Jubiläum 1714-2014

      Jubiläum 1714-2014

      Der "Allerchristlichste König" von Frankreich, Louis XIV. gehört zu den bemerkenswertesten Herrschern der Geschichte. Louis XIV. regierte 72 lange Jahre, wovon er 54 Jahre lang die Geschicke Frankreichs persönlich kontrollierte. Das 17. Jahrhundert gilt heute als das Jahrhundert von Louis XIV, seine Regierungszeit ist als überragendes Beispiel einer absolutistischen Monarchie anerkannt. Der König förderte die Wirtschaft nachhaltig, stabilisierte sein Land und machte Frankreich zu einer der stärksten Mächte in Europa. Die französische Lebensart und Kultur wurde führend in Europa, eindringlich dokumentiert durch den Bau seines in dieser Größe nie gesehenen Schlosses in Versailles. Der Name Louis XIV stand weltweit für Größe und Ruhm.

      Louis XIV. war natürlich auch einer der Hauptfiguren auf dem Schachbrett des Spanischen Erbfolgekrieges, welcher nach 13 langen Jahren im Jahre 1714 durch den Frieden von Rastatt vor nunmehr 300 Jahren beendet wurde. Als dieser Krieg um die spanische Thronfolge begann, war Louis XIV. bereits 63 Jahre alt. Im Krieg ging es um das spanische Erbe nach dem Tod des letzten spanischen Habsburgers Carlos II.

      Louis XIV. von Frankreich trat für seinen von Carlos II. zum Erben bestimmten Enkel Philipp von Anjou ein, Kaiser Leopold I. in Wien für seinen jüngeren Sohn Karl (VI.). Auf Seiten Österreichs standen England, Holland, Brandenburg, Hannover und ab 1703 Savoyen, auf Seiten Frankreichs Bayern, Köln und bis 1703 Savoyen. Mehrere europäische Länder wurden zu Kriegsschauplätzen: 1704 eroberten die Engländer Gibraltar, Karl setzte sich in Katalonien, Aragonien und Valencia fest und wurde 1706 in Madrid zum König (Carlos III.) ausgerufen, verlor aber 1707 weitgehend seine Positionen; bei Kämpfen in Süddeutschland und Tirol wurden die Bayern 1703 bei der Pontlatzbrücke besiegt, im August 1704 siegten Österreicher und Engländer unter Prinz Eugen und Herzog von Marlborough in der Schlacht bei Höchstädt; in Italien war vor allem die Poebene betroffen, Im September 1706 siegten die Österreicher bei Turin. Die Spanischen Niederlande waren Schauplatz mehrerer österreichischer Erfolge: so im Mai 1706 Sieg bei Ramillies, im Juli 1708 bei Oudenaarde und im September 1709 bei Malplaquet. Auf habsburgischer Seite waren Prinz Eugen und der Herzog von Marlborough, der die englisch-niederländischen Truppen anführte, die bedeutendsten Feldherren, letztlich konnten sie aber den Krieg nicht entscheiden. Nach dem Tod Kaiser Josephs I. im Jahr 1711 fürchteten Großbritannien und Holland eine Verschiebung des Gleichgewichts zugunsten seines Nachfolgers Karls VI. und schlossen 1713 den Frieden von Utrecht, dem sich der Kaiser am 6. 3. 1714 in Rastatt und am 7. 9. 1714 in Baden (Schweiz) anschloss. Philipp V. blieb König von Spanien, der Habsburger erhielt die spanische Niederlande, Neapel, Mailand mit Mantua und Sardinien.
      Damit hatte Frankreich sein politisches Hauptziel erreicht und die Bourbonen auf Spaniens Thron etabliert, musste jedoch auf fast jede militärische Eroberung verzichten. Dennoch war die habsburgische Umklammerung Frankreichs endgültig zerschlagen worden.

      In seinen letzten Jahren kümmerte sich Ludwig XIV. hauptsächlich um die Erholung der Staatsfinanzen durch Einsparungen und Finanzreformen sowie die Förderung der Wirtschaft. Da sein Urenkel Ludwig XV. noch ein Kleinkind war, übertrug Ludwig XIV. die Regierungsgewalt testamentarisch auf seinen Neffen, Philipp II. d'Orléans als Regent. Als Ludwig XIV. am 1. September 1715 durch Wundbrand an seinem linken Bein starb, hatte er das französische Territorium wie keiner seiner Vorgänger vergrößert. Frankreich war der mächtigste Staat und kulturelles Zentrum Europas.

      Die Kupfermedaille, gestochen von Jean Mauger, einem französischen Stempelschneider und Graveur an der Monnaie de Paris von 1693 bis 1694. Mauger arbeitete noch im Jahr 1700 und seine Medaillen gehören zu den besten ihrer Zeit.
      Die hier vorgestellte Medaille hat ein Gewicht von 38g und einen Durchmesser von 40mm. Das Avers zeigt das Porträt von Louis XIV nach rechts mit der Umschrift "LUDOVICUS MAGNUS CHRISTIANISSIMUS" (Ludwig der Große, Allerchristlichste), unter dem Porträt die Signatur "J.MAUGER.F". Die Rückseite zeigt das Kreuz des Ordens vom Hl. Ludwig, welcher von LOUIS XIV. im April 1693 für militärische Tapferkeit gestiftet worden war. Die Umschrift lautet "ORDO MILITARIS S'LUDOVICI A LUDOVICO MAGNO INSTITUTUS M DC XCIII" (Militärischer Orden des Hl. Ludwig gestiftet 1693 von Ludwig dem Großen).

      corrado26
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      Scio ut nescio sed tamen cogitare necesse est
      Alter Schwede! Was für eine wundervolle Medaille! Vielen Dank für diesen sehr informativen und interessanten Beitrag, corrado26.

      P.S. Eine Bitte. Könntest du bei deinen Münz- und Medaillenvorstellungen auch Durchmesser und Gewicht anfügen?

      Mist. Eigentlich wollte ich corrados Beitrag "liken" und nicht meinen eigenen. ;(
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
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      Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.
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