Die Münzen König Friedrich II. (des Großen) von Preußen 1740 - 1786

      Hallo ischbierra,
      ein schönes Stück in super Erhaltung, garnicht so leicht zu bekommen.

      Ich möchte heut noch als Ergänzung etwas zu den Goldmünzen von Friedrich II. bringen:

      Gleich nach der Tronbesteigung ließ Friedrich II. 1740 in Berlin je einen Huldigungsdukaten auf die
      Huldigung in Berlin und Königsberg prägen, um sich seinem Volk vorzustellen.
      Die Haupt-Goldmünze war aber der Friedrichsdor, er entsprach dem bereits unter Friedrich Wilhelm I.
      geprägten 1/2 Wilhelmsdor (eigentlich Friedrichs d`or und Wilhelms d`or richtig geschrieben, die vereinfachte
      Schreibweise ist aber in deutschen Katalogen üblich).
      Der Friedrichsdor hatte nach dem Graumannschen Münzfuß ein Gewicht von 6,682 Gramm bei einem Feingehalt
      von 906,25 zu 1000 Teilöen, er hatte einen Wert von 5 Talern, ab 1754 wurden die Goldmünzen aber mit einem
      Agio von 1 bis 1,75 % zum Silber verrechnet.
      Geprägt wurden 2, 1, und 1/2 Friedrichsdor hauptsächlich in den Münzstätten Berlin und Breslau, kurzzeitig auch
      in Kleve und Aurich (hier nur 1 Friedrichsdor).
      In den ersten Jahren wurden für den Handel auch 2 und 1 Dukaten geüprägt, ab 1764 aber nicht mehr.
      Ich stelle mal einen Friedrichsdor vor:

      Bild 1 und 2: 1 Friedrichsdor 1781 A, Berlin, Olding Nr. 435

      Gruß numis68
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      Hallo Sammlerfreunde,
      zum Abschluß meiner Vorstellung der Münzen von Friedrich II. hier noch ein kurzer Beitrag zu den Handelsmünzen,
      diese sind aüßerst selten, da kaum im Umlauf und ich kann nur 2 Stücke als Galvano von Originalen zeigen.
      Bei den selten angebotenen Originalen muß man schon einige Tausend Euro bezahlen.
      1751/52 wurden Piaster für den Handel mit China geprägt, sie konnten sich nicht durchsetzen und wurden größtenteils
      wieder eingeschmolzen (siehe Bilder).
      1755 prägte man einige wenige Speziestaler nach Leipziger Fuß für den Handel mit Sachsen.
      Ohne Erfolg war auch der 1766/67 geprägte sogen. Levantetaler in Anlehnung an die österreichischen Münzen
      für den Handel mit dem asiatischen Raum, siehe Bilder.
      1766/67 gab es auch einen sogen. Albertustaler für den Handel mit Osteuropa, auch nicht erfolgreich.
      Zu erwähnen ist noch der sogen. Bankotaler von 1765 als Einlage in eine zu gründende neue Bank, die Auflage
      von 100 000 Exemplaren kam in den Staatsschatz und sie wurden später eingeschmolzen.

      Bild 1 und 2: 1 Piaster ohne Jahreszahl, Münzzeichen ICM, Aurich, Olding Nr. 368
      Bild 3 und 4: 1 Levantetaler 1767, ohne Münzzeichen, geprägt in Berlin/Magdeburg, Olding Nr. 371.

      Damit endet meine Vorstellung der Münzprägung in Preußen unter Friedrich II., sicher konnte nicht alles
      ausführlich genug gebracht werden, ich bin aber gern bereit, Fragen zu beantworten.
      Wenn Interesse besteht, kann ich den Beitrag noch um einige Medaillen zu Friedrich II. ergänzen.

      Viele Grüße von numis68
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      Ich schau hier ja auch immer rein, aber kann nicht viel mehr als wirklich "ansehen" betreiben.

      Aber was der numis hier gerade zeigt ist ja mal wirklich außergewöhnlich schmackhaft. :P

      Das Goldstück gefällt mir sehr gut. Aus Altdeutschland bekommt man viel zu wenige davon zu sehen und der Levantetaler ist mit den Details und dem meisterhaften Portrait ja wirklich zum Dahinschmelzen.
      Da kann ich durchaus verstehen, dass du die Münzen in deiner Sammlung hast...könnte ich mir die ganze Zeit anschauen.

      Danke dir fürs Zeigen!

      Grüße Erdnussbier
      Täglich grüßt das Erdnussbier...
      Hallo Erdnussbier,

