliche Grüße aus Waldeck
      Wolfgang M.
      www.Waldecker-Münzen.de
      www.Waldecker-Münzfreun.de
    -