römisch / griechisch? 2000 Jahre oder doch nicht?

    römisch / griechisch? 2000 Jahre oder doch nicht?

    Hallo liebe Münzfreunde,

    ich muss um euren fachlichen Rat ersuchen.
    Handelt es sich hierbei um eine "alte" griechische Münze?

    Mich irritiert die Schrift, kann da kaum was erkennen - zumindest ist es wohl kein Latain. es ist auch kein "Senatus consultus..." zu sehen, also eher nicht römisch sondern griechisch?

    Vom Balkan? Allerdings "SC" stand ja auf den noch älteren Münzen noch nicht drauf bei den Römern, korrekt? Alos älterer Römer?

    Ist mein GriechenTip verkehrt? Tut mir leid, dass ich die Fotos nicht besser hinbekomme.
    Zum Größenverständnis ist ein 10 cent Stück dargestellt und ein Foto in meiner Handfläche.

    Vielen Dank für Eure Hilfe!
    Bilder
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    • 20190511 Tageslicht.jpeg

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    Hallo Hellraiser,
    was kann man lesen:
    AV: L AEL AVREL COMM AVG P FEL
    RV: PM TR P XVII IMP VIII COS VI PP
    Es ist also eine Münze (sieht wie Bronze aus) von Commodus, römisch, aus dem Jahr 192. Nun fällt auf: SC fehlt. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:
    a) es ist keine Bronze, sondern Silber, dann ist es ein Denar: wildwinds.com/coins/sear5/s5685.html#RIC_0235
    b) es ist Bronze, dann ist es eine anrike Fälschung, evt. der Kern eines subaeraten Denars
    Gruß ischbierra

    ischbierra schrieb:

    b) es ist Bronze, dann ist es eine anrike Fälschung, evt. der Kern eines subaeraten Denars

    Diese These geistert nun schon seit Jahrzehnten in der internationalen Sammlergemeinde herum, ohne jemals hinterfragt worden zu sein. Gemein hin steht dann immer in der Münzbeschreibung "Anima" (Kern) eines subaeraten Denars, was natürlich jeder Grundlage entbehrt. Man stelle sich nur einmal vor, wie die beim Prägevorgang unter extremer Hitzeeinwirkung mit dem Kupferrohling verbundene Silberplattierung abhanden gekommen sein könnte, ohne den Kern dabei extrem zu beschädigen?
    Nein. Bei dem vorliegenden Exemplar dürfte es sich um einen sog. "Guss- oder Weissmetall-Denar" handeln. Eine antike Imitation, welche insbesondere in der Severerzeit als eine Art von Notgeld massenweise hergestellt wurde und von offizieller Seite wohl geduldet wurde, um den Mangel an entsprechendem Umlaufgeld auszugleichen. Weißmetalldenar deshalb, weil auf der Oberfläche durch Säurebhandlung ein silberner Schimmer erzeugt wurde.
    Immer wieder tritt in diesem Zusamenhang der Begriff "Limesdenar" auf, was ebenso falsch und irreführend ist, da sich sowohl die Herstellung, als auch die Verbreitung nicht auf die Grenzregionen (Limes, Balkan) beschränkte, sondern sich über ganz Gallien, ja bis weit hinein in die Provinz Hispania erstreckte.

    Auch wenn man nur an Hand eines Photos keine Expertise abgeben sollte, so halte ich das vorliegende Stück doch für einen sehr gut erhaltenen Gussdenar.

    justus schrieb:

    Man stelle sich nur einmal vor, wie die beim Prägevorgang unter extremer Hitzeeinwirkung mit dem Kupferrohling verbundene Silberplattierung abhanden gekommen sein könnte, ohne den Kern dabei extrem zu beschädigen?
    Bei der Durchsicht meiner "Subaeraten-Sammlung" bin ich auf mehrere Exemplare gestoßen, welche nur noch minimale Reste von Silberplattierung aufwiesen, jedoch darunter fast prägefrisch waren. Zu erklären ist dies mit einer, in diesem Fall extrem dünnen, fast Silberfolien ähnlichen Plattierung.
    Ich möchte daher meine oben abgegebene Feststellung zumindest teilweise einschränken. In der Regel handelt es sich bei diesen antiken Fälschungen um eine dickere Plattierung, welche sich nicht von selbst von der Anima lösen kann, ohne die Prägun in Mitleidenschaft zu siehen.
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