gesucht: Martin Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen : Sammlung Prof. Robert B. Whiting

      gesucht: Martin Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen : Sammlung Prof. Robert B. Whiting

      Hallo liebe Münzfreunde,

      ist hier zufällig jemand im Besitz des Buches "Martin Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen : Sammlung Prof. Robert B. Whiting" und könnte mir daraus Auskunft erteilen?
      Ich suche die Informationen zu den Nummern 105..116. (Reichstaler 1630 zum 100. Jahrestag des Augsburger Bekenntnisses)

      Viele Grüße aus Dresden
      Mario
      Lieber Justus,
      stimmt nicht ganz. Die Gleichung evangelisch = lutherisch ist falsch. Es gibt noch einen zweiten Zweig der Rerormation (wenn man mal von den Anglikanern absieht). Der hat in der Schweiz seinen Ursprung, verbunden mit den Namen Zwingli (Zürich) und Calvin (Genf). Kirchen dieser Tradition nennt man reformiert oder auch presbyterianisch.
      Nun aber zu Whiting. Leider habe ich dieses Werk nicht, aber ich könnte Auskünfte zu den sächsischen Talern geben. Dazu muß ich aber erfahren, worum es geht.
      Gruß ischbierra
      Hallo,

      mittlerweile habe ich eine Kopie mit den interessierenden Einträgen und Abbildungen bekommen. Ich klassifiziere immernoch an den Talerprägungen zur 100-Jahrfeier der Übergabe der Augsburger Konfession herum. (siehe hier --> Link bzw. hier --> Link)
      In der Literatur wie: Juncker (1699), Tenzel (1705), Madai (1765), Daßdorf (1801), Erbstein bzw. Engelhardt (1888), Merseburger (1894),
      Schnee (1982), Whiting (1983), Brozatus (2015), Clauss/Kahnt (2006)
      wird (zwar mit zunehmendem Maße) auf die Varianten hingewiesen aber eben nicht umfänglich.

      Mit heutigen Mitteln kann man auf eine große Datenmenge an (verkauften oder angebotenen) Exemplaren incl. Bildmaterial zugreifen.
      Da ich beruflich viel mit Datenbanken zu tun habe sagte der kleine Mann im Ohr "Du musst das aufarbeiten und klassifizieren!!"
      Und daran arbeite ich nun..
      Interessante Erkenntnisse bisher:
      - die Anzahl der Vorderseitenstempel ist recht überschaubar
      - die Anzahl der Rückseitenstempel ist fast 4 mal so groß (das wird wohl der Oberstempel gewesen sein)
      - Replika aus Russland stammen alle von dem selben Exemplar ab
      - die Beschreibungen von Daßdorf sowie Erbstein (Engelhardt) sind recht umfangreich
      - K.P. Brozatus gibt falsche Daßdorf-Nummern an
      - die Aussage, dass bestimmte 10-Dukatenstücke aus großen Sammlungen von den Talerstempeln (siehe Anm. Schnee S. 332) geprägt wurden, bezweifele ich
      - 1/4 der Taler-Exemplare wechselt nach ca. 2 Jahren den Besitzer (manchmal sogar über den selben Händler)
      - große Händler kaufen bei kleineren Händlern, die bei kleinen Händlern kaufen
      - zu einer Münze "ABCDE 109" hinzuschreiben ist viel einfacher, als nachzusehen, ob sie wirklich wie in ABCDE 109 beschrieben aussieht.
      - Literatur kann sehr widersprüchlich sein


      es bleibt spannend (und der nächste Besuch im Dresdner Münzkabinett ist vorprogrammiert!)
      Viele Grüße
      Mario (Weidner)
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