      zu den Levantetalern gibt es noch interessante Details, obwohl die Prägung als sehr gelungen
      erscheint, war ein Absatz in der Levante kaum möglich. Hier war der Mariatheresientaler aus
      Österreich beliebtes Zahlungsmittel, vielleicht auch durch das Bild der Kaiserin, diese Taler
      waren bekanntlich noch bis in das 20. Jahrhundert Zahlungsmittel.
      Um sich auch an einem Gewinn zu beteiligen, wurde nun der kaiserliche Taler in Preußen kopiert
      und so auch mit Erfolg in den Verkehr gebracht, man schätzt eine Auflagehöhe von ca. 51 000 Stück.
      Da die Banken für den Handel große Mengen ausländischer Währungen benötigten, wurden
      ihre Nachfragen zur Nachprägung vom König genehmigt, so wurden unter strengster Geheimhaltung
      auch große Mengen russischer Rubel und Goldmünzen sowie holländische Dukaten nachgeprägt.
      Man achtete dabei peinlichst auf die genaue Gestaltung des Münzbildes sowie auf Gewicht und
      Feingehalt, so dass diese Stücke unerkannt in den Verkehr gelangten.
      So ist es sicher, dass sich heute in Sammlungen diese Stücke befinden und nicht als preußische
      Nachprägungen erkannt werden können, da es keine Merkmale gibt !
      Gruß numis68
      Hallo Sammlerfreunde,
      in vorangegangenen Beiträgen hatte ich über die massenhafte Nachprägung der preußischen 1/24 Taler, besonders
      der Jahrgänge 1782/83, sowie von häufigen Fälschungen berichtet. Jetzt habe ich einen ausführlichen Artikel im
      Numismatischen Nachrichtenblatt, Ausgabe April 2015, von Elke Bannicke und Lothar Tewes gefunden und ich möchte
      nachfolgend darauf eingehen:
      Die Nachprägung der 1/24 Taler (Gutegroschen) erfolgte von 1793 bis August 1806 in der Berliner Münzstätte nach den
      Akten im unglaublichen Umfang von über 17 Millionen Talern, anfangs wurden auch die sogen. Düttchen (3 Gröscher
      bzw. 3 Kreuzer) mit dem Bildnis von Friedrich II. in Berlin und Breslau nachgeprägt (Olding Nr. 241 und 307).
      Eine Unterscheidung von den ursprünglichen Stücken ist nicht möglich.
      Vielleicht ist das Gewicht ein Anhaltspunkt, unter Friedrich II. war das Sollgewicht der 1/24 Taler 2,07 Gramm, in meinem
      Bestand wiegen einige Stücke ca. 2,03 bis 2,10 Gramm, sind also vollgewichtig, daneben befinden sich auch Stücke, die nur
      1,82 bis 1,86 Gramm wiegen ?
      Unter der französischen Besatzung zwischen Dezember 1806 und März 1808 wurden nochmals über 93 Millionen der 1/24 Taler
      in Berlin geprägt und in den Umlauf gebracht, Bannicke/Tewes vermuten, dass diese am geringeren Durchmesser erkennbar
      sind (18,3 statt 19,6 Millimeter), dadurch ist auch die Schrift kürzer, siehe meine Bilder.
      Auf die englischen Kupferfälschungen dieser Stücke bin ich schon eingegangen, aber auch in einigen deutschen Fälscherwerkstätten
      wurden diese Stücke geprägt, meist jedoch am schlechten Stempelschnitt erkennbar, siehe Bilder.

      Bild 1 und 2: 1/24 Taler 1783, Durchmesser ca. 18,2 und 19,5 Millimeter
      Bild 3 und 4: 1/24 Taler 1783, leichter Silberüberzug und primitiver Stempelschnitt, vermutlich in
      einer deutschen Fälscherwerkstatt entstanden
      Bild 5 und 6: 1/24 Taler 1783, Kupferfälschung, eventuell aus England, der Stempelschnitt ist fehlerhaft,
      statt "EINEN" steht "EININ".

      Gruß numis68
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      Nach den vielen schönen Stücken von numis68
      soll hier noch etwas Kleingeld aus dem 7-jährigen Krieg
      aus der Kriegsmünzstätte Leipzig folgen:
      1/24 Taler mit LDC auf der Wappenseite und L auf der Wertseite
      Olding 476, v. Schroetter 1808
      und
      1/24 Taler mit L auf der Wertseite
      Oldding 477; v. Schroetter 1810
      Bei diesem Stück wurde das LDC auf der Wappenseite entfernt (ausgeschabt, ausgehämmert?)
      Die Münze hat in diesem Bereich eine Erhebung, ein Rest vom C ist noch zu erkennen.
      Dies ist nicht der einzige Stempel, auf dem das LDC ausgelöscht wurde.
      Herr Olding deutet das LDC als unvollständiges EDC (S. 248 Anm.).
      Das EDC kommt auf den Münzen der Jahrgänge 1753, 1754 u. 1756 vor,
      LDC auf den Jahrgängen 1760 u. 1761.
      Herr Olding schreibt diese Groschen den "Münzstätten Leipzig und Dresden" zu (S. 248).
      An "das fehlerhafte Mzmz. LDC statt EDC" (S. 249) kann ich nicht so richtig glauben.
      Es gibt mehrere Stempel mit diesem "Fehler".
      Einen schönen Gruß vom Brandenburger
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      Hallo Sammlerfreunde,

      da das Thema bisher keine weiteren Reaktionen brachte, will ich es mal mit einigen Medaillen
      von Friedrich II. ergänzen.
      Medaille 1759 satirisch auf die fränkischen Stände, Olding Medaillen Nr. 668. Material Bronze.
      Dieses Stück mit vergoldeter Vorderseite und versilberter Rückseite ist bisher noch nicht
      editiert.
      Gruß numis68
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      Hallo,
      hier mal noch eine Medaille zu Friedrich II. auf den Frieden zu Hubertusburg vom 15. Februar 1763 zum
      Ende des 7-jährigen Krieges, Silber vermutlich privat feuervergoldet.
      Katalog Olding Medaillen Nummer 931, Stempelschneider Oexlein.
      numis68
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