Antike Keramikscherben aus Europa, Afrika und Asien

      Antike Keramikscherben aus Europa, Afrika und Asien

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      Römische Terra-Sigillata-Graffiti
      “IVSTI”


      Bodenstück einer Terra-Sigillata-Schale, vermutlich Typ Dragendorff 18.
      Av. Töpferstempel „IOV[IN]VS F[...].
      Rv. Grafitti „IVSTI“ (Anm.) eines römischen Legionärs der 14. Legion, welche im 2./3. Jahrhundert n. Chr. im Legionslager von Carnuntum (Wien) stationiert war.
      Gewicht: 111 g. Maße: ca. 115 x 70 x 25 mm.

      Anmerkung: „IVSTI“ bedeutet „Schale des Justus“ (Genitiv), was ziemlich ungewöhnlich erscheint, da normalerweise „IVSTO“ (Dativ), also „dem Justus gehörend“ verwendet wurde.
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
      ____________________
      Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was auch immer du tust, tue es weise und bedenke das Ende.

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      Terra-Nigra-Bodenstück

      Terra-Nigra-Bodenstück einer kleinen Schale mit Linien- und Rädchendekor auf der Vorderseite. Im Zentrum Töpferstempel „AA“. Auf der Rückseite ist ein deutlich sichtbarer, ca. 1800 Jahre alter Fingerabdruck eines Manufakturarbeiters erkennbar.

      In der archäologischen Keramiksystematik bezeichnet Terra Nigra eine römische Warenart aus rheinländischer Produktion der römischen Kaiserzeit, die auch als „Belgische Ware“ bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei um scheibengedrehte Feinkeramik bzw. handgemachte Feinkeramik, die unter Integration römischer Einflüsse auf rechtsrheinischen, „germanischen“ Latène-Traditionen basiert. Der Name ist nicht historisch, sondern eine Neuschöpfung unserer Zeit.

      Herstellung


      Vor dem Brand wurden die lederhart getrockneten Gefäße mit
      einer dicken, aber feinteiligen weißen Engobe überzogen, die Oberfläche danach mit einem Spachtel oder Glättstein poliert und somit veredelt. Dieser mechanischen Oberflächenbehandlung verdankt die Terra Nigra ihren intensiven Glanz. Im reduzierenden Brand (d. h. Drosselung der Sauerstoffzufuhr auf ein Mindestmaß) und möglicherweise durch Zufuhr von Rauch in den Töpferofen erzielte der Töpfer einen hellgrauen bzw. grauschwarzen Scherben und den glänzend schwarzen Überzug. Terra nigra-Gefäße waren häufig mit einem Linien- oder Rädchendekor versehen. Geläufig sind auch Stempelornamente in Schachbrettform und Barbotine-Verzierung.

      Datierung


      Diese Warenart kommt in den Nordwest-Provinzen des Römischen
      Reiches vor allem in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts vor und verschwindet dann allmählich aus dem Inventar. Die Terra nigra läuft im Gegensatz zur verwandten Terra rubra, die durch oxidierenden Brand einen roten Scherben aufweist und auf das frühe 1. Jahrhundert beschränkt ist, vereinzelt noch bis ins 2./3. Jahrhundert. Im 4. Jahrhundert wird die Technik vorübergehend wiederbelebt und taucht in Trier und im rheinhessischen Raum als „Nigraware“ erneut auf.

      Literatur


      - Helmut Bernhard: Studien zur spätrömischen Terra Nigra
      zwischen Rhein, Main und Neckar. Saalburg Jahrbuch 40/41,1984/85, 34–120.
      - Karl Heinz Lenz: Feinkeramik. In: Thomas Fischer (Hrsg.): Die römischen Provinzen. Eine Einführung in ihre Archäologie. Theiss-Verlag, Stuttgart 2001, S. 290–293.
      - Rainer Schreg: Keramik aus Südwestdeutschland. Eine Hilfe zur Beschreibung, Bestimmung und Datierung archäologischer Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit. Lehr- und Arbeitsmaterialien zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (Tübingen 1998. 3. Aufl. 2007) 168ff.


      Quelle
      : wikipedia
      mit freundlichem Gruß

      IVSTVS
